Tobias Nebe vor
Wechsel zum KSV Hessen?
Bei Rot-Weiß Erfurt
lief für den jungen Mittelfeldspieler
bisher alles schief.
Am Mittwoch, beim Spiel des KSV Hessen
gegen den KSV Baunatal, war er Tribünengast
im Auestadion. Und Gegenstand manches
Gespräches. Tobias Nebe, der im Sommer
vom KSV Baunatal zum Regionalligisten
Rot-Weiß Erfurt wechselte, könnte
überraschend schnell ein Löwe
werden. Fest steht jedenfalls, dass der
21-Jährige seinen Vertrag bei den
Thüringern auflösen möchte.
"Ich habe kein Vertrauen mehr",
sagt er.
Was ist passiert? In Erfurt lief für
den Mittelfeldspieler von Beginn an alles
schief. Als Tobias Nebe einen Wechsel
zum Regionalligisten verkündete,
da wollte er nach einer überragenden
Saison in der Oberliga eigentlich einen
wichtigen Schritt Richtung Profitum machen.
Knapp drei Monate später aber könnte
das Kapitel Erfurt enden, bevor es überhaupt
richtig begonnen hat. Nebe hat bei den
Thüringern kein einziges Mal an den
Ball getreten. Begonnen hat alles mit
einem Lauftraining. "Ich wollte fit
sein und habe selbst etwas gemacht",
erzählt er. Doch die neuen Laufschuhe
drückten - mit böse Folgen:
Eine Entzündung der Achillessehne.
Beim Trainingsauftakt fehlte Nebe. Und
das kam bei den Erfurtern nicht gut an.
"Ich habe überhaupt keine Unterstützung
bekommen. Die haben mich nach der Verletzung
links lassen", so schildert Nebe
seine Sicht der Dinge.
Der Reha in Kassel folgten zwei Wochen
Aufenthalt in Erfurt. Dann erklärten
die Rot-Weißen, dass sie Nebe für
Juli kein Gehalt zahlen würden. "Ich
hätte freiwillig auf einen Teil des
Gehaltes verzichtet. Aber das konnte ich
nicht akzeptieren", sagt Nebe. Löwen-Trainer
Thomas Freudenstein würde eine Verpflichtung
Nebes gerne sehen: "Mit seiner Torgefährlichkeit
wäre er ein echte Verstärkung
für uns."
(FRZ, HNA-Sportredaktion, 15.08.2003)