HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

Bauer macht die 100 voll

Zu den Ritualen des Thorsten Bauer gehört es, sich vor einem jeden Spiel im Kabinentrakt ein wenig warmzulaufen. Er benutzt dazu keine Fußballschuhe, sondern ganz normale Joggingschuhe. Vor ein paar Wochen hat er die Marke gewechselt. Und seitdem trifft er nicht mehr. Also sagte sein Teamkollege Tobias Willers vor dem so wichtigen Spiel des KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC, er solle es doch wieder mit den alten Tretern probieren. Thorsten Bauer hörte auf den Rat. Zufall oder nicht? Jetzt trifft er wieder.

Und wie! Thorsten Bauer ist zurück und somit der ganze KSV Hessen Kassel. 4:0 am Samstag vor 3700 Zuschauern, gefestigt in der oberen Tabellenhälfte nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg. Es scheint, als hätten die Kasseler den glücklosen Oktober hinter sich gelassen und knüpften nun an die erfolgreichen Monate davor an. Der beste Beweis: Thorsten Bauer schießt wieder das 1:0 in Heimspielen. Diesmal dauerte es nur sieben Minuten. Der 30-Jährige stand nach einer Ecke am langen Pfosten. Der Ball flog durch den Strafraum, es gab genügend Spieler, die hätten köpfen können. Aber der Ball wollte nur zu Thorsten Bauer - als ob sich Minuspol und Pluspol aufeinanderzubewegten. Bauer schob ganz locker ein und sagte später: „Vielleicht habe ich mit dem Alter einfach die Erfahrung und weiß, wo ich stehen muss." Er lief danach zu Tobias Willers und jubelte mit seinem Tippgeber, der diesmal nur auf der Bank saß. Irgendwann auf dem Weg zu Willers dachte Bauer auch kurz an sein Jubiläum, wie er nachher erzählte: Das 1:0 war zugleich sein 100. Pflichtspieltor im Trikot des KSV Hessen.

Er setzte noch einen drauf - in einer Phase, in der die Löwen Chancen des Gegners zuließen und ihren schwungvollen Fußball zu Beginn einfach nicht mehr praktizierten. Da kam Bauer in der 45. Minute gerade recht. Nach Denis Bergers Flanke köpfte er den Ball mit Wucht ins lange Eck: an die Unterkante der Latte und schließlich ins Netz. Es ist gut möglich, dass dieser Treffer mal wieder in der Sportschau landet. Es war einer der Marke „Tor der Woche" - und einer der Marke „ganz wichtig".

Denn nach dem Seitenwechsel hat der KSV nicht mehr viel zugelassen, wie auch Trainer Matthias Hamann konstatierte. Spätestens nach der vergebenen Kopfballchance von Mathias Fetsch in der 60. Minute stellten die Karlsruher ihre Bemühungen ein, auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen zu bleiben. Sie überließen einem ehemaligen Mitspieler die Rolle des Hauptakteurs für das Finale: Erich Strobel.

Gegen seinen alten Verein verdoppelte der Stürmer seine Torausbeute in dieser Saison auf vier. Es gehört aber zu dem Phänomen Bauer, dass nach dem 3:0 erneut fast alle mehr über ihn redeten als über Strobel. Denn Bauer legte seinem Sturmkollegen den Ball in der 73. Minute mustergültig auf. Strobel verriet nachher: „In der Pause hat er das sogar angekündigt."

Nach dem 4:0 durch Erich Strobel in der 85. Minute waren die Treffer am Ende gerecht verteilt unter den KSV-Angreifern. Die Fans feierten nach dem Schlusspfiff beide - und stellten fest: „Der KSV ist wieder da!"

Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 05.11.2007)