Aufs
falsche Pferd gesetzt
Diese Niederlage mußte
nicht sein! Sie kam zustande, weil die Meisterelf
des KSV dem Trugschluß unterlegen war,
ein Zwei-Tore-Vorsprung würde gegen diese
einsatzfreudigen Dillenburger ausreichen.
Auch Trainer Rudi Kröner hatte sich alles
leichter vorgestellt, er meinte zwar nachher,
es wäre ja um nichts mehr gegangen, weshalb
er das Risiko der Auswechselung eingegangen
wäre.
„Niemals hätte
ich in einem normalen Spiel zwei Stürmer
aus der Mannschaft genommen, aber ich wollte
alle einmal spielen lassen und habe es gewagt",
meinte er nachher.
Bis zur 60. Minute bestanden
eigentlich auch keine Zweifel an einem KSV-Sieg,
der sich standesgemäß einzupendeln
schien, als es bis zur 46. Minute schon 0:2
stand. Da hatte Stary ein sehenswertes Solo
mit dem 0:1 (33.) abgeschlossen und sofort
nach dem Wechsel Kott einen Treffer angebracht.
Nur weitere Offensive hätte
zum Erfolg geführt, denn die Dillenburger
Kanoniere waren bei Hüter, der Franz
vollkommen ausschaltete, Sturm und Damerau,
die Beck und Scholtyschik nicht aus dem Auge
ließen, in den besten Händen. Trotzdem
wurde mehr auf Defensive umgeschaltet, die
Dillenburger erkannten dies und stießen
sofort nach.
Ihr erstes Tor war noch
ein Geschenk von Sturm, der ins eigene Netz
traf (63.), aber die beiden weiteren Gastgebertreffer
entsprangen guten Aktionen und nun aufkommender
Dillenburger Überlegenheit.
Hombrighaus (79.) und Köhler
(85.), die überragenden Akteure auf dem
Platz, erzielten den schließlich noch
verdienten Gastgebersieg.
Gerd Graf (HNA-Sportredaktion) |