HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

<<< 5. Spieltag
Aufstiegsrunde zur 2. Liga 1991, 6. Spieltag

1. FC Pforzheim - KSV Hessen Kassel

1:3 (0:2)

Sonntag, 16.06.1991
Stadion Brötzinger Tal

1. FC Pforzheim
KSV Hessen Kassel
Jürgen Werner
Gerhard Woltersdorf
Emanuel Günther
Bernd Kirchstetter
Klaus Fischer
Strich
Peter Assion
Peter Steck
Jürgen Pfirrmann
Karl-Heinz Bührer
Trainer: Manfred Krafft
Spielstatistik
Eingewechselt: Fisel für Assion (51.), Roos für Steck (70.) - Pankratjevas für Koutsoliakos (71.), Weise für Kistner (86.) - Tore: 0:1 Kistner (12.), 0:2 Drube (29.), 1:2 Fisel (81.), 1:3 Freudenstein (88.) - Schiedsrichter: Wiesel (Ottbergen) - Zuschauer: 4.000
Spielbericht

Wieder Komplimente für Thomale-Elf

Nichts mehr kaufen kann sich der KSV Hessen für all die Komplimente, die ihm nach dem verpaßten Aufstieg ins bezahlte Fußball-Lager nun auch von Pforzheimer Seite entgegenschlugen. "Ich muß es einmal deutlich sagen", hob Manfred Krafft nach dem Saisonkehraus hervor, "daß Hessen Kassel die beste Elf dieser Runde war." Der Pforzheimer Trainer, der nicht einmal böse über das 1:3 (0:2) seiner Schützlinge gegen die noch einmal stark auftrumpfenden Nodhessen war, wollte seine weiteren Ausführungen keineswegs als Trost für die Kasseler verstehen: "Diese Mannschaft hat die weitaus besten Einzelspieler aller vier Konkurrenten. 1860 München hat es wohl in erster Linie deshalb geschafft, weil das Münchener Publikum so fantastisch mitgeht. In Kassel bleiben die Leute stumm, wenn es mal mit ihrer eigenen Elf nicht läuft. Das habe ich schon oft in Kassel erlebt."

Ein Pforzheimer "Krafft-Akt" blieb im letzten Spiel aus. Dafür sorgte der spielstarke Gast, der im schmucken Stadion "Brötzinger Tal" mit einer auf einem Posten veränderten Elf auflief: An Stelle von Zoran Zeljko stand diesmal Thomas Kneuer zwischen den Pfosten. "Das ist der Dank an Thomas, der die ganze Saison über starke Leistungen im Training gezeigt hat und nun belohnt werden sollte", erklärte KSV-Coach Hans-Ulrich Thomale. Wars das Abschiedsspiel für Kneuer? "Das kann ich heute noch nicht sagen. Fest steht nur", so der 28jährige Keeper, "daß ich aus beruflichen Gründen nicht mehr nachmittags mit der Oberliga-Mannschaft trainieren kann." Durchaus möglich, daß Kneuer künftig die eigene Landesliga-Mannschaft verstärkt.

Nicht nur für Kneuer, der sein Können in zwei, drei gefahrdrohenden Situationen unter Beweis stellte, war es ein Servus, sondern auch für die beiden Abwehrstrategen Kai-Uwe Schnell (wechselt zum VfB Oldenburg) und Jörg Müller, der demnächst das Trikot des Bezirksoberligisten FSV Kassel trägt, sowie für Paul Koutsoliakos, dessen künftiger Verein allerdings noch nicht feststeht. Alle vier scheidenden Spieler boten noch einmal zufriedenstellende Leistungen, wenn auch der "Akku" bei Koutsoliakos schon nach einer guten Stunde leer zu sein schien. Aber der 24jährige Grieche war noch einmal Wegbereiter eines Tores, als er eine Rechtsflanke mustergültig Drube auf den Kopf servierte. Dieses 0:2 war eine Kopie des ersten Kasseler Treffers: "Tobi" Schmidt bediente an der rechten Strafraum-grenze Kistner, der mit wuchtigem Kopfball Pforzheims Torwart Werner keine Chance ließ.

Diese 2:0-Führung der kombinationsfreudigen KSVer, die die Platzherren kaum ins Spiel kommen ließen, war eigentlich bei Halbzeit schon für die Katz. Denn als das 1:0 der Münchener gegen Neunkirchen bekannt und damit dem Hessen-Meister das letzte Fünkchen Hoffnung geraubt wurde, schlug der KSV fortan eine saloppe Gangart ein.

Doch zu keiner Zeit gab die Thomale-Truppe das Heft aus der Hand. Auch nicht, als der Ex-KSVer Bernhard Raab in der 81. Minute den am Elfmeterpunkt freistehenden Fisel anspielte, gegen dessen "Hammer" zum 1:2 kein Kraut gewachsen war. Sechs Minuten später stellte Thomas Freudenstein nach Zusammenarbeit der beiden eingewechselten Igoris Pankratjevas und Matthias Weise per Abstauber den alten Abstand wieder her.

Mit diesem fast lässig und ohne großen Kraftaufwand herausgespielten Sieg blieb der KSV 1991 auswärts ungeschlagen. Das kleine Häuflein der mitgereisten Fans - von den ursprünglich ange-forderten 1300 Eintrittskarten schickte der KSV 1280 nach Pforzheim zurück - durfte sich über eine gelungene Vorstellung seiner Elf freuen, die nach dem Schlußpfiff ihre Trikots unter den Schlachten bummlern verteilte.

Ein Teil der Mannschaft fliegt heute für eine Woche auf die griechische Insel Kos, einen anderen Teil ziehts nach Süd-Ost-Asien. Der Urlaub ist diesmal kurz, denn schon in 14 Tagen, am 1. Juli, beginnt mit dem ersten Training die neue Saison. Und auch der erste Testspielgegner steht schon fest: Sittardia Sittard (Ehrendivision Niederlande) kommt am 12. Juli ins Auestadion.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion, 17.06.1991)