Noch
einmal Fußballfest zum Saisonabschluß
Starke Löwen
überrennen Borussen nach der Pause.
Ende gut, alles gut für
den KSV Hessen? Fast. Denn als nach dem klaren
4:1 (1:1)-Sieg über Borussia Fulda die
Fans den Rasen des Auestadions stürmten,
da schlich so doch etwas Wehmut mit in die
Herzen der Löwen-Spieler.
"Es wäre ein Traum
gewesen, wenn wir heute hier das echte Endspiel
um die Meisterschaft bestritten und so gewonnen
hätten", ließ ein nachdenklicher
Thorsten Schönewolf verlauten, um festzustellen:
So war es wenigstens ein versöhnlicher
Saisonabschluss. Ja, das war es auf jeden
Fall, das Spiel gegen den Tabellennachbarn
aus Fulda, der nach dieser Saison den Weg
in die Landesliga antreten muss (siehe Artikel
unten). Doch im vorerst letzten Oberligaspiel
zeigten die Domstädter zumindest in Halbzeit
eins ihre Klasse. Schnelles Konterspiel mit
offensivem Mittelfeld (Gerster, Unger) und
drei (!) Angriffsspitzen. Da endete die wilde
Jagd zwar sehr oft im Abseits, auch musste
Torwart Zoran Zeljko zweimal per Fußabwehr
glänzend parieren, doch einmal fanden
die Borussen ihr Ziel.
Kurz vor der Halbzeit traf
A-Jugendspieler Pfeiffer nach einem Lattentreffer
von Bunzenthal ins Kasseler Tor. Das reichte
aber nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich,
denn die Löwen hatten bereits vorgelegt.
Durch Adem Usta, der nach einem abgefälschten
Freistoß von Radler den Ball artistisch
ins Gästetor bugsierte (10.). Eine verdiente
Führung der ohne die verletzten Chalaskiewicz,
Krause und Cesar angetretenen Kasseler, die
ihre Führung eigentlich noch rasch hätten
ausbauen müssen. Aber der diesmal in
der ersten Hälfte stark aufspielende
Tobi Nebe traf mit einem Weitschuss nur den
Pfosten und Artur Tews setzte den Nachschuss
am Tor vorbei ins Aus (12.). Und beide Akteure
vergaben weitere Chancen: Nebe fand mit strammem
Schrägschuss (18.) und nach schönem
Solo (43.) in Borussen-Keeper Gurski seinen
Meister. Tews zielte noch einmal freistehend
übers Tor (30.).
Aber was solls, wenn man
einen Usta in Bestform hat. Acht Minuten nach
dem Seitenwechsel verwertet dieser ein hohes
Anspiel von Busch zum 2:1. Ustas zehntes Saisontor.
Ja es läuft prima. "Ich hoffe, das
bleibt auch in der kommenden Saison so",
freute sich der später unter viel Applaus
für Julio Cesar ausgewechselte Stürmer.
"Durch die zwei schnellen Tore des KSV
lief es bei uns nicht so. Und nach dem 3:1
ist meine Mannschaft zusammengebrochen",
musste Fuldas Trainer Andrzej Rudy zerknirscht
eingestehen. Nach dem tollen Lupfer von Thorsten
Bauer zum 3:1 (der 28. Treffer des Torschützenkönigs)
war die Borussen-Abwehr nur noch ein Spielball
der immer stärker auftrumpfenden Löwen.
Umjubelter Schlusspunkt: Abwehrspieler Nico
Radler krönte seine tadellose Leistung
mit einem plazierten Kopfball zum 4:1.
Von Rolf Wiesemann (HNA-Sportredaktion,
06.06.04)
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