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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

"In einer neuen Dimension"

Auch für den Präsidenten ist es ein ganz besonderer Tag. "Der krönende Höhepunkt", sagt Jens Rose vor der Flutlichtpremiere im Auestadion bei der Partie des KSV Hessen Kassel gegen Bayerns Amateure (Fr. 20.15 Uhr). Im Interview spricht Rose nicht nur über das Flutlicht, sondern auch über bevorstehende Weichenstellungen beim Fußball-Regionalligisten.

Bei den Löwen geht Freitag erstmals das Licht an. Was bedeutet diese Premiere für den Präsidenten?

Rose: Es ist der krönende Höhepunkt. Für den KSV, aber auch für mich persönlich. Es ist die Erfüllung all der Wünsche, die wir hatten, als wir auf dem G-Platz angefangen haben. Damals hätte man uns für verrückt erklärt, wenn wir gesagt hätten: In zehn Jahren spielen wir unter Flutlicht. Bis zuletzt haben viele gesagt: "Ich glaube es erst, wenn es steht." Jetzt steht es.

Für den Verein beginnt eine neue Ära. Das Stadion wird fast ausverkauft sein. Wie sehr wächst die Bedeutung des Vereins durch dieses Ereignis?

Rose: Ganz sicher stoßen der Fußball in der Region und der KSV in eine neue Dimension vor. Das ist jetzt der Fußball, wie man ihn sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und wir stehen mittendrin. Das ist fantastisch. Und übrigens auch ein Lohn für unsere Spieler, die sich diesen Auftritt verdient haben.

Was bedeutet diese neue Dimension beim Blick auf die Sponsoren?

Rose: Es ist ein wichtiges Zeichen, gerade auch an überregionale Unternehmen, welche Bedeutung dieser KSV hat. Es scheint ja so zu sein, dass wir tatsächlich ein schlafender Riese sind. Wenn ich sehe, wie viele Menschen jetzt den KSV sehen wollen, frage ich mich: Wann ist eigentlich das Ende erreicht? Ich kann das derzeit gar nicht abschätzen. In jedem Fall zeigt uns das Spiel am Freitag, dass das Interesse am KSV größer zu sein scheint, als wir geahnt haben.

Auch bei den Sponsoren?

Rose: Das Interesse ist jedenfalls deutlich in die Breite gegangen.

Dafür gibt es Gerüchte, dass Hauptsponsor MEG sich zurückzieht.

Rose: Das stimmt so nicht. Wir haben Gespräche geführt und es gibt konkrete Angebote für die dritte und die vierte Liga. Darüber müssen wir nun entscheiden. Ich habe MEG noch um eine Frist von zwei, drei Wochen gebeten.

Weil es noch andere Möglichkeiten gibt?

Rose: So ist es. Wir führen auch sehr interessante Gespräche mir zwei überregionalen Interessenten - einem Dax-Unternehmen und einem ausländischen Automobil-Hersteller. Wenn das klappt, sind wir tatsächlich in einer völlig neuen Dimension. MEG ist für uns ein zuverlässiger Partner. Ich habe das Gefühl, dass da Verständnis ist, wenn wir diese Gespräche führen.

Auch im Marketing-Bereich hört man von Veränderungen und den Namen des früheren Huskies-Managers Joe Gibbs.

Rose: Wir führen in der Tat Gespräche mit der Vermarktungsfirma von Joe Gibbs. Wir haben gemerkt, dass wir einen Vermarkter im Verein brauchen, der alles koordiniert. Ich kenne Gibbs seit Jahren. In der Region ist er sicherlich einer der besten Marketing-Männer.

Und was wird aus den bisherigen Partnern Jörg Schmidt und EFM?

Rose: Das Problem, dass Jörg Schmidt auch bei MEG tätig ist, wurde ja auch in den Medien thematisiert. Schmidt hat nicht mehr die Zeit, für uns allein da zu sein. Er bleibt aber dabei. Der Vertrag mit EFM, die ja auch bei Melsungens Handballern sind, wird über den 30. Juni hinaus nicht verlängert. Altkunden werden aber weiter von EFM betreut.

Während unseres Gesprächs stehen Sie gerade am Flughafen von Ljubljana. Gleich geht die Dienstreise weiter nach Skopje. Aber Freitag sind Sie wieder in Kassel, oder?

Rose: Natürlich. Um 17 Uhr komme ich mit dem Zug aus Hamburg zurück.

Dann beginnt das Kribbeln?

Rose: Nicht erst dann. Das Kribbeln im Bauch hat jetzt schon begonnen.

Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 29.04.2008)