HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

<<< 5. Spieltag
Aufstiegsrunde zur 2. BL 1988/89, 6. Spieltag

SSV Reutlingen 05 - KSV Hessen Kassel

2:0 (0:0)

Sonntag, 18.06.1989
Kreuzeiche Reutlingen

SSV Reutlingen 05
KSV Hessen Kassel
Manfred Vöhringer
Jürgen Schaich
Helmar Grieswald
Otmar Rösch
Jörg Spannenberger (83. Thomas Bauer)
Pascal Müller
Jürgen Schnizler
Wolfram Bauer
Oliver Müller
Hermann Rudolf
Klaus Weiss (89. Thomas Jäger)
Trainer: Franz Brungs
Spielstatistik
Tore: 1:0 Schnizler (49.), 2:0 Weiss (70.) - Schiedsrichter: Alfons Berg (Konz/Koblenz) - Zuschauer: 5.200
Spielbericht

Nach der Pause ging die Puste aus

Nun ist es also doch noch passiert: Der Nimbus des Unbesiegten, der den KSV Hessen seit 5. November 1988 umwob, wurde im allerletzten Saisonspiel geknackt. Mit 2:0 (0:0) gab der SSV Reutlingen seinen Gästen das Nachsehen, doch war es für die Schwaben ein Sieg ohne Wert: Als nach dem Schlußpfiff Unterhachings 2:0-Erfolg über Edenkoben bekannt wurde, schlichen die Reutlinger Spieler geknickt vom Platz, und ihr zuvor so euphorischer fünftausendköpfiger Anhang trat total frustiert den Heimweg an.

"Wir wollen beweisen, daß wir zu Recht aufgestiegen sind", versicherte Franz Brungs. Der KSV-Coach räumte gleichwohl ein: "Wie's in den Köpfen der Spieler aussieht, weiß ich natürlich nicht. Es wurde schließlich auch gefeiert."

Lag es daran, daß die Kasseler ausgerechnet ihre sonstige Stärke, die Kaltschnäutzigkeit in der Chancenverwertung, in der Kabine gelassen hatten? Gemessen an den Tormöglichkeiten hätten sie nämlich diese Partie keineswegs zu verlieren brauchen.

Zweimal trafen Schmelting (69.) und Höhle (78.) das Torgebälk - das war natürlich Pech! Die klarste Chance ließ Sippel beim Holztreffer von Schmelting aus, als er freistehend den Nachschuß weit verzog.

„Wir haben beim Schlagabtausch der ersten Halbzeit prima mitgehalten, doch hat uns einfach die Konzentration im Abschluß gefehlt”, bilanzierte Brungs. Hätten die Hessen ihre Konter erfolgreich abgeschlossen, hätte sich das Risikospiel der Reutlinger nicht ausgezahlt. Der SSV drängte phasenweise mit Mann und Maus, und häufig ließ die Kasseler Abwehr dabei ihre Anfälligkeit er-kennen - sofern es sich nicht um Kopfbälle handelte. So geriet Kneuer vor dem Pausenpfiff nur einmal in ernsthafte Gefahr, als Grieswalds fulminanter Fernschuß an die Querlatte krachte.

Doch hatten die Gäste vor dem Seitenwechsel vor allem durch den „wirbelnden” Sippel, Hecking und Schnell den ungestümen Platzherren immer wieder wirkungsvoll paroli geboten, so ging dem KSV im zweiten Durchgang die Puste aus. Vor allem nachdem in der 49. Minute Schnizlers unhaltbarer Kopfball das 1:0 erbracht hatte, waren die Reutlinger eindeutig „Chef im Ring”. In der 70. Minute drückte Weiss eine Grieswald-Flanke mit der Stirn ins Netz. Kneuer fiel bei dieser Aktion so unglücklich, daß er sich eine Hüftprellung zuzog und durch Wulf abgelöst werden mußte.

Trotz der Durchhänger in der zweiten Halbzeit hatten sieh die Kasseler Respekt verdient, auch jenen von SSV-Trainer Lorenz-Günther Köstner. „Die Hessen werden sich mit diesem Spiel auch in der Zweiten Liga behaupten können”, prophezeite der scheidende SSV-Coach, der sich in der nächsten Saison als Trainer des SC Freiburg neuerlich mit dem Aufsteiger auseinandersetzen wird.

Wolf-Dieter Gentner (HNA-Sportredaktion, 19.06.1989)