Tore:
1:0 Traser (26.), 2:0 Hampl (33.),
3:0 Traser (47.), 4:0 Hampl (69.), 4:1 Kruse
(88.) - Gelbe Karten: Wulf
- Stichler - Schiedsrichter: Wolf-Rüdiger
Umbach (Rottorf) - Zuschauer: 15.000 |
Fast
vier zu null gegen null-vier
Wir schreiben den Sommer 1981. Die Kids übten
sich am Zauberwürfel, die Älteren
erfreuten sich an der Hochzeit von Prinz Charles
und Lady Di, und der FC Schalke 04 war zum
erstenmal in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte
abgestiegen. Königsblau also in Liga
Zwei. Das ganze freilich mit einer recht feudalen
Mannschaft. Norbert Nigbur, Ulrich Bittcher
und Manfred Drexler bildeten den Stamm des
Teams. Der Wiederaufstieg schien eine Pflichtangelegenheit
und auch im Pokal wollte man weit kommen.
Gegner in der ersten Runde war der KSV Hessen.
"Wir spielen volles Rohr", so Schalkes
Manager Rudi Assauer. Wenige Wochen zuvor
kam er aus Bremen in den Kohlenpott.
Beim Gegner KSV Hessen waren kleinere Brötchen
angesagt. Fünfzehn Monate zuvor kickte
man noch in der Oberliga Hessen gegen Heppenheim
und Egelsbach, schaffte mit einem Husarenstreich
den Sprung in die neu gegründete eingleisige
2. Bundesliga. Und war im Pokal gegen Schalke
krasser Außenseiter.
Um so mehr schlug das Ergebnis ein. Zumal
die Kasseler Stürmer in den Monaten zuvor
nicht wirklich erfolgreich waren. In den zehn
Heimspielen vor dem Schalke-Gastspiel war
ein Törchen für die Löwen jeweils
das höchste der Gefühle. Verloren
hat der KSV dabei freilich nicht. 1:0, 0:0
und 1:1 war das Standardergebnis, die Punkte
holte dabei die starke Innenverteidigung um
Libero Walter Horch und Vorstopper Manfred
Grawunder.
Gegen Schalke spielten sich die Löwen
dagegen schon früh in einen Rausch. Zweimal
Helmut Hampl, zweimal Neuzugang Heinz Traser,
dazu noch ein brillanter Klaus Zaczyk, der
in der 50. Minute nur den Pfosten des Schalker
Tores traf. Die Stimmung im Auestadion war
an diesem heißen Spätsommertag
naturgemäß prächtig. "Hi,
ha, ho - Schalke ist k.o.", höhnten
schon nach 60 Minuten die Fans auf der Gegengerade.
"Die Kasseler spielten zeitweise "Schalker
Kreisel", daß den Königsblauen
schwindelig wurde", schwärmte Kassels
Fußball-Legende Herbert Peiler, damaliger
Sportchef der HNA. Das Schalker Tor zum 4:1-Endstand
kurz vor Schluß durch Kruse schockte
die KSV-Fans nicht mehr allzusehr. Nur der
örtlichen Tageszeitung verdarb dieser
Treffer die geplante Schlagzeile. "Vier
zu null gegen null-vier - es hätte so
schön geklungen" bedauerte Peiler
mit einem Augenzwinkern.
Oliver Zehe |