Hartes
Stück Arbeit - aber stets Herr im Haus
Aus einem Spaziergang ins
Gießener Waldstadion wurde nichts. Der
KSV Hessen mußte auf seiner dornenreichen,
holperigen Kletterpartie ein hartes Stück
Arbeit verrichten, ehe als Lohn der Mühsal
haargenau der 5:3-Sieg heraussprang, den die
„Löwen” auch schon im Hinspiel
errungen hatten.
Dennoch bestand vor der
Gießener Rekordkulisse von 1300 Zuschauern
(Schnitt ansonsten 450) nie ein Zweifel darüber,
wer Herr im Haus war: Das imponierend lauf-
und spielfreudige Mittelfeld-Trio Frohnapfel/Kott/Grau
legte durch seinen gewaltigen Tatendrang den
Grundstein dafür, daß auswärts
erstmals fünf Tore erzielt wurden. Zudem
schaltete sich der diesmal alle überragende
Horch immer wieder in das eigene Angriffsspiel
ein. Der Libero krönte seine Prachtleistung
mit zwei herrlichen Treffern, wobei sein zweiter
(zum 2:5) ohne weiteres in die Kategorie der
„Traumtore” eingereiht werden
kann.
Trotz des nie gefährdeten
Sieges geben die drei Gegentreffer zu denken,
die erneut bewiesen, daß die Abwehr
noch recht anfällig ist. "Damerau
und Hüter haben Wagner und Firle heute
nie richtig in den Griff bekommen", übte
KSV-Trainer Rudi Kröner Kritik an den
beiden blonden Abwehrspielern. "Außerdem
gibt es noch zu viele Schwächen im Kopfballspiel",
machte Kröner auf eine weitere Misere
in der KSV-Abwehr aufmerksam.
Insgesamt überwog jedoch
das Positive: Der KSV Hessen fightet endlich
auch auswärts einmal dort clever zurück,
wo der Gastgeber mit kämpferischen Mitteln
die technische Überlegenheit des KSV
auszugleichen versucht. Hampl und Zaczyk sind
Musterbeispiele für diesen "Wandel"
im KSV-Stil, denn beiden war kein Weg zu weit,
kein Paß zu steil.
Greif zog sich Mitte der
ersten Halbzeit eine Verletzung zu, die ihn
in seinen Aktionen sichtlich hinderte. "Ein
Oberligaspieler muß sich auch einmal
mit einer kleinen Verletzung durchschleppen
können", begründete Kröner
sein Festhalten am Herner Neuzugang. Der 31jährige
Linksfüßer leistete die Vorarbeