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<<< 2. Runde
Kreispokal 1999/00, Viertelfinale

KSV Hessen Kassel - KSV Baunatal

3:7 (1:3)

Mittwoch, 04.08.1999
G-Platz Kassel

KSV Hessen Kassel
KSV Baunatal
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Trainer: Jörg Müller
Trainer: Bernd Lichte
Spielstatistik
Tore: 1:0 Lienhop (34.), 1:1 Adezione (35.), 1:2 Lattemann (36.), 1:3 Bauer (45.), 1:4 Bauer (56.), 1:5 Usta (57.), 2:5 Lienhop (61.), 3:5 Radler (63.), 3:6 Lattemann (66.), 3:7 Usta (90.) - Gelb-Rote Karte: Hildebrandt (88.) - Schiedsrichter: Kiefer (BC Sport Kassel) - Zuschauer: 1.600
Spielbericht

Torefestival im Löwenkäfig

Schluß, Aus und vorbei. In der dritten Pokalrunde auf Kreiseebene verlor der KSV Hessen am Mittwochabend gegen den Oberligisten KSV Baunatal mit 3:7.

1600 Zuschauer - tolle Kulisse; 3:7 fette Klatsche - das sind die nackten Fakten eines hochinteressanten Fußballabends. Statt vom Pokalfinale im ausverkauften Olympiastadion zu träumen, können sich die Löwen nun auf Süsterfeld, Vollmarshausen und Heiligenrode in der Bezirkliga konzentrieren.

Vorweg gesagt - es war ein tolles Spiel. Auch wenn die junge Mannschaft des KSV Baunatal am Ende deutlich gewann, kein Löwen-Fan brauchte enttaüscht nach Hause zu gehen. Auch als das Spiel bereits zugunsten des Oberligisten entschieden war, die Löwen steckten nie auf, zeigten der Rekordkulisse auf dem G-Platz weiter tollen Angriffsfußball. Wäre das Spiel anders gelaufen, wenn der KSV Hessen das 1:0 in die Halbzeit gerettet hätten? Bei allen wenn und aber, die Pampers-Truppe von Bernd Lichte schien immer in der Lage zu sein, noch eine Schippe drauf zu legen. So wurde es ein munteres Spielchen, ohne das allzuviel auf lästige Sachen wie Defensivarbeit und Deckungsverhalten geachtet wurde. Viele Individuelle Fehler würzten das Ganze, so dass viele Törchen fielen - fast wie damals beim Kicken auf dem Schulhof.

Beide Mannschaften begannen nervös, Abtasten in den ersten Minuten - wobei Baunatal meist Chef im Ring war. Thorsten Bauer, Ex-Goalgetter von Olympia hatte die ersten Möglichkeiten, die Löwen-Abwehr wackelte bedenklich. Trainer Jörg Müller mußte auf Burjan (Urlaub), Eplinius (Beruflich in Hamburg), Albert, Kumpe und Breuer (alle verletzt) verzichten - dazu noch Mario Schäfer, der erst in einigen Wochen wieder mit dabei sein wird. Im Tor stand Patrick Stern - und der Vertreter vom leicht verletzten Thorsten Landsberger zeigte Nerven.

In der 16. Minute vertändelte er den Ball, doch Bauer war so überrascht, daß er den Ball neben das Tor bugsierte. Nach ungefähr 20 Minuten bekamen Freudenstein und Co die Jungspunde aus der Nachbarstadt besser im Griff. Man störte früh, ließ den VW-Städtern nun weniger Platz als in der Anfangsphase und erkämpfte sich die ersten Chancen. 22. Minute Wolf volley, 28. Minute Jevtic freistehend und nur drei Minuten später ein schöner Drehschuß von Lienhop - langsam kam Stimmung auf. In der 34. Minute war es dann soweit. Wolf mit einem plazierten Schuß von der rechten Seite, Brill im Baunataler Tor greift ins Leere, Lienhop auf der Torlinie frei - 1:0.

Doch der Jubel von mehr als 1300 Löwen-Fans währte genau 50 Sekunden. Nach einem Abwehrfehler erzielte Andezion das 1:1 und nur weitere 60 Sekunden später lag Baunatal sogar in Front. Nach einem Zauberpaß von Isaias Zarei auf den bemerkenswert freistehenden Jens Lattemann hatte Stern nicht die Spur einer Chance - 1:2. Innerhalb von 110 Sekunden drei Tore, Baunatal schien jetzt Ernst zu machen. Die Löwen jetzt wie das Kaninchen vor der Schlange - und diese biß vor der Pause noch ein drittes Mal zu. 45. Minute, Thorsten Bauer erneut sträflich ungedeckt - 1:3 - die Messe schien gelesen.

In Durchgang zwei weiter Baunatal am Drücker. Bauer, Büchling und Usta hätten das Ergebnis bereits deutlich nach oben schrauben können, doch erst in Minute 57 Tor Nummer vier durch den brandgefährlichen Thorsten Bauer. Wenige Sekunden später Usta mit dem 5:1 und siehe da, auch einige wenige Baunataler Fans waren nun zu hören. Es spricht für die Mannschaft von Jörg Müller, daß sich nun keiner willenlos abschlachten ließ. Die Löwen zeigten Zähne und zwickten Baunatal noch zweimal ins Fell. Lienhop und Radler mit zwei schönen Törchen, es war richtig was los.

Wer noch von der ganz großen Wende geträumt hatte wurde enttäuscht. Nur wenige Sekunden nach dem 3:5 konnte Lattemann den alten Abstand wieder herstellen. Die Partie war gelaufen, doch der KSV Hessen spielte nun munter mit, ohne die Nervosität des ersten Durchgangs. Insbesondere der eingewechselte Andre Zuschlag, der für den enttäuschenden Stipe Jevtic kam, spielte rotzfrech, hatte das eine oder andere Tor auf dem Schlappen. Doch den Schlußpunkt setzte die Lichte-Elf. Usta fast mit dem Schlußpfiff, 7:3, das war`s dann. Der Baunataler Sieg war verdient, das Spiel hätte auch 5:9 oder 7:10 ausgehen können. In jedem Fall gab es viel Fußball fürs Geld.

Stimmen zum Spiel:

Jörg Müller (Trainer KSV Hessen): Wir waren in der ersten Halbzeit zu ängstlich und zu nervös, machten unnötige Fehler. In der zweiten Halbzeit wars dann besser.

Bernd Lichte (Trainer KSV Baunatal): Unser Defensivverhalten war schwach, doch wir wollten heute Tore schießen. Was sollen wir vor soviel Zuschauern mauern und dann clever 2:0 gewinnen, da ist mir so ein 7:3 lieber. Im Punktspiel sieht sowas dann wieder ganz anders aus.

Oliver Zehe