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DFB-Pokal 1981/82, 1. Hauptrunde

KSV Hessen Kassel - FC Schalke 04

4:1 (2:0)

Sonntag, 30.08.1981
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FC Schalke 04
Norbert Nigbur
Bernd Thiele
Manfred Drexler
Peter Stichler
Thomas Kruse
Ulrich Bittcher
Winfried Geier
Harald Kügler
Theo Bücker
Norbert Elgert (74. Volker Abramczik)
Detlef Szymanek (60. Ludger Winkel)
Spielstatistik
Tore: 1:0 Traser (26.), 2:0 Hampl (33.), 3:0 Traser (47.), 4:0 Hampl (69.), 4:1 Kruse (88.) - Gelbe Karten: Wulf - Stichler - Schiedsrichter: Wolf-Rüdiger Umbach (Rottorf) - Zuschauer: 15.000
Spielbericht

Fast vier zu null gegen null-vier

Wir schreiben den Sommer 1981. Die Kids übten sich am Zauberwürfel, die Älteren erfreuten sich an der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Di, und der FC Schalke 04 war zum erstenmal in seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte abgestiegen. Königsblau also in Liga Zwei. Das ganze freilich mit einer recht feudalen Mannschaft. Norbert Nigbur, Ulrich Bittcher und Manfred Drexler bildeten den Stamm des Teams. Der Wiederaufstieg schien eine Pflichtangelegenheit und auch im Pokal wollte man weit kommen. Gegner in der ersten Runde war der KSV Hessen. "Wir spielen volles Rohr", so Schalkes Manager Rudi Assauer. Wenige Wochen zuvor kam er aus Bremen in den Kohlenpott.

Beim Gegner KSV Hessen waren kleinere Brötchen angesagt. Fünfzehn Monate zuvor kickte man noch in der Oberliga Hessen gegen Heppenheim und Egelsbach, schaffte mit einem Husarenstreich den Sprung in die neu gegründete eingleisige 2. Bundesliga. Und war im Pokal gegen Schalke krasser Außenseiter.

Um so mehr schlug das Ergebnis ein. Zumal die Kasseler Stürmer in den Monaten zuvor nicht wirklich erfolgreich waren. In den zehn Heimspielen vor dem Schalke-Gastspiel war ein Törchen für die Löwen jeweils das höchste der Gefühle. Verloren hat der KSV dabei freilich nicht. 1:0, 0:0 und 1:1 war das Standardergebnis, die Punkte holte dabei die starke Innenverteidigung um Libero Walter Horch und Vorstopper Manfred Grawunder.

Gegen Schalke spielten sich die Löwen dagegen schon früh in einen Rausch. Zweimal Helmut Hampl, zweimal Neuzugang Heinz Traser, dazu noch ein brillanter Klaus Zaczyk, der in der 50. Minute nur den Pfosten des Schalker Tores traf. Die Stimmung im Auestadion war an diesem heißen Spätsommertag naturgemäß prächtig. "Hi, ha, ho - Schalke ist k.o.", höhnten schon nach 60 Minuten die Fans auf der Gegengerade. "Die Kasseler spielten zeitweise "Schalker Kreisel", daß den Königsblauen schwindelig wurde", schwärmte Kassels Fußball-Legende Herbert Peiler, damaliger Sportchef der HNA. Das Schalker Tor zum 4:1-Endstand kurz vor Schluß durch Kruse schockte die KSV-Fans nicht mehr allzusehr. Nur der örtlichen Tageszeitung verdarb dieser Treffer die geplante Schlagzeile. "Vier zu null gegen null-vier - es hätte so schön geklungen" bedauerte Peiler mit einem Augenzwinkern.

Oliver Zehe