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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

Die Last der Gegentore

Am Sonntag ging Matthias Hamann auf Tauchstation. "Ich musste das erst einmal verdauen", sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gestern. Da war er wieder aufgetaucht. Und fand Worte für die 3:5-Pleite in Unterhaching: "Die Mannschaft hat sich in einigen Situationen schlimm verhalten. Darüber wird zu reden sein."

"Heute Morgen, wenn der Kader erstmals wieder komplett zusammenkommt, wird der Trainer zur Aussprache bitten. Was die Spieler zu hören bekommen, will er natürlich nicht verraten. Klar dürfte aber sein: Das mangelhafte Defensivverhalten ist ein Schwerpunkt der Aussprache.

Nach dem zweiten Spiel mit fünf Gegentreffern - in Pfullendorf verloren die Löwen im September 2:5 - hat der KSV bereits 37 Gegentore auf dem Konto. Nur der abgeschlagene Tabellenletzte Oggersheim (48) ist noch anfälliger. Und das, obwohl Hamann vor der Saison als wichtigstes Ziel ausgegeben hatte: "Wir müssen weniger Treffer kassieren." Dazu ein paar Zahlen:

- 56 Gegentreffer kassierten die Löwen im ersten Regionalliga-Jahr.

- 30:33 Tore hatte der KSV in der vergangenen Saison nach dem 22. Spieltag auf dem Konto, stand also hinten ein wenig sicherer, erzielte aber auch deutlich weniger eigene Tore. Diesmal steht die Marke bereits bei 37 Treffern. Das Torverhältnis ist also zumindest ausgeglichen.

- 29, 31, 25 - das ist die Anzahl der Gegentore der direkt vor den Löwen stehenden Teams Bayern, Reutlingen, Unterhaching. Siegen, auf Rang zwölf direkt dahinter, kassierte gar nur 24 Treffer.

Wo aber liegen die Gründe für die Löchrigkeit der Defensive? Natürlich stellte Hamann die Hintermannschaft sehr häufig um. Meist war er dazu gezwungen. Verletzungen, Formtiefs, Sperren und jetzt der Einbau von Rückkehrer Gölbasi machten einige Veränderungen nötig. Trotzdem bleibt unter dem Strich: Eine eingespielte Abwehrkette wird bei den Löwen noch gesucht - und die Zeit drängt, sie zu finden.

Noch wichtiger aber ist wohl der taktische Umbau hin zu zwei Stürmern. "Wir können jetzt Tore erzwingen. Das haben zwei Treffer bei 1860 und drei in Haching gezeigt", sagt Hamann. Die Kehrseite der neuen Angriffslust aber kennt der Trainer: "Mit jedem Meter, den wir vorrücken, werden wir hinten offener."

In Haching klappte das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Mittelfeld überhaupt nicht. Hinzu kamen individuelle Fehler und ein rabenschwarzer Tag der linken Seite mit Kümmerle und Berger. Am Konzept will Hamann festhalten: "Wir müssen die größere Anfälligkeit in Kauf nehmen", sagt Hamann, "aber Fehler wie in Haching müssen wir ganz schnell abstellen."

Denn eins ist auch dem Trainer vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers klar; "Der Druck wächst. Natürlich muss Samstag ein Dreier kommen." Am besten wäre einer ohne Gegentor.

Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 18.03.2008)