KSV bereit für
die 3. Liga
Am Ende gab's Beifall
und Sekt. Die Löwen - so schien es
- feierten sich am Donnerstagabend selbst,
weil sie die organisatorischen Weichen
in Richtung neue dritte Liga gestellt
hatten. Der DFB, der für die neue
Staffel zuständig ist, hatte den
KSV aufgefordert, seine Satzung in zentralen
Punkten zu ändern. Die Löwen
parierten. Und zwar ohne große Diskussionen
und einstimmig. Vereinschef Jens Rose
strahlte: "Prima. Jetzt müssen
wir uns nur noch sportlich qualifizieren."
"Worum es ging,
hatte Rose vorher den rund 130 anwesenden
Mitgliedern klar gemacht. "Der DFB
will professionell geführte Klubs."
Kontinuität und Sachverstand seien
angesagt. Verweigere man die Vorgaben,
dann gebe es keine Lizenz für die
neue Liga. Wichtigste Änderung: Der
Vorstand wird künftig nicht mehr
von den Mitgliedern gewählt, sondern
vom Aufsichtsrat bestimmt. So wie dies
auch bei großen Wirtschaftsuntemehmen
der Fall ist. Damit soll verhindert werden,
dass ungeeignete Bewerber quasi per Zufall
in führende Positionen gelangen.
Das aber heißt nicht, dass die Mitglieder
nicht mehr gefragt werden. Sie bleiben
zuständig für die Wahl der Personen
für den Aufsichtsrat. Aber auch hier
gibt es neuerdings zusätzliche Regeln:
Ein dreiköpfiger Wahlausschuss, gewählt
wur-den am Donnerstag die Mitglieder Adi
Hildebrandt, Charly Wimmer und Jochem
Weikert, trifft nämlich die Vorauswahl.
Erstmals werden die neuen Bestimmungen
im Sommer angewandt, wenn beim KSV Neuwahlen
anstehen. Jens Rose wird dann seinen Posten
als Vereinschef abgeben und steht für
die Wahl in den Aufsichtsrat zur Verfügung.
Der geschäftsführende Vorstand
soll dann - sofern der Aufstieg gelingt
- zum Teil hauptamtlich tätig sein.
Abgewinkt durch die Mitglieder wurde
zudem eine Satzungsänderung, die
die Voraussetzungen dafür schafft,
dass der KSV seine Erste Mannschaft in
eine eigenständige GmbH ausgliedert.
Vorteil: Ein Konkurs des Vereins wie vor
zehn Jahren wäre dann kaum noch möglich.
Wenn die GmbH sich finanziell übernimmt,
dann würde der Verein für seine
Tochter nur in Höhe seiner Einlagen
haften. Dabei geht es konkret um 25 000
Euro.
Zur aktuellen Situation der Mannschaft:
Sind bis zum Ende der Wechselfrist (31.
Januar) noch Verstärkungen zu erwarten?
Manager Marc Arnold ist optimistisch,
dass Turgay Gölbasi nach seinem glücklosen
Gastspiel beim türkischen Erstligisten
Rizespor zu den Löwen auf Leihbasis
zurückkehrt. Der 24-jährige
Abwehrmann hofft darauf, noch in diesen
Tagen die Zustimmung der Rizespor-Verantwortlichen
zu erhalten. Zudem geht Amold davon aus,
dass der von einigen Zweitligisten umworbene
Torjäger Thorsten Bauer (30) beim
KSV bleibt. Bislang liege keine offizielle
Anfrage von anderen Klubs vor. Arnold:
"Ich denke, dass er uns erhalten
bleibt." Darüber hinaus vertraue
man dem bisherigen Kader.
Deutlich höherer Etatansatz
Die Lizenzunterlagen für die nächste
Saison müssen übrigens bis Ende
Februar beim DFB eingereicht sein. Schatzmeister
Hermann Schmidt geht für den Aufstiegsfall
von einem Etat in Höhe von 3,5 bis
vier Millionen aus. Zurzeit liegen die
Ausgaben und Einnahmen der Löwen
bei knapp zwei Millionen Euro. Die TV-Einnahmen
würden sich um knapp 300 000 auf
620 000 Euro erhöhen, außerdem
er-warten die Verantwortlichen deutlich
mehr Einnahmen über Zuschauer und
Sponsorren, da die dritte Liga als attraktiver
anzusehen sei.
Uli Brehme (HNA-Sportredaktion,
11.01.2008)