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Baunatals Jagd auf
die Löwen
Fußball-Oberligist
lockt mehrere Spieler des Nachbarn KSV Hessen.
"Natürlich verstehe
ich, dass sie Chala wollen. Erfolgreiche Spieler
wecken Begehrlichkeiten. Deshalb wollen wir
ihn ja auch behalten." Betont gelassen
reagiert Jörg Schmidt, Manager des KSV
Hessen Kassel, auf das Interesse des KSV Baunatal
an Slawomir Chalaskiewicz.
Ein wenig erstaunt allerdings
ist Schmidt schon. Und nicht nur der. Denn
in Baunatal setzt offensichtlich ein Richtungswechsel
ein. Die VW-Städter gehen in die Offensive.
"Wir wollen was bewegen", sagt der
neue Manager Andreas Niedling.
Und das Interesse richtet
sich vor allem auf den Kader des Nachbarn
aus Kassel. Sandiford haben sie schon, Chalaskiewicz
wollen sie noch. Doch das ist nur der Anfang
bei der Jagd auf die Löwen. Niedling
spricht offen über weitere Namen. Silas
Owusu natürlich. Nico Steffen, der den
Abgang von Daniel Beyer zu den Hessen kompensieren
könnte. Doch auch Thorsten Schönewolf,
dessen Vertrag bei den Löwen ausläuft,
und Zoran Zeljko sind für Niedling interessant.
Vor allem im Falle des Torhüters hat
der Manager konkrete Vorstellungen: "Er
würde uns mit seiner Routine weiterhelfen.
Und als Trainer in unserer Jugendarbeit könnte
ich ihn mir auch gut vorstellen." Zeljko
selbst sagt dazu: "Mit mir hat noch niemand
konkret gesprochen." Allerdings wohl
auch noch niemand bei den Löwen.
Baunatals Trainer Bernd Lichte
hält sich in Personalfragen bedeckter.
Dringenden Verstärkungs-Bedarf sieht
er aber auch: "Vor allem im Angriff müssen
wir etwas tun." Frank Höhle hört
auf, Lichte-Sohn Henning wird wohl zu Mainz
05 wechseln. Vellmars Jörg Odensaß
ist deshalb im Gespräch. Lichte selbst
nennt Tobias Nebe, der hier seine bisher beste
Zeit hatte. Und Niedling setzt noch einen
drauf: "Mit Fliedens Sascha Gies haben
wir bereits gesprochen. Bleibt die Frage,
wer das alles bezahlen würde. Es geht
nicht allein um Geld. Wir bieten ein intaktes
Umfeld. Und können vielleicht auch bei
der Jobsuche helfen", sagt Niedling.
Ums Geld geht es auch für Jörg Schmidt:
"Ich muss das Wohl des gesamten Vereins
im Auge haben, nicht nur das einzelner Spieler."
Soll heißen, dass der Löwen-Manager
nicht bereit ist, jede Summe zu zahlen, um
Spieler zu halten. Schmidt sagt aber auch:
"Wir werden auf keinen Fall zulassen,
dass bei uns gewildert wird."
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
10.5.04) |