"In einer
neuen Dimension"
Auch für den
Präsidenten ist es ein ganz besonderer
Tag. "Der krönende Höhepunkt",
sagt Jens Rose vor der Flutlichtpremiere
im Auestadion bei der Partie des KSV Hessen
Kassel gegen Bayerns Amateure (Fr. 20.15
Uhr). Im Interview spricht Rose nicht
nur über das Flutlicht, sondern auch
über bevorstehende Weichenstellungen
beim Fußball-Regionalligisten.
Bei den Löwen geht Freitag
erstmals das Licht an. Was bedeutet diese
Premiere für den Präsidenten?
Rose: Es ist der krönende Höhepunkt.
Für den KSV, aber auch für mich
persönlich. Es ist die Erfüllung
all der Wünsche, die wir hatten,
als wir auf dem G-Platz angefangen haben.
Damals hätte man uns für verrückt
erklärt, wenn wir gesagt hätten:
In zehn Jahren spielen wir unter Flutlicht.
Bis zuletzt haben viele gesagt: "Ich
glaube es erst, wenn es steht." Jetzt
steht es.
Für den Verein beginnt eine
neue Ära. Das Stadion wird fast ausverkauft
sein. Wie sehr wächst die Bedeutung
des Vereins durch dieses Ereignis?
Rose: Ganz sicher stoßen der Fußball
in der Region und der KSV in eine neue
Dimension vor. Das ist jetzt der Fußball,
wie man ihn sonst nur aus dem Fernsehen
kennt. Und wir stehen mittendrin. Das
ist fantastisch. Und übrigens auch
ein Lohn für unsere Spieler, die
sich diesen Auftritt verdient haben.
Was bedeutet diese neue Dimension
beim Blick auf die Sponsoren?
Rose: Es ist ein wichtiges Zeichen, gerade
auch an überregionale Unternehmen,
welche Bedeutung dieser KSV hat. Es scheint
ja so zu sein, dass wir tatsächlich
ein schlafender Riese sind. Wenn ich sehe,
wie viele Menschen jetzt den KSV sehen
wollen, frage ich mich: Wann ist eigentlich
das Ende erreicht? Ich kann das derzeit
gar nicht abschätzen. In jedem Fall
zeigt uns das Spiel am Freitag, dass das
Interesse am KSV größer zu
sein scheint, als wir geahnt haben.
Auch bei den Sponsoren?
Rose: Das Interesse ist jedenfalls deutlich
in die Breite gegangen.
Dafür gibt es Gerüchte,
dass Hauptsponsor MEG sich zurückzieht.
Rose: Das stimmt so nicht. Wir haben
Gespräche geführt und es gibt
konkrete Angebote für die dritte
und die vierte Liga. Darüber müssen
wir nun entscheiden. Ich habe MEG noch
um eine Frist von zwei, drei Wochen gebeten.
Weil es noch andere Möglichkeiten
gibt?
Rose: So ist es. Wir führen auch
sehr interessante Gespräche mir zwei
überregionalen Interessenten - einem
Dax-Unternehmen und einem ausländischen
Automobil-Hersteller. Wenn das klappt,
sind wir tatsächlich in einer völlig
neuen Dimension. MEG ist für uns
ein zuverlässiger Partner. Ich habe
das Gefühl, dass da Verständnis
ist, wenn wir diese Gespräche führen.
Auch im Marketing-Bereich hört
man von Veränderungen und den Namen
des früheren Huskies-Managers Joe
Gibbs.
Rose: Wir führen in der Tat Gespräche
mit der Vermarktungsfirma von Joe Gibbs.
Wir haben gemerkt, dass wir einen Vermarkter
im Verein brauchen, der alles koordiniert.
Ich kenne Gibbs seit Jahren. In der Region
ist er sicherlich einer der besten Marketing-Männer.
Und was wird aus den bisherigen
Partnern Jörg Schmidt und EFM?
Rose: Das Problem, dass Jörg Schmidt
auch bei MEG tätig ist, wurde ja
auch in den Medien thematisiert. Schmidt
hat nicht mehr die Zeit, für uns
allein da zu sein. Er bleibt aber dabei.
Der Vertrag mit EFM, die ja auch bei Melsungens
Handballern sind, wird über den 30.
Juni hinaus nicht verlängert. Altkunden
werden aber weiter von EFM betreut.
Während unseres Gesprächs
stehen Sie gerade am Flughafen von Ljubljana.
Gleich geht die Dienstreise weiter nach
Skopje. Aber Freitag sind Sie wieder in
Kassel, oder?
Rose: Natürlich. Um 17 Uhr komme
ich mit dem Zug aus Hamburg zurück.
Dann beginnt das Kribbeln?
Rose: Nicht erst dann. Das Kribbeln im
Bauch hat jetzt schon begonnen.
Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
29.04.2008)