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Oberliga Hessen 2004/05, Testspiel
 

1. FC Lokomotive Leipzig - KSV Hessen Kassel

2:6 (1:2)

Sonntag, 20.03.2005 - 16:20 Uhr
Bruno-Plache-Stadion Leipzig

1. FC Lokomotive Leipzig
KSV Hessen Kassel
René Koslowski (46. Bänsch / 76. Hillie)
Ronald Kreer (46. Hänisch)
Jens Rose (46. Artur Tews)
Frank Baum (46. Winkler)
Kracht (46. Hennig)
Brestrich (46. Trommer)
Steffen Freund (46. Matthias Rudolph)
Heiko Scholz (26. Altmann / 46. René Heusel)
Holger Brich (46. Sebastian Busch)
Matthias Liebers (46. Schreiber / 86. Richter)
Schöne (46. Rienaß)
Werner (46. Dirk Vogt)
Bernd Hobsch (46. Spiotta)
Kühn (46. Frank Wimberger)
Jürgen Rische (46. Thorsten Bauer)
Trainer: Hans-Ulrich Thomale / Lisiewicz
Trainer: Bernd Sturm
Spielstatistik
Tore: 1:0 Hobsch (5.), 1:1 Freund (31.), 1:2 Brich (37.), 1:3 Bauer (57.), 2:3 Wimberger (69.), 2:4 Chalaskiewicz (72.), 2:5 Bauer (86.), 2:6 Cesar (90.) - Schiedsrichter: Küster (Wellaune) - Zuschauer: 4.170
Spielbericht

Benefiz-Reise war ein voller Erfolg

Für die Fußballer des KSV Hessen war die Messestadt Leipzig am Sonntag wirklich eine Reise wert. Die Löwen gewannen - wie bereits kurz berichtet - das Benefizspiel zu Gunsten der Flutopfer in Sri Lanka gegen den gastgebenden 1. FC Lok Leipzig mit 4:1. Die Kasseler Treffer erzielten Bauer (2), Chalaskiewicz und Cesar. Zuvor hatte die durch Jürgen Rische, Marc Arnold und Steffen Freund verstärkte Traditionsmannschaft des KSV mit 2:1 ebenfalls gesiegt. Unter den 4170 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion befand sich auch Hans-Ulrich Thomale, der Trainer beider Mannschaften war, und der im Dezember 2004 zusammen mit seiner Ehefrau Regine im Urlaub in Thailand Opfer des Tsunami wurde.

Am Montag konnte Lok-Vorsitzender Steffen Kubald telefonisch die frohe Botschaft nach Kassel übermitteln, dass die Veranstaltung einen Reinerlös von 17000 Euro - darunter eine 5000-Euro-Spende des Unternehmens von Michael Thomale - erzielt hatte.

BF (HNA-Sportredaktion, 22.03.2005)

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Spielbericht

18.000 Euro für die Waisenkinder der Flutkatastrophe in Sri Lanka - das ist die wichtigste Zahl des Benefiz-Krachers des 1. FC Lokomotive Leipzig vor satten 4.170 Fans (darunter 100 KSV-Anhänger) im Bruno-Plache-Stadion gegen den KSV Hessen Kassel. Erfolgstrainer Uli Thomale war schon vor dem Anpfiff total gerührt und hatte Tränen in den Augen. Schließlich erlebte das Lok-Idol die Flutkatastrophe in Asien am eignen Leib (er wurde, wie seine Frau, schwer verletzt). So interessierte das "offizielle Endergebnisse" an diesem sonnigen Nachmittag nur die Wenigsten. Zunächst trafen die Oldies in den ersten 45 Minuten aufeinander (1:2), danach spielten die aktuellen Teams (11. Liga gegen Oberliga) auf Wunsch beider Trainer 2 x 30 Minuten - und die Loksche bot beim 1:4 eine sehr beachtliche Leistung. Insgesamt kam ein sehr unterhaltsames 2:6 heraus! Auch wenn die Stimmung an diesem Tag manchmal nicht überragend war, erlebten alle Fans einen denkwürdigen Tag in Probstheida.

Wegen des hohen Zuschauerandrangs begann die Veranstaltung im Bruno-Plache-Stadion mit knapp 20-minütiger Verspätung. Doch Langeweile kam nicht auf - schließlich blieb so genug Zeit, alle Promis ausführlich den Fans vorzustellen. Bei der Loksche waren mit Rekordnationalspieler Ronald Kreer und den Lok-Ikonen Frank Baum und Matthias Liebers prominente Akteure dabei. Zudem traten auch Heiko Scholz und Bernd Hobsch wieder für den 1. FC Lok an den Ball. Bei den Gästen meldete sich leider Torwart-Legende Toni Schumacher kurzfristig krank - auch Torsten Gütschow fehlte. Dafür kickte mit Steffen Freund sogar ein Europameister mit - dazu u.a. noch die bekannten Stürmer Jürgen Rische (Leihgabe der Loksche) und Mittelfeldspieler Marc Arnold (früher Hertha BSC).

