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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

Bei Hamann nimmt der Hitzfeld-Anteil zu

In jedem Fußball-Trainer steckt ein kleiner Ottmar Hitzfeld. Bei Matthias Hamann, dem Coach des KSV Hessen Kassel, wächst der Ottmar-Hitzfeld-Anteil sogar. Nicht, dass der KSV jetzt auf einmal Meister würde. Nein, Matthias Hamann verändert sein Team derzeit sehr stark von Spiel zu Spiel. Diese Rotation erreichte zuletzt sogar Hitzfeld'sche Züge: Vor der Partie in Elversberg tauschte er gleich vier Akteure aus jener Elf aus, die eine Woche zuvor gegen die Stuttgarter Kickers im Auestadion auflief. Das Ergebnis war dasselbe: Beide Male gab es ein 1:1.

Warum aber auf einmal ein solches Wechselfieber? Denn auffallend ist: Im ersten Drittel der Saison hatte Hamann kaum etwas mit Rotation am Hut. Von Spieltag neun bis Spieltag zwölf zum Beispiel nahm er an der Stammformation überhaupt keine Veränderungen vor. Doch nun ist das anders. Hamann begründet dies mit dem Fortschreiten der Saison: "Da passt man das eigene Spiel ein bisschen mehr dem des Gegners an - und vor allem auch der Tabellensituation." Als Beispiel führt er die Begegnung in Elversberg an. "Wir haben gewusst, dass für die zuhause nur ein Sieg zählt. Also haben wir mit drei Sechsern die Defensive gestärkt und die Mitte dichtgemacht." Elversberg musste über die Außen kommen, was der Mannschaft nicht so liegt.

Allerdings: Das eigene Spiel bleibt dabei ziemlich auf der Strecke. Und: Nicht bei allen in der Mannschaft kommt die Rotation gut an. Daniel Beyer zum Beispiel musste nach einem anständigen Spiel gegen die Stuttgarter Kickers gegen Elversberg wieder auf der Bank Platz nehmen - weil es seine Position als Flügelspieler bei der taktischen Ausrichtung des KSV an diesem Tag schlicht und ergreifend nicht gab. Er sagt: "Ich habe das hingenommen. Ob ich es verstehe, ist eine andere Frage." Die er natürlich nicht beantwortet.

Beyer ist nun schon das zweite Mal aus der Mannschaft rotiert worden. Das erste Mal hatte es mit seiner Leistung zu tun. Serdar Bayrak schnappte ihm in der Hinserie den sicher geglaubten Stammplatz weg. Bei seinen Einwechslungen während der nächsten Partien wirkte Beyer übermotiviert - eine mögliche Reaktion auf die Rotation.

Eine andere zeigten am Wochenende Daniel Möller und Arne Schmidt, die Hamann gegen die Stuttgarter Kickers erst aus der Anfangself nahm und gegen Elversberg wieder auflaufen ließ. Beide machten nicht den sichersten Eindruck. Dieser Gefahr ist sich Hamann bewusst, wie er sagt, er will ein bisschen Hitzfeld bleiben - und sagt: "Auch die Tagesform der Spieler wird weiter eine Rolle spielen."

Der Konkurrenzkampf wird zum Ende der Saison noch einmal härter. Daniel Beyer hat im Team aber noch keine Verschlechterung ausgemacht, was die Stimmung angeht. Zu guter Letzt kann er der Rotation sogar noch etwas Positives abgewinnen: "Die Spieler, die nicht gespielt haben, sind nicht so gefrustet, weil sie immer auf eine Chance hoffen können." Auch er hofft. Am Samstag gegen Ingolstadt (Anpfiff: 14 Uhr) muss rotiert werden: Daniel Möller und Jan Fießer sind gesperrt.

Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 02.04.2008)