Ein
Spiel voll Rasse und Klasse
Mit zwei Bussen und zahlreichen
Pkw war sie angereist, die große Anhängerschar
des KSV Hessen! 1000 Zuschauer (Saisonrekord)
bevölkerten den Frankfurter Riederwald,
wo die Fans aus Nordhessen ihren KSV auch
beim Favoritenschreck dieser Saison siegen
sahen. Die zahlreichen Kasseler Schlachtenbummler
wurden für die weite Reise mit einem
echten Oberliga-Schlager belohnt! Sie sahen
ein Spiel, das an Rasse und Klasse bis zur
Schlußminute kaum noch zu überbieten
war.
Der KSV war in der ersten
halben Stunde die klar tonangebende Mannschaft.
Erst dann kamen die Eintrachtler mit den agilen
Stürmern des KSV Hessen halbwegs zurecht.
Libero Reichel behielt einigermaßen
die Übersicht. Seine durch den frühen
Führungstreffer völlig konfusen
Nebenleute konnte er allerdings nicht mehr
in geordnete Bahnen lenken. So katte Müller
bis zu seiner Auswechslung Schwierigkeiten
mit Hofmann, der zunächst als Doppelspitze
zusammen mit Hampl begonnen hatte sich aber
später geschickt zurückfallen ließ.
Gefährlich bis zum
Schluß blieb auch Hampl, gegen den Werner
als Vorstopper zwar einen recht guten Eindruck
hinterließ, doch bei Hampls harten Fernschüssen
kaum einmal zur Stelle war.
Dreh- und Angelpunkt des
KSV-Spiels: Klaus Zaczyk. Was er an Laufpensum
erledigte, war von kaum einem anderen Spieler
auf dem Platz zu überbieten. Seine weiten
Pässe, mit denen er immer wieder das
Mittelfeld überbrückte und so tiefe
Löcher beim Gegner aufriß, rissen
die begeisterten Zuschauer immer wieder zu
Beifall hin.
Zu den großen Läufern
des Spiels zählte auch Frohnapfel, der
sich völlig verausgabte und schließlich
gegen Nebe ausgetauscht wurde. Bis dahin hatte
er nicht nur seine Aufgabe gegen Künast
zufriedenstellend gelöst, sondern überdies
noch viel für den Spielaufbau getan.
Nach dem Ausgleich "öffneten"
die Nordhessen ihre Abwehr und stürmten
mit fast allen Spielern in Richtung Frankfurter
Tor. Diese Sturm- und Drangzeit wurde mit
zwei Treffern zum 1:3 belohnt.
Rudi Kröner nach dem
Schlußpfiff: „Sicher bin ich froh,
daß wir beide Punkte geholt haben, aber
es ist mir unbegreiflich, wie man so viele
Torchancen vergeben kann." Hampl, Zaczyk,
Horch und Frohnapfel hätten ohne Schwierigkeiten
sogar für ein zweistelliges Ergebnis
sorgen können, doch sie scheiterten immer
wieder an Torhüter Raps, der stets ein
sicherer Rückhalt war, oder sie schauen
nur knapp am Frankfurter Gehäuse vorbei.
Walter Lücker (HNA-Sportredaktion) |