HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

Viele Leute denken, dass Du aus Thüringen stammst. Woher kommst Du ursprünglich?

Sebastian Busch: Ich bin gebürtiger Kasseler und in Kassel und später in der Nähe von Eschwege aufgewachsen. Viele denken, dass ich aus Thüringen komme, weil ich dort so lange gespielt habe. Als 14-Jähriger bin ich von meinem Jugendverein JSG Sontratal für vier Jahre in die Jugend von Rot-Weiß Erfurt gewechselt. Im Seniorenbereich habe ich dann mit Wacker Gotha zwei Jahre in der Oberliga Nordost gespielt, bevor ich zum KSV nach Kassel gekommen bin.

Wie kam es zu Deinem Wechsel nach Erfurt in diesem jungen Alter?

Sebastian Busch: Unser damaliger Torwart von Sontratal war nach Erfurt gewechselt und hat mich zu einem Probetraining mitgenommen. Ich konnte dabei so überzeugen, dass sie mich in die Erfurter Jugendsportschule aufgenommen haben. Ich war dort drei Jahre auf dem Internat, wo ich Fußball und Schule verbinden konnte. In Hessen hatte ich unter anderem mit Artur Tews noch ab und zu in der Landesauswahl gespielt, in der Thüringer Auswahl war ich dann sogar Stammspieler. Dreimal waren wir in Duisburg zum Länderpokal und sind einmal sogar Zweiter geworden.

Ging die Initiative für den Wechsel von Dir aus oder von Deinen Eltern?

Sebastian Busch: Es war allein meine Entscheidung, allerdings haben mich meine Eltern dabei sehr gut unterstützt. Mein Vater ist auch heute noch bei den meisten Spielen dabei. Im Nachhinein habe ich den Schritt, so früh von zu Hause auszuziehen, nie bereut und würde es wieder tun. Ich bin schnell selbstständig geworden und konnte unter professionellen Verhältnissen Fußball spielen.

Hattest Du eine Perspektive auf die Regionalligamannschaft von Erfurt?

Sebastian Busch: Es war schwer in diese Mannschaft zu kommen. Am Ende wurden auch keine Jugendspieler mehr in die Mannschaft geholt und bevor ich mit der zweiten Mannschaft Landesliga spiele, habe ich mich für Gotha und somit für die Oberliga entschieden. Gotha war in dieser Saison aufgestiegen und da habe ich die bessere Perspektive gesehen. Im ersten Jahr waren wir neunter, im zweiten Jahr sind wir leider abgestiegen. Der Verein hatte schon im Winter Insolvenz angemeldet und somit war der Abstieg frühzeitig klar.

Wie kam Dein Wechsel nach Kassel zustande?

Sebastian Busch: Da ich in Gotha Profi war, habe ich mich zunächst arbeitslos gemeldet. Irgendwann kam dann der Anruf von Klaus Hennemann, der mich für ein Probetraining eingeladen hat. Für mich hat in Kassel alles gepasst und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich habe zwar die großen Zeiten des KSV nicht mitbekommen, kenne den Verein aber durch die Aufstiege in den letzten Jahren und war auch beim Aufstiegsspiel gegen Lohfelden im Nordhessenstadion. Wir hatten an diesem Tag spielfrei und da habe ich mir das Spiel angeguckt.

Beim KSV hast Du bisher so überzeugende Leistungen gebracht, dass Dich sogar ein Gästetrainer auf der Pressekonferenz in höchsten Tönen gelobt hat.

Sebastian Busch: Das hat mich natürlich geehrt und stolz gemacht. Bei meinem Wechsel nach Kassel war es schon mein Anspruch, einen Stammplatz zu erkämpfen. Dass die Hinrunde aber so gut läuft, hatte ich nicht erwartet. Mein positives Image bei den Fans habe ich mir aber auch durch Leistung und viel Training erarbeitet. Ich mache, bis auf den Freitag vorm Spiel, meine zwei Trainingseinheiten pro Tag. Zusätzlich gehe ich zweimal die Woche zum Krafttraining.

In Gotha hast Du gegen den Abstieg gespielt, beim KSV geht es um den Aufstieg. Was ändert dies in Deiner Spielweise?

Sebastian Busch: In Gotha haben wir die Bälle meist weit raus gehauen, nach dem Motto: „so lange der Ball vorne ist, kann uns hinten nichts passieren“. In Kassel muss man das Spiel gestalten. Ich spiele hier in meiner Wunschposition: defensives Mittelfeld, obwohl ich mir auch zu traue, auf anderen Positionen zu spielen. Als „Staubsauger“ vor der Abwehr kann ich aber meine Qualitäten am besten ausspielen, weil ich läuferisch und kämpferisch stark bin. Wo ich mich noch verbessern will, ist das Spiel nach vorne, bzw. die Spieleröffnung. Da muss ich noch hart arbeiten. Außerdem habe ich in den letzten drei Jahren in der Oberliga noch kein Tor geschossen.

Gefällt es Dir, dass man als Spieler des KSV so in der Öffentlichkeit steht?

Sebastian Busch: Mir gefällt das schon, aber nur in einem gewissen Rahmen. Es gibt mit Sicherheit andere Spieler, denen das mehr gefällt. Ich bin vom Typ her ruhiger und konzentriere mich in erster Linie auf meine sportliche Leistung.

Was hat ein großes Publikum für eine Wirkung auf Dich als Spieler?

Sebastian Busch: Mich motiviert das natürlich. Wir haben auch in der Oberliga Nordost gegen die Traditionsvereine aus Leipzig und Dresden viele Zuschauer gehabt. Hier in Kassel haben wir ein sehr gutes und lautstarkes Publikum. Da macht es Spaß, vor diesen Fans zu spielen.

Vor dem Spitzenspiel gegen Darmstadt hieß es, dass Du Dich von Deiner Muskelzerrung erholt hast. Trotzdem wurdest Du erst kurz vor Schluss eingewechselt.

Sebastian Busch: Für mich war es trotz der Verletzung eine große Enttäuschung, dass ich erst kurz vor Schluss eingewechselt wurde. Ich freue mich natürlich über unseren Sieg, denn am Ende zählt nur der Erfolg der Mannschaft. Ich hoffe aber, dass ich mir meinen Stammplatz aus der Hinrunde zurück erkämpfen kann.

Wie stellt ihr euch nach diesem grandiosen Sieg nun auf die vermeintlich kleinen Mann-schaften ein?

Sebastian Busch: Da wird uns unser Trainer schon auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Ich glaube auch nicht, dass jetzt irgendein Spieler überheblich wird, weil wir in Darmstadt 4:3 gewonnen haben. Wir wissen, dass dieser Sieg umsonst war, wenn wir jetzt die Punkte gegen die „kleinen“ Mannschaften verlieren.

Wie siehst Du die Chancen des KSV im Hessenpokal?

Sebastian Busch: Das Programm ist natürlich hart: Gründonnerstag in Darmstadt, bei einem Sieg wahrscheinlich in Offenbach und dann Wehen. Trotzdem rechne ich uns auch in diesen Spielen Chancen aus. Allerdings hat für mich die Meisterschaft die Priorität. In erster Linie will ich in die Regionalliga, der Pokal wäre eine schöne Zugabe.

Planst Du Deine Zukunft in Kassel?

Sebastian Busch: Ich habe für zwei Jahre unterschrieben und bin hier sehr zufrieden. Deshalb kann ich mir auch gut vorstellen, noch länger hier zu spielen. Vor allen Dingen, wenn wir den Aufstieg schaffen.

Tim Siebrecht