Thomale:
"Wir haben meisterlich gekämpft"
Die Kasseler
Kabine glich nach dem Abpfiff einem Tollhaus.
Der Sekt floß, und allen voran Trainer
Thomale wurde kräftig naßgespritzt.
Lautstarke Siegessongs wurden angestimmt.
"Nie wieder Oberliga", tönte
es freudentrunken.
Thomale nahm
nur anfangs an der feucht-fröhlichen
Feier teil, weil er gleich serienweise Interviews
geben mußte. Das Fazit, daß er
im Blick auf die zurückliegenden 90 Minuten
zog, war ehrlich und zutreffend: "Wir
haben nicht meisterlich gespielt, aber meisterlich
gekämpft." Als der Abpfiff ertönte
und Klassenleiter Schade dem Meister inmitten
der jubelnden Menge zum Titelgewinn gratulierte,
war der Erfolg des KSV Hessen hochverdient,
denn Bad Homburg konnte nur in der ersten
halben Stunde mithalten. Ein Solo von Müller,
ein Freitsoß von Choteschovsky und ein
tückischer Distanzschuß von Rexroth
hätten in dieser Phase die Führung
der Gastgeber bedeuten können, doch Torhüter
Zeljko war jeweils zur Stelle. Genausogut
hätten die Gäste alles frühzeitig
klarmachen können, denn schon beim ersten
Angriff prallte ein Kopfball von Kistner vom
auf der Linie stehenden Drube zurück
ins Feld.
Nach dem
Wechsel waren die Platzherren praktisch chancenlos,
die Überlegenheit der Kasseler wurde
immer größer. Der überall
auftauchende Libero Drube, Thomas Schmidt,
Schnell und Freudenstein waren die Antreiber.
Lange hielt die Abwehr der Bad Homburger mit
dem vorzüglichen Torwart Croonen an der
Spitze dem gegnerischen Druck stand. Nach
einer Ecke von Freudenstein war aber auch
Croonen machtlos: Ein gleichermaßen
placierter wie scharfer Kopfball von Thomas
Schmidt landete im Netz. Kistner und Drube
scheiterten danach mit weiteren hochkarätigen
Chancen. Bad Homburg, dem Nachbar Rot-Weiß
im Falle eines Sieges angeblich großzügige
Konditionen bei den Freigabe-Verhandlungen
für die vom Brentanobad an die Sandelmühle
wechselnden Borkenhagen und Finkbeiner versprochen
hatte, brachte die Gäste nicht mehr ernsthaft
in Gefahr.
Harald Stenger
(Frankfurter Rundschau) |