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<<< 31. Spieltag
Oberliga Hessen 1991/92, 32. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SpVgg Bad Homburg

0:2 (0:2)

Samstag, 16.05.1992
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SpVgg Bad Homburg
Croonen
Borkenhagen
Finkbeiner
Kali (84. Ossenbrink)
Stoll
Liebe (88. Klösel)
Gärtner
Björn Pistauer
Pasqualotto
Kloss
Müller
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 0:1 Liebe (8.), 0:2 Liebe (32.) - Schiedsrichter: Lehnhardt (Heringen) - Zuschauer: 2.500
Spielbericht

Drube zu Borussia Fulda?

Die Qual eines Entscheidungsspiels bleibt den Oberliga-Kickern des KSV Hessen erspart: Mit 2:0 qualifizierte sich die SpVgg Bad Homburg für die Deutsche Amateurmeisterschaft.

Der traurige Abgesang, aber auch das getreue Spiegelbild einer verkorksten Saison: Mit einer trotz leichter Überlegenheit verdienten 0:2 (0:2)-Niederlage gegen die SpVgg Bad Homburg verab-schiedete sich der KSV Hessen von den Fans. Von 2500, wie es offiziell hieß? Oder von allenfalls 1500, wie Beobachter mutmaßten? Unerheblich, jedenfalls hatte der nordhessische Renommierklub wohl schon vorher beim Anhang allen Kredit verspielt. Immerhin hatte ein Modehaus aus der Kasseler City rund 10 000 Freikarten ausgegeben und damit die bescheidenen wirtschaftlichen Saisondaten des Klubs etwas aufgepäppelt.

Wer diesmal einen großen Bogen ums Auestadion gemacht hatte, versäumte so viel wahrlich nicht. Es sei denn, eine anspruchsvolle Bad Hornburger Präsentation mit ausgesprochen homogenen Zügen. Die Männer aus dem Taunus erinnerten mit ihrer Spielauffassung gleichsam an die besten Zeiten des KSV Hessen in der vergangenen Saison.

Leichtfüßigkeit und Beweglichkeit, ständige Positionswechsel und brandgefährliche Konter waren Gift für die schwerfälligen Thomale-Schützlinge, die zudem einmal mehr vom Schiedsrichtergespann aus-gebremst wurden. Doppel-Torschütze Liebe stand vor dem 1:0 beim Steilpaß von Stoll eineinhalb Meter im Abseits. Es muß ein Linienrichter schon mit Blindheit geschlagen sein, der sich genau auf dieser Höhe befindet und sich trotzdem die für alle sichtbare Abseitsposition entgehen läßt. Trainer Hans-Ulrich Thomales langanhaltender, ironischer Applaus ließ den Mann in Schwarz indes kalt.

Mit dem durch die Niederlage zementierten dritten Platz in der Endtabelle ist nunmehr auch die letzte theoretische Chance der Kasseler auf die Aufstiegsrunde dahin. Anzumerken war freilich kaum einem der rot-weißen Kicker, daß es um diesen Griff nach dem Strohhalm eigentlich noch ging. Immerhin hat der DFB Aschaffenburg immer noch keine Lizenz erteilt. Und die Frage nach der Perspektive der Viktoria stellt sich mehr denn je. Die Mannschaft fällt auseinander: Nach Trainer Lorant (nach Fulda) haben die beiden Sturm-Asse Winter und Hock Verträge bei Fortuna Düsseldorf bzw. Borussia Mönchengladbach unterzeichnet.

Freilich, beim KSV Hessen scheint sich eine ähnliche Fastenkur anzubahnen. Michael Drube, jahrelang die unverzichtbare Stütze der Mannschaft, wird als erster wohl heute oder morgen bei der zu-künftigen Konkurrenz unterschreiben. Dem satten Angebot von Borussia Fulda wird er kaum noch widerstehen.

Ulrich Fuhrmann (HNA-Sportredaktion, 17.05.1992)