Zöpfe für
die dritte Liga?
Nach dem Sieg des Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel in Regensburg am vergangenen
Samstag ist nicht nur Platz zehn wieder
in Sichtweite, sondern da sind auch wieder
Euphorie und Spaß angesagt statt
Skepsis und Unmut. Vier Beispiele:
Die Vorfreude auf die Flutlichtpremiere:
Vor der Begegnung des KSV am 2. Mai (Anpfiff:
20.15 Uhr) gegen die zweite Mannschaft
des FC Bayern München geht das Licht
an. Das neue Flutlicht erstrahlt, und
da wollen ganz viele dabei sein. Manager
Marc Arnold sprach gestern von über
6000 verkauften Karten, was einen Rekordbesuch
für den 2. Mai erahnen lässt.
Zum Vergleich: Gegen den FSV Frankfurt
waren am Tag vor der Partie genauso viele
Tickets vergeben. Damals kamen 11 200
Besucher. Gegen München wird diese
Marke wohl übertroffen. Die Haupttribüne
ist schon so gut wie ausverkauft. Legt
der KSV nun am Samstag gegen Pfullendorf
einen Sieg nach und verliert daraufhin
nicht in Siegen, ist gegen die Bayern
ein ausverkauftes Stadion mit 18 000 Zuschauern
keine Utopie.
Der Erfolg der zweiten Mannschaft: Mit
dem 3:1 gegen die SG Bad Soden landete
das Reserveteam des KSV in der Landesliga
bereits den elften Sieg in Folge, der
Aufstieg in die Oberliga ist für
den neuen Spitzenreiter nun mehr als wahrscheinlich.
Die Spieler, die in der Regionalliga-Mannschaft
nicht zum Einsatz kommen, sammeln in der
Landesliga Spielpraxis und Selbstvertrauen
- wie am Sonntag Jan Fießer, Arne
Schmidt, Dominik Suslik und Mirko Tanjic.
Die Rückkehr von Erich Strobel:
Was den Löwen zuletzt fehlte, war
ein dritter Angreifer, der beim Gegner
noch einmal für Unruhe sorgen kann.
Die Verpflichtung von Andreas Haas sollte
Trainer Hamann diese Möglichkeit
geben. Pech, dass sich dann Erich Strobel
am Fuß verletzte und bisher nicht
mitwirken konnte. Doch die Rückkehr
des quirligen Stürmers rückt
näher. Strobel steckt im Aufbauprogramm.
Erstes Ziel: fit sein für 30 Minuten.
Er wäre dann der dringend benötigte
Einwechselspieler. In zwei Wochen soll
es so weit sein.
Die Spekulation um Hamanns Haar: Spätestens
seit Christoph Daum ist das mit des Trainers
Haar ja eine haarige Angelegenheit. Im
Internet-Forum des KSV Hessen gibt es
bereits Spekulationen, ob sich Löwen-Trainer
Matthias Hamann so lange sein Haar wachsen
lässt, bis sein Team das nächste
Mal verliert. Die Hoffnung ist: Hamann
trägt irgendwann Zopf. Aber der Coach
widerspricht: Dass er nicht mehr auf die
Glatze setzt, hat mit dem KSV nichts zu
tun: „Neue Frau, neue Haare."
Lebensgefährtin Silja Tresselt hat
ihm zur Frisur geraten, damit er nicht
mehr so streng aussieht. Er befolgt das
- „so lange, bis die Schnittlauchlocken
kommen".
Florian Hagemann und Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
15.04.2008)