Bereits nach fünf Minuten durften die heimische Fans zum ersten Mal jubeln, als Sturmtank Bernd Hobsch per Heber aus 9 Metern zum 1:0 traf. Kurz darauf versuchte sich auf der Gegenseite Jens Rose, der deutlich über das Tor von Keeper René Koslowski schaufelte (12.). In der 15. Minute tanzte Lok-Legende Matthias Liebers seinen Gegenspieler schwindlig und zielte nur knapp rechts vorbei. Auf der Gegenseite tauchte Stürmer Jürgen Rische frei vor Koslowski auf, doch der Lok-Keeper klärte die Kugel noch zur Ecke (23.). Nur fünf Minuten später wieder eine spektakuläre Szene des Torjägers: Per Seitfallzieher aus 8 Metern traf Rische nur den rechten Pfosten. In der 31. Minute dann aber der verdiente Ausgleich für Kassel durch den ehemaligen Europameister Steffen Freund per Gewaltschuss. Kassel blieb im Kick der beiden Allstar-Teams nun weiter am Drücker und besaß durch Jürgen Rische (Kopfball links vorbei/36.) erneut eine sehr gute Torchance. Nur 60 Sekunden später erzielte Holger Brich (über 200 Einsätze für Hertha BSC) den 1:2 Siegtreffer aus 12 Metern. Als die 45 Minuten fasst vorbei waren, hatte Bernd Hobsch die große Gelegenheit zum 2:2 Ausgleich, doch der Stürmer zirkelte die Kugel rechts vorbei - und ärgerte sich nach dem Schlusspfiff kräftig darüber.

Nach einer kleinen Pause ging es mit den aktuellen Teams über 2 x 30 Minuten weiter. Lok-Trainer Rainer Lisiewicz setzte gegen den Oberligisten (u.a. mit dem ehemaligen Rostocker Slawomir Chalaskiewicz in seinen Reihen) auf seine beste Formation. Und das sollte sich in den Anfangsminuten, trotz einer Großchance von Julio Cesar Da Rosa (4.) bezahlt machen. Die Lok-Kicker hielten gut dagegen und besonders René Heusel und Sturmpartner Dirk Vogt tauchten ein ums andere Mal gefährlich vor dem Gäste-Keeper auf. In der 57. Minute dann aber doch das 1:3 für die Gäste durch Thorsten Bauer (aus 8 Metern). Vier Minuten später versuchte sich wieder Cesar in aussichtsreicher Position, doch aus 12 Metern zielte er rechts am Tor von Michael Bänsch vorbei. Dann die 65. Minute und eine Riesenchance für die Loksche: Erst scheiterte Dirk Vogt, doch Torjäger René Heusel hielt die Kugel im Spiel - legte noch mal rüber zu Neuzugang Dirk Vogt - wieder nicht drin. 120 Sekunden später der Versuch von Freistoß-Gott Frank Wimberger, aber Keeper Nicolas Heidtke zeigte beim Freistoß aus 18 Metern eine klasse Parade. In der 69. Minute durfte "Wim" aber noch einmal ran - und führte einen Freistoß aus 19 Metern ganz schnell aus. Drin war das Ding - nur noch 2:3! Drei Minuten später rückte Kassel durch einen spektakulären Treffer von Chalaskiewicz die Verhältnisse mit dem 2:4 wieder gerade.

In der zweiten Halbzeit der aktuellen Teams konnte Kassel durch Thorsten Bauer (86.) und Julio Cesar Da Rosa (91.) noch auf den 2:6 Endstand erhöhen. Fünf Minuten vor dem Spielende besaß Sturmglatze Ronny Richter eine Riesenchance zum dritten Lok-Treffer, doch nach toller Vorarbeit von Dirk Vogt blieb Richter beim Volleyschuss zu unentschlossen und die Chance war frei vor dem Tor vertan.

Fazit: Eine tolle Veranstaltung - vor allem für die Waisenkinder in Sri Lanka, die sich über satte 18.000 Euro freuen können. Toll auch wieder die alten Lok-Legenden auf den Platz zu sehen - und wir dürfen uns schon auf die nächsten Einsätze alter Haudegen freuen. So wird Wolfgang Altmann bereits in zwei Wochen, beim Punktspiel gegen den FSV Automation, wieder für die Loksche auflaufen. Für den Stammkader der aktuellen Lok-Mannschaft geht es aber schon am Donnerstag mit dem Testspiel in Torgau (gegen eine Stadtauswahl) weiter, bevor am Ostersamstag das Nachholspiel gegen die Paunsdorf Devils auf dem Programm steht.

Ronny John - http://www.vfb-leipzig.de