KSV
Hessen stieß das Tor zur zweiten Liga
weit auf
Die Zuschauer sahen mit
großer Sicherheit den Aufsteiger zur
zweiten Bundesliga, aber eine Meisterleistung
sahen sie nicht. Die Taktik der Gäste
war schnell zu durchschauen: mindestens einen
Punkt mitnehmen und jedes unnötige Risiko
vermeiden.
Trotz dieser vorsichtigen
Spielweise hatten die Kasseler schon in den
ersten 45 Minuten einige Torchancen. aber
Hofmann und Frohnapfel scheiterten an Torwart
Elsinger, und als Hampl in aus-sichtsreicher
Position im gegnerischen Strafraum auftauchte,
wurde er regelwidrig vom Ball getrennt, ohne
daß der Schiedsrichter Elfmeter pfiff.
Grau und Hampl, von dem
überragenden Zaczyk unterstützt,
konnten sich wiederholt gut in Szene setzen,
ohne daß dabei jedoch Zählbares
herauskam. Als sich kurz vor dem Wechsel Frohnapfel
verletzte und von Alder ersetzt werden mußte,
wirkte sich die damit erforderliche Umstellung
(Grau ging ins Mittelfeld zurück) nicht
gerade positiv aus.
Glück für den
KSV Hessen, daß Libero Horch nach 65
Minuten mit einem unhaltbaren Schuß
aus 25 m Entfernung Erfolg hatte. Obwohl Zaczyk
nach wie vor von seinem Gegenspieler Fischer
nicht gebremst werden konnte, blieb es beim
0:1, denn Alder und Kott wußten mit
den besten Chancen nichts anzufangen, und
Grau hing im geeigneten Augenblick zu weit
zurück.
So war es kein Wunder, daß
die knappe Führung kurz vor Schluß
noch einmal in Gefahr kam. Torwart Siewert
bekam bei einem Zweikampf mit Wade den Ball
nicht unter Kontrolle, aber Hüter, der
zusammen mit Sturm und Damerau die gefährlichen
Egelsbacher Sturmspitzen Wade, Rasch und Staudt
fest im Griff hatte, konnte diese brenzliche
Situation bereinigen.
Selbst als Alder infolge
einer Zeitstrafe acht Minuten vor Spielende
den Platz verlassen mußte, wurden die
Gäste auch mit zehn Mann in der Schlußphase
vor keine allzu großen Probleme gestellt.
Herbert Brade (HNA-Sportredaktion)
Telefondrähte
liefen heiß
Wie viele Fußballfans
mit dem KSV Hessen hoffen und bangen, erfuhr
die Sportredaktion gestern deutlich während
der zwölfstündigen Dienstzeit. Nicht
nur, daß die beiden von uns angegebenen
Rufnummern mit dem automatischen Anrufbeantworter
pausenlos belegt waren, auch die Drähte
der vier anderen uns am Sonntag zur Verfügung
stehenden Telefonanschlüsse liefen heiß.
Die Fragen nach dem Ergebnis
Egelsbach - KSV Hessen begannen sage und schreibe
schon 14.30 Uhr, obwohl die Partie erst 15
Uhr angepfiffen wurde. Auch andere Redaktionen
"litten" unter dem Wissensdurst
der Fußballanhänger. Denn: Waren
alle Sportanschlüsse gleichzeitig besetzt,
„klingelte” es bei den Kollegen
von den anderen Ressorts.
Der am weitesten entfernte
Anruf kam aus Israel: Dort weilt zur Zeit
der Präsident des KSV Hessen, Dr. Karl
Branner - und natürlich wollte auch er
das Resultat von Egelsbach erfahren. |