Was macht eigentlich
... Karl Bönisch?
Kassel im April 1987,
es ist ein sonniger Dienstag. Trotzdem
brennen die Füße schon auf
dem Weg zum Training, denn jeder Dienstag
ist „Schweinetag“. Ein Begriff,
den Trainer Werner Biskup eingeführt
hat, um den drohenden Abstieg des KSV
Hessen Kassel aus der 2. Bundesliga zu
verhindern, was allerdings fehlschlug.
Das Kämpfen war
Karl Bönisch nicht fremd, auch wenn
ihm das Spielerische beim Fußball
wichtiger war. 1980 wechselte der 20-Jährige,
wieselflinke Offensivspieler im linken
Mittelfeld von seinem Heimatverein SG
Frielendorf zu den Amateuren des KSV,
wo er sich auf Anhieb durchsetzen konnte
und 1981 zu seinen ersten Einsätzen
beim KSV in der 2. Bundesliga kam. Von
1982 bis 1984 war er Stammspieler unter
den Trainern Timo Konietzka und Jörg
Berger und erlebte den Höheflug des
KSV mit zwei Vierten Plätzen in der
2. Bundesliga mit einem ständig rappelvollen
Auestadion. „Der Bart muss ab!“,
waren damals seine Mannschaftskollegen
im Trainingslager auf der Jagd nach dem
offensichtlichsten Erkennungsmerkmal von
Karl Bönisch. Der zeigte sich wenig
begeistert, worauf schnell der „Hut“
für einen höheren Anreiz rum
ging. Aber weder die gesammelten 150 DM,
noch ein Bier, was er sowieso nie trank,
konnten ihn dazu verleiten.
1984 wechselte er zum
Freiburger FC, kam aber nach nur einem
Jahr zurück zum KSV Hessen Kassel.
Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga
1987, spielte er für zwei Jahre zwei
Klassen tiefer bei Eintracht Baunatal,
denn seine Umschulung vom Fotograf zum
Programmierer stand von nun an im Vordergrund.
Heute lebt Karl Bönisch in Fuldabrück
und arbeitet als Abteilungsleiter bei
der IT-Firma GLS in Bad Hersfeld.
Tim Siebrecht (Stand:
September 2005)