HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

<<< 26. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 27. Spieltag

KSV Hessen Kassel - FSV Bergshausen

2:1 (0:0)

Samstag, 15.03.1980
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FSV Bergshausen
Wolf
Staib
Reiße
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 0:1 Frohnapfel (47, Eigentor), 1:1 Hampl (54.), 2:1 Hofmann (87.) - Zeitstrafe: Chorbacz (88.) - Schiedsrichter: Gossmann (Bad Hersfeld) - Zuschauer: 18.000
Spielbericht

Hofmann ein unbezahlbarer "Joker"

Die 18 000 im rappelvollen Auestadion - wo sollen eigentlich die restlichen 8000 Platz finden, wenn die Kapazität des Stadions mit 26 000 angegeben wird?! – erlebten eine erste Halbzeit, die noch von einer gewissen Vorsicht und Nervosität auf beiden Seiten geprägt war. Doch nach der Pause boten ihnen die Akteure alles, was das Fußballherz begehrt: Tore, Tempo, Kampf und einen dramatischen Abschluß, der die Hessen für ihren Sturmlauf während der letzten halben Stunde belohnte und die großartig mithaltenden Bergshäuser in den Abgrund tiefster Enttäuschung stieß, als sie sich schon am Ziel ihrer Wünsche sahen, einem Remis.

Niemand wird sagen, der Sieg des Spitzenreiters sei unverdient gewesen, aber kein ehrlicher Betrachter dieses echten Spitzenspiels wird auch bestreiten, daß dies im Endeffekt doch ein glücklicher Erfolg war.

Schiedsrichter Gossmann aus Bad Hersfeld gebührt ein hohes Lob: er verlor die emotionsgeladene Prestige-Partie der „Löwen '80” und der jetzt im roten Bergshäuser Dreß spielenden Ex-KSVer (neun von zwölf!) nie aus der Hand. Manchem mag er ein wenig kleinlich vorgekommen sein, aber dies war genau die Art, wie man ein solches Derby pfeifen muß. Note 1 also für Gossmann!

Nach einem Beinahe-Eigentor von Döring, das Windisch verhinderte, hatte Hampl nach einer Ruck-Zuck-Kombination Grau-Zaczyk-Hampl die erste Riesenchance des Spieles, verzog den Schuß aber mit dem (rechten) „Schokoladenfuß”. Bei einer Serie von Freistößen und Ecken (13:2 zugunsten der Hessen) verfehlte Kopfballspezialist Horch zweimal knapp das Ziel, und als Hampl nach einem Mustersteilpaß von Sturm allein dem Tor zustrebte, zog „Mike” Windisch noch gerade auf der 16-m-Linie die „Notbremse”. Bei den Gegenstößen des wieselflinken, leichtfüßig-eleganten Staib und des nach langer Zwangspause (Sperre) schon wieder ganz schön munteren Reiße kamen auch die Hessen-Fans ins Zittern.

Der Auftakt zur zweiten Hälfte jagte den „Löwen"-Anhängern eine Gänsehaut über den Rücken, denn Frohnapfel lenkte Lichtes flache Hereingabe ins eigene Tor, und wenig fehlte am 0:2, als gleich darauf Lichtes Kopfball nach einer Ecke knapp über die Latte strich.

Ein beherzter Bombenschuß des überragenden Mittelfeldspielers Kott aus 30 m Entfernung, den „Luffe” Guth abprallen ließ und Hampl ins Netz wuchtete, brachte sieben Minuten später die Wende. Zwar blieben Staib und Reiße bei Kontern weiter brandgefährlich, aber die KSV-Hessen-„Spitzen" der zweiten Halbzeit, Supertechniker Zaczyk (Filigranarbeiter gegen Grobschmied Rabeneck, der sich dennoch beachtlich aus der Affäre zog!), Hampl und Laufwunder Grau mit einem durch die neu ins Spiel gekommenen Hofmann und Nebe in der Offensivkraft gestärkten Mittelfeld sorgten dafür, daß sich das Geschehen mehr und mehr in die Bergshäuser Hälfte verlegte, wo kurz nach einer elfmeterverdächtigen Szene (Gombert-Hampl) Hofmann mit einem Kopfball auf Graus Flanke die späte Entscheidung herbeiführte und damit erneut die Frage aufwarf, ob er wirklich nicht mehr ist als ein "Joker"!

Herbert Peiler (HNA-Sportredaktion)

Zum Fußballfest ein Ferkel für die "Hessen"

Das mit 18 000 Zuschauern besetzte Auestadion erlebte nach 16 Monaten wieder einen Fußball-Festtag. Wie am 22. November 1978 trafen Spitzenreiter, damals VfR Bürstadt, und Verfolger aufeinander, wieder ein wolkenverhangener Himmel und wieder erwartungsvolle Fans, die nur ihren KSV siegen sehen wollten. Welch' einen Jammer gab es aber an jenem trüben Herbsttag nach 90 Minuten, mit hängenden Köpfen schlichen die „Löwen” in die Kabinen, von Bürstadt mit 1:3 gebändigt, jeglicher Illusion von Aufstieg und Titelgewinn beraubt. Bei den 22 000 Besuchern herrschte Grabes-stille und Resignation: „Die schaffen's nie!”

Auch die Partie vom 15. März schien 87 Minuten lang nicht zu halten, was das Volk von ihr erwartete; die selbstbewußte Parole eines Transparentes „Zweite Liga - wir kommen!” drohte trotz Über-legenheit der „Löwen” nur durch ein mageres Remis Nahrung zu bekommen. Welch ein tosender Jubel jedoch, als Armin Hofmann Kameraden und Anhänger „erlöste”, das Auestadion in ein Tollhaus verwandelte und die rot-weißen Fahnen stolzer als selten zuvor im Wind 'wehen ließ' - 'sein Treffer brachte den Fußball-Frühling eine Woche früher als im Kalender angezeigt.

Zweifellos ein Verdienst der dominierenden "Löwen", die ebenso wie Baunatal endlich einmal „Schwein hatten”. Dem vor dem Anpfiff unter heftigem Quieken auf den Rasen gezerrten Ferkel wird es wohl wurscht gewesen sein, dem KSV als Glücksbringer gedient zu haben.