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Torefestival
im Löwenkäfig
Schluß,
Aus und vorbei. In der dritten Pokalrunde
auf Kreiseebene verlor der KSV Hessen am Mittwochabend
gegen den Oberligisten KSV Baunatal mit 3:7.
1600 Zuschauer
- tolle Kulisse; 3:7 fette Klatsche - das
sind die nackten Fakten eines hochinteressanten
Fußballabends. Statt vom Pokalfinale
im ausverkauften Olympiastadion zu träumen,
können sich die Löwen nun auf Süsterfeld,
Vollmarshausen und Heiligenrode in der Bezirkliga
konzentrieren.
Vorweg gesagt
- es war ein tolles Spiel. Auch wenn die junge
Mannschaft des KSV Baunatal am Ende deutlich
gewann, kein Löwen-Fan brauchte enttaüscht
nach Hause zu gehen. Auch als das Spiel bereits
zugunsten des Oberligisten entschieden war,
die Löwen steckten nie auf, zeigten der
Rekordkulisse auf dem G-Platz weiter tollen
Angriffsfußball. Wäre das Spiel
anders gelaufen, wenn der KSV Hessen das 1:0
in die Halbzeit gerettet hätten? Bei
allen wenn und aber, die Pampers-Truppe von
Bernd Lichte schien immer in der Lage zu sein,
noch eine Schippe drauf zu legen. So wurde
es ein munteres Spielchen, ohne das allzuviel
auf lästige Sachen wie Defensivarbeit
und Deckungsverhalten geachtet wurde. Viele
Individuelle Fehler würzten das Ganze,
so dass viele Törchen fielen - fast wie
damals beim Kicken auf dem Schulhof.
Beide Mannschaften
begannen nervös, Abtasten in den ersten
Minuten - wobei Baunatal meist Chef im Ring
war. Thorsten Bauer, Ex-Goalgetter von Olympia
hatte die ersten Möglichkeiten, die Löwen-Abwehr
wackelte bedenklich. Trainer Jörg Müller
mußte auf Burjan (Urlaub), Eplinius
(Beruflich in Hamburg), Albert, Kumpe und
Breuer (alle verletzt) verzichten - dazu noch
Mario Schäfer, der erst in einigen Wochen
wieder mit dabei sein wird. Im Tor stand Patrick
Stern - und der Vertreter vom leicht verletzten
Thorsten Landsberger zeigte Nerven.
In der 16.
Minute vertändelte er den Ball, doch
Bauer war so überrascht, daß er
den Ball neben das Tor bugsierte. Nach ungefähr
20 Minuten bekamen Freudenstein und Co die
Jungspunde aus der Nachbarstadt besser im
Griff. Man störte früh, ließ
den VW-Städtern nun weniger Platz als
in der Anfangsphase und erkämpfte sich
die ersten Chancen. 22. Minute Wolf volley,
28. Minute Jevtic freistehend und nur drei
Minuten später ein schöner Drehschuß
von Lienhop - langsam kam Stimmung auf. In
der 34. Minute war es dann soweit. Wolf mit
einem plazierten Schuß von der rechten
Seite, Brill im Baunataler Tor greift ins
Leere, Lienhop auf der Torlinie frei - 1:0.
Doch der
Jubel von mehr als 1300 Löwen-Fans währte
genau 50 Sekunden. Nach einem Abwehrfehler
erzielte Andezion das 1:1 und nur weitere
60 Sekunden später lag Baunatal sogar
in Front. Nach einem Zauberpaß von Isaias
Zarei auf den bemerkenswert freistehenden
Jens Lattemann hatte Stern nicht die Spur
einer Chance - 1:2. Innerhalb von 110 Sekunden
drei Tore, Baunatal schien jetzt Ernst zu
machen. Die Löwen jetzt wie das Kaninchen
vor der Schlange - und diese biß vor
der Pause noch ein drittes Mal zu. 45. Minute,
Thorsten Bauer erneut sträflich ungedeckt
- 1:3 - die Messe schien gelesen.
In Durchgang
zwei weiter Baunatal am Drücker. Bauer,
Büchling und Usta hätten das Ergebnis
bereits deutlich nach oben schrauben können,
doch erst in Minute 57 Tor Nummer vier durch
den brandgefährlichen Thorsten Bauer.
Wenige Sekunden später Usta mit dem 5:1
und siehe da, auch einige wenige Baunataler
Fans waren nun zu hören. Es spricht für
die Mannschaft von Jörg Müller,
daß sich nun keiner willenlos abschlachten
ließ. Die Löwen zeigten Zähne
und zwickten Baunatal noch zweimal ins Fell.
Lienhop und Radler mit zwei schönen Törchen,
es war richtig was los.
Wer noch
von der ganz großen Wende geträumt
hatte wurde enttäuscht. Nur wenige Sekunden
nach dem 3:5 konnte Lattemann den alten Abstand
wieder herstellen. Die Partie war gelaufen,
doch der KSV Hessen spielte nun munter mit,
ohne die Nervosität des ersten Durchgangs.
Insbesondere der eingewechselte Andre Zuschlag,
der für den enttäuschenden Stipe
Jevtic kam, spielte rotzfrech, hatte das eine
oder andere Tor auf dem Schlappen. Doch den
Schlußpunkt setzte die Lichte-Elf. Usta
fast mit dem Schlußpfiff, 7:3, das war`s
dann. Der Baunataler Sieg war verdient, das
Spiel hätte auch 5:9 oder 7:10 ausgehen
können. In jedem Fall gab es viel Fußball
fürs Geld.
Stimmen
zum Spiel:
Jörg
Müller (Trainer KSV Hessen): Wir waren
in der ersten Halbzeit zu ängstlich und
zu nervös, machten unnötige Fehler.
In der zweiten Halbzeit wars dann besser.
Bernd Lichte
(Trainer KSV Baunatal): Unser Defensivverhalten
war schwach, doch wir wollten heute Tore schießen.
Was sollen wir vor soviel Zuschauern mauern
und dann clever 2:0 gewinnen, da ist mir so
ein 7:3 lieber. Im Punktspiel sieht sowas
dann wieder ganz anders aus.
Oliver Zehe |