HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

Hessenlöwe - September 2004

Mit Sektdusche in die zweite Liga

1988/89 dümpelte die Mannschaft um Lothar Sippel und Dieter Hecking in der Hinrunde mehr schlecht als recht durch die Oberliga. Bereits im November hatten die Löwen 5 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter SpVgg Bad Homburg. Wohlgemerkt nach der alten 2-Punkte-Regelung. Zu den Spielen kamen damals nur noch knapp 1000 Zuschauer ins Auestadion. Also fast alles so wie heute. Wer zu diesem Zeitpunkt behauptet hätte, daß sich knapp sechs Monate später 15.000 in die Arena drängeln würden, wäre ausgelacht worden. Doch es kam so. Die Rückrunde wurde zu einem Triumphzug der Löwen. Nur noch ein Punkt wurde abgegeben, und dieser ausgerechnet beim Nachbarn KSV Baunatal. Bei den direkten Aufstiegskonkurrenten RW Frankfurt und SpVgg Bad Homburg gelangen tolle Siege, jedesmal begleitet von einer begeisterten Anhängerschar. So waren am Frankfurter Brentanobad über 1.500 Löwen-Fans mit dabei. "Bundesliga zwei, Kassel ist dabei", jubelten sie schon. Aber so weit war es noch nicht. Meister wurde zwar der KSV, aber der mußte noch durch das Nadelöhr Aufstiegsrunde. Und spätestens da hatte auch das Kasseler Publikum den KSV wieder entdeckt. Gegen Reutlingen kamen 11.000 Zuschauer, gegen Edenkoben 10.000. Die Partien im Auestadion wurden gewonnen, Auswärts jeweils ein Punkt geholt, so daß man im letzten Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching mit einem Sieg schon frühzeitig den Aufstieg perfekt machen konnte.

Trotz Regenwetter kamen an diesem 11. Juni 1989 15.000 Zuschauer. Die Löwen im ungewohnten Outfit, blaue Trikots mit weißer Hose. Dazu der Kommentar eines Fans: "Mit dem Outfit kann der Hecking ja gleich beim EC Kassel spielen". Doch auch in den Eishockey-Farben klappte es mit dem Tore schießen. Bei Hecking sogar besonders gut. Dreimal traf er, zweimal Terry Scott, dazu noch ein Treffer von Lothar Sippel. "15.000 Zuschauer gerieten aus dem Häuschen. Sie erlebten ein großartiges Kampfspiel", schwärmte der Kicker über diese denkwürdige Begegnung. Zehn Minuten vor Spielende gab es schon stehende Ovationen von der Haupttribüne, das Spielende ging in zahlreichen Sektduschen unter. Prominentestes Opfer wurde Hans Eichel, der damalige OB, der von einigen übermütigen Löwen-Spielern von oben bis unten mit Sekt bespritzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt dachte keiner mehr an das triste KSV-Leben einige Monate zuvor.

Oliver Zehe