Hamann hat Löw-Problem
Nach annähernd zwei
Monaten ohne Pflichtspiel wird es für
den Fußball-Regionalligisten KSV
Hessen Kassel langsam, aber sicher wieder
ernst: Am Samstag steht das Pokalspiel
in Bernbach auf dem Programm (Anpfiff:
14.30 Uhr), eine Woche später geht
es dann beim TSV 1860 München II
in der Liga wieder um Punkte. Es wird
Zeit, eine Bilanz der Vorbereitung auf
die entscheidende Phase der Saison zu
ziehen.
Die Vorbereitungsspiele: Vor allem beim
Sieg gegen den Nord-Regionalligisten Borussia
Dortmund II vor zehn Tagen zeigte der
KSV eine ansprechende Leistung. Gegen
den österreichischen Erstligisten
Red Bull Salzburg verloren die Löwen
mit 0:1, gegen den Nord-Regionalligisten
1. FC Magdeburg mit 0:2. Dennoch ist KSV-Trainer
Matthias Hamann mit den Leistungen seiner
Mannschaft in den Tests zufrieden. Ausnahme
bildet da natürlich das 0:4 gegen
den heimischen Oberligisten FSC Lohfelden.
Das Ergebnis bewertet Hamann aber nicht
über, er spricht von einem sehr motivierten
Gegner - und stellt den Sinn eines solchen
Spiels auf rutschigem Kunstrasen infrage.
Fazit: „In Zukunft wird es solche
Begegnungen nicht mehr geben."
Die Neuen: Turgay Gölbasi, Rückkehrer
aus der ersten türkischen Liga, und
Andreas Haas vom FK Pirmasens haben sich
gut eingefügt. Über Stürmer
Haas sagt Hamann: „Er fackelt nicht
lange und hat eine gute Technik."
Und dass Gölbasi Fußball spielen
kann, weiß Hamann nicht erst seit
diesem Winter. Der Abwehrspieler hat ihn
in der Vorbereitung erneut überzeugt.
Die personelle Situation: Bis auf Dominik
Suslik, der muskuläre Beschwerden
hat, trainieren derzeit alle KSV-Akteure
mit. Das bedeutet: Die zeitweise angeschlagenen
Denis Berger, Oliver Adler und Jan Fießer
sind ebenso wieder voll belastbar wie
die zwischendurch erkrankten Daniel Möller
und Thorsten Schönewolf. Die Torwartfrage:
Stammtorwart Oliver Adler ist wieder fit,
das Problem ist nur: In der Vorbereitung
hat er wegen einer Knieverletzung keine
Spielpraxis sammeln können. Gestern
Abend stand er deshalb im Tor der zweiten
Mannschaft. Im Pokal gegen Bernbach ist
sein Vertreter Dennis Lamczyk gesetzt.
„Wir werden sehen", sagt Hamann.
Jogi Löw und Jens Lehmann lassen
grüßen. Die Stammplätze:
Viel wird sich nicht ändern im Vergleich
zu den vergangenen Pflichtspielen. Die
Torwartfrage ist offen, ansonsten wird
wohl höchstens Turgay Gölbasi
in die erste Elf rücken - allerdings
nicht auf seiner angestammten Position
in der Abwehr-Viererkette rechts, sondern
in der Innenverteidigung. Rechts hat Daniel
Möller nach einer durchwachsenen
ersten Saisonhälfte in der Vorbereitung
einen guten Eindruck hinterlassen. Er
ist zudem einer, dessen Freistöße
für Gefahr sorgen. Andreas Haas muss
sich vorerst wohl mit der Joker-Rolle
begnügen. Erich Strobel ist neben
Thorsten Bauer im Angriff gesetzt. Die
Fitness: Während des Höhen-Trainingslagers
in der Schweiz haben die Löwen die
Grundlagenausdauer verbessert, anschließend
haben sie sich die Spritzigkeit mit Sprintprogrammen
erarbeitet. „Wir sind auf einem
ähnlichen Level wie nach der Winterpause
im vergangenen Jahr", sagt Hamann.
Und damals startete der KSV Hessen Kassel
mit einem 2:0 beim VfR Aalen in die zweite
Serienhälfte.
Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion,
21.02.2008)