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<<< 28. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 29. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SpVgg Olympia Kassel

6:1 (3:1)

Mittwoch, 02.04.1980
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SpVgg Olympia Kassel
Meyer
Becker
Schulze
Damm
Wohlgemuth
Herwig
Schröder
Zippel
Kettner (47. Poppenhäger)
Knauf
Rabe (55. Buchenau)
Spielstatistik
Tore: 1:0 Hampl (2.), 1:1 Herwig (20., Foulelfmeter), 2:1 Kott (27.), 3:1 Grau (43.), 4:1 Horch (56.), 5:1 Nebe (65.), 6:1 Horch (88.) - Ecken: 18:5 - Schiedsrichter: Hellwig (Niestetal) - Zuschauer: 2.700
Spielbericht

Einseitige Angelegenheit

Auf dem Weg zur Meisterschaft der Fußball-Oberliga ist der KSV Hessen erneut ein Stückchen weitergekommen. Nach dem 6:1 (3:1)-Sieg im Kasseler Lokalderby gegen die Spvgg Olympia benötigt der Spitzenreiter aus den restlichen fünf Spielen sechs Punkte, um sechs Jahre nach dem Abstieg aus der damaligen Regionalliga wieder im bezahlten Fußballager Einzug zu halten. Die Olympianer sind mit dieser Niederlage ans Tabellenende gerückt und können jetzt praktisch nur noch auf ein Wunder im Kampf um den Klassenerhalt hoffen.

Die 2700 Zuschauer, die trotz strömenden Regens ins Auestadion gepilgert waren, erlebten von Anpfiff bis Abpfiff eine einseitige Angelegenheit. Zu krass war der Unterschied der technisch über-legenen "Hessen" zu den nur hausbackenen "Zwehrenern", die praktisch und nur darauf bedacht waren, die Niederlage in Grenzen zu halten.

So gesehen, mußten die KSV-Fans, die eine Torflut ihrer Elf erwartet hatten, etwas enttäuscht von dannen ziehen. "Gut, daß wir nicht noch mehr Treffer erzielt haben, sonst wären vielleicht jetzt schon einige ausgeflippt", zeigte sich KSV-Trainer Rudi Kröner auch mit der Ausbeute des halben Dutzend hoch zufrieden. Kröner warnte nach diesem Erfolg erneut davor, die Mannschaft schon als zukünftigen Meister zu feiern. "Drei schwere Brocken warten noch auf uns", dämpft der KSV-Coach jede aufflackernde Euphorie.

So ist denn auch dieser 6:1-Sieg keinesfalls als Wertmesser für die kommenden Aufgaben zu betrachten, in Baunatal, in Egelsbach und in Dillenburg dürfte der KSV bei weitem mehr gefordert werden als es diesmal die Olympianer taten, die lediglich nach dem überraschendem Elfmeter-Ausgleich (der einschußbereite Knauf wurde gefoult) für kurze Zeit hoffen durften.

Doch als Kott bald darauf das 2:1 gelang, war Olympia bereits geschlagen. Denn die Mannschaft, die einige Male im Mittelfeld recht gefällig kombinierte, besaß für den Angriff nicht mehr die Kraft, um das KSV-Gehäuse noch einmal ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Derby-Stimmung konnte also in keiner Phase des Spiels aufkommen. Letztlich fehlte bei den KSV-Aktionen dann doch der "Biß", um diesem Duell der ungleichen Nachbarn das Prädikat "hochklassig" zu geben.

Der in den letzten Wochen immer häufiger zu beobachtende Trend, daß beim KSV die Spieler aus den rückwärtigen Regionen die Tore schießen, hielt weiter an: Fünf der sechs Treffer erzielten Abwehr- oder Mittelfeldspieler - von den Stürmern war diesmal nur Hampl erfolgreich. „Darin, daß auch die Akteure mit Defensivaufgaben Treffer machen können, liegt unsere Stärke”, freute sich Kröner über die gut gelungene Rollenverteilung bei der Tore-Produktion.

Adi Schade, "Noch-Optimist' auf Olympias Trainerbank ("Mit ein bißchen Glück könnten wir den Klassenerhalt doch noch packen") war erstaunt darüber, daß der KSV Hessen "trotz des beruhigenden Vorsprungs nach Halbzeit noch so spielfreudig zu Werke" gegangen ist.

Aus einer ihr Pflicht-Pensum gekonnt herunterspulenden KSV-Mannschaft sind erneut der kopfballstarke Horch und „Ideen-Geber” Zaczyk besonders zu loben. Auch Sturm, Hofmann und Kott sorgten wieder dafür, daß der Drang aufs Olympia-Gehäuse nicht nachließ. Beim Gast, der vor Jahresfrist ebenfalls mit 1:6 im Auestadion verlor und einen fairen Gegner abgab, gefiel Vorstopper Damm und - mit Abstrichen - Torwart Meyer, der einige Male glänzend reagierte.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion)