Eine
Niederlage, die hoffen läßt
Zwei Wochen vor Wiederaufnahme
des Punktspielbetriebs verlor Fußball-Oberligist
KSV Hessen gegen die Zweitliga-Mannschaft
SV Waldhof Mannheim mit 0:1 (0:0).
Es gibt auch Niederlangen,
die hoffen lassen. Eine solche bezogen die
Kasseler „Löwen” gegen eine
Elf, die an die Pforte zur Bundesliga klopft:
Der SV Waldhof Mannheim, Tabellen-Vierter
in der zweiten Bundesliga Süd, gastierte
zum Ablösespiel für Dieter Hecking
auf dem G-Platz an der Damaschkestraße,
wo er durch ein spätes Tor des kurz zuvor
eingewechselten Dittmers (83.) mit 1:0 die
Oberhand behielt.
Um diesen einen Treffer
war das Team von Trainer Klaus Toppmöller,
des dreimaligen National-spielers (1976 bis
1979), besser, auch wenn sich die Chancen
die Waage hielten. Der 40jährige Ex-Lauterer
Toppmöller brachte alle 19 Spieler zum
Einsatz und ließ lediglich ein Trio,
darunter auch Hecking, 90 Minuten durchspielen.
Hans-Ulrich Thomale hingegen schickte lediglich
13 Akteure zum Einsatz, davon Arndt notgedrungen,
weil Matys kurz vor der Pause durch Gegenspieler
Naawu mit einer rüden Attacke außer
Gefecht gesetzt wurde. Die Diagnose: Oberschenkelzerrung.
Matys hofft jedoch, in 14 Tagen beim Punktspiel
in Willingen mit von der Partie zu sein.
Auch Torwart Zoran Zeljko,
der sich 24 Stunden vor dieser Partie beim
Ausrutschen im Hausflur (!) einen Bluterguß
am rechten Fußrücken zuzog, wird
in wenigen Tagen ebenso wieder dabei sein
wie Robby Zimmermann.
Überraschend, wie schnell
Michael Drube von seiner Oberschenkelverletzung
genesen ist. Der Libero sorgte nicht nur für
„klar Schiff” in der Abwehr, sondern
trieb seine Kameraden mit viel Engagement
immer wieder nach vorn.
Apropos Engagement: Einsatz
war Trumpf beim KSV. So entwickelte sich eine
muntere, abwechslungsreiche Partie, in der
der Oberligist dem Favoriten alles abverlangte.
„Lieber verliere ich gegen eine starke
Mannschaft und entdecke noch Fehler. Das ist
besser, als gegen eine schwache Elf ein Spiel
zu gewinnen, das mir keine Fingerzeige gibt”,
sah Thomale diesen letzten Härte-Test
trotz der Niederlage als Erfolg an. „Im
Zweikampfverhalten” ortete der KSV-Coach
„noch Defizite”, lobte aber im
gleichen Atemzuge: „Was das Stehvermögen
betrifft, sind wir auf einem guten Weg.”
Die Abwehr - vor einem reaktionsschnellen
Kesper - spielte ohne Fehl und Tadel. Kapitän
Freuden-stein, T. Schmidt und Deppe kamen
spät, dann aber umso wirkungsvoller in
Fahrt. Im Angriff sorgte Kistner für
die meiste Verwirrung beim Gegner. Der spielfreudige
Höhle vergab unmittelbar nach dem 0:1
die große Möglichkeit zum Ausgleich,
als er frei auf Eich zulief, den Mannheimer
Keeper jedoch anschoß.
Günter Grabs (HNA-Sportredaktion,
24.02.1992) |