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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

KSV bereit für die 3. Liga

Am Ende gab's Beifall und Sekt. Die Löwen - so schien es - feierten sich am Donnerstagabend selbst, weil sie die organisatorischen Weichen in Richtung neue dritte Liga gestellt hatten. Der DFB, der für die neue Staffel zuständig ist, hatte den KSV aufgefordert, seine Satzung in zentralen Punkten zu ändern. Die Löwen parierten. Und zwar ohne große Diskussionen und einstimmig. Vereinschef Jens Rose strahlte: "Prima. Jetzt müssen wir uns nur noch sportlich qualifizieren."

"Worum es ging, hatte Rose vorher den rund 130 anwesenden Mitgliedern klar gemacht. "Der DFB will professionell geführte Klubs." Kontinuität und Sachverstand seien angesagt. Verweigere man die Vorgaben, dann gebe es keine Lizenz für die neue Liga. Wichtigste Änderung: Der Vorstand wird künftig nicht mehr von den Mitgliedern gewählt, sondern vom Aufsichtsrat bestimmt. So wie dies auch bei großen Wirtschaftsuntemehmen der Fall ist. Damit soll verhindert werden, dass ungeeignete Bewerber quasi per Zufall in führende Positionen gelangen. Das aber heißt nicht, dass die Mitglieder nicht mehr gefragt werden. Sie bleiben zuständig für die Wahl der Personen für den Aufsichtsrat. Aber auch hier gibt es neuerdings zusätzliche Regeln: Ein dreiköpfiger Wahlausschuss, gewählt wur-den am Donnerstag die Mitglieder Adi Hildebrandt, Charly Wimmer und Jochem Weikert, trifft nämlich die Vorauswahl. Erstmals werden die neuen Bestimmungen im Sommer angewandt, wenn beim KSV Neuwahlen anstehen. Jens Rose wird dann seinen Posten als Vereinschef abgeben und steht für die Wahl in den Aufsichtsrat zur Verfügung. Der geschäftsführende Vorstand soll dann - sofern der Aufstieg gelingt - zum Teil hauptamtlich tätig sein.

Abgewinkt durch die Mitglieder wurde zudem eine Satzungsänderung, die die Voraussetzungen dafür schafft, dass der KSV seine Erste Mannschaft in eine eigenständige GmbH ausgliedert. Vorteil: Ein Konkurs des Vereins wie vor zehn Jahren wäre dann kaum noch möglich. Wenn die GmbH sich finanziell übernimmt, dann würde der Verein für seine Tochter nur in Höhe seiner Einlagen haften. Dabei geht es konkret um 25 000 Euro.

Zur aktuellen Situation der Mannschaft: Sind bis zum Ende der Wechselfrist (31. Januar) noch Verstärkungen zu erwarten? Manager Marc Arnold ist optimistisch, dass Turgay Gölbasi nach seinem glücklosen Gastspiel beim türkischen Erstligisten Rizespor zu den Löwen auf Leihbasis zurückkehrt. Der 24-jährige Abwehrmann hofft darauf, noch in diesen Tagen die Zustimmung der Rizespor-Verantwortlichen zu erhalten. Zudem geht Amold davon aus, dass der von einigen Zweitligisten umworbene Torjäger Thorsten Bauer (30) beim KSV bleibt. Bislang liege keine offizielle Anfrage von anderen Klubs vor. Arnold: "Ich denke, dass er uns erhalten bleibt." Darüber hinaus vertraue man dem bisherigen Kader.

Deutlich höherer Etatansatz

Die Lizenzunterlagen für die nächste Saison müssen übrigens bis Ende Februar beim DFB eingereicht sein. Schatzmeister Hermann Schmidt geht für den Aufstiegsfall von einem Etat in Höhe von 3,5 bis vier Millionen aus. Zurzeit liegen die Ausgaben und Einnahmen der Löwen bei knapp zwei Millionen Euro. Die TV-Einnahmen würden sich um knapp 300 000 auf 620 000 Euro erhöhen, außerdem er-warten die Verantwortlichen deutlich mehr Einnahmen über Zuschauer und Sponsorren, da die dritte Liga als attraktiver anzusehen sei.

Uli Brehme (HNA-Sportredaktion, 11.01.2008)