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Oberliga Hessen 1991/92, Testspiel
 

KSV Hessen Kassel - SV Waldhof Mannheim

0:1 (0:0)

Sonntag, 23.02.1992
G-Platz an der Damaschkestraße

KSV Hessen Kassel
SV Waldhof Mannheim
Kari Laukkanen (46. Peter Eich)
Norbert Nachtweih (46. Bernd Schindler)
Torsten Wohlert (46. Gerd Dais)
Roland Dickgießer (46. Matthias Blum)
Matthias Lust (75. Thomas Renner)
Norbert Hofmann (78. Lothar Dittmer)
Manfred Schnalke
Stefan Strerath
Richard Naawu (46. Uwe Freiler)
Danny Winkler (46. Erdal Yildiz)
Trainer: Klaus Toppmöller
Spielstatistik
Tor: 0:1 Dittmer (83.) - Schiedsrichter: Müssgen (Kassel) - Zuschauer: 400
Spielbericht

Eine Niederlage, die hoffen läßt

Zwei Wochen vor Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs verlor Fußball-Oberligist KSV Hessen gegen die Zweitliga-Mannschaft SV Waldhof Mannheim mit 0:1 (0:0).

Es gibt auch Niederlangen, die hoffen lassen. Eine solche bezogen die Kasseler „Löwen” gegen eine Elf, die an die Pforte zur Bundesliga klopft: Der SV Waldhof Mannheim, Tabellen-Vierter in der zweiten Bundesliga Süd, gastierte zum Ablösespiel für Dieter Hecking auf dem G-Platz an der Damaschkestraße, wo er durch ein spätes Tor des kurz zuvor eingewechselten Dittmers (83.) mit 1:0 die Oberhand behielt.

Um diesen einen Treffer war das Team von Trainer Klaus Toppmöller, des dreimaligen National-spielers (1976 bis 1979), besser, auch wenn sich die Chancen die Waage hielten. Der 40jährige Ex-Lauterer Toppmöller brachte alle 19 Spieler zum Einsatz und ließ lediglich ein Trio, darunter auch Hecking, 90 Minuten durchspielen. Hans-Ulrich Thomale hingegen schickte lediglich 13 Akteure zum Einsatz, davon Arndt notgedrungen, weil Matys kurz vor der Pause durch Gegenspieler Naawu mit einer rüden Attacke außer Gefecht gesetzt wurde. Die Diagnose: Oberschenkelzerrung. Matys hofft jedoch, in 14 Tagen beim Punktspiel in Willingen mit von der Partie zu sein.

Auch Torwart Zoran Zeljko, der sich 24 Stunden vor dieser Partie beim Ausrutschen im Hausflur (!) einen Bluterguß am rechten Fußrücken zuzog, wird in wenigen Tagen ebenso wieder dabei sein wie Robby Zimmermann.

Überraschend, wie schnell Michael Drube von seiner Oberschenkelverletzung genesen ist. Der Libero sorgte nicht nur für „klar Schiff” in der Abwehr, sondern trieb seine Kameraden mit viel Engagement immer wieder nach vorn.

Apropos Engagement: Einsatz war Trumpf beim KSV. So entwickelte sich eine muntere, abwechslungsreiche Partie, in der der Oberligist dem Favoriten alles abverlangte. „Lieber verliere ich gegen eine starke Mannschaft und entdecke noch Fehler. Das ist besser, als gegen eine schwache Elf ein Spiel zu gewinnen, das mir keine Fingerzeige gibt”, sah Thomale diesen letzten Härte-Test trotz der Niederlage als Erfolg an. „Im Zweikampfverhalten” ortete der KSV-Coach „noch Defizite”, lobte aber im gleichen Atemzuge: „Was das Stehvermögen betrifft, sind wir auf einem guten Weg.”

Die Abwehr - vor einem reaktionsschnellen Kesper - spielte ohne Fehl und Tadel. Kapitän Freuden-stein, T. Schmidt und Deppe kamen spät, dann aber umso wirkungsvoller in Fahrt. Im Angriff sorgte Kistner für die meiste Verwirrung beim Gegner. Der spielfreudige Höhle vergab unmittelbar nach dem 0:1 die große Möglichkeit zum Ausgleich, als er frei auf Eich zulief, den Mannheimer Keeper jedoch anschoß.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion, 24.02.1992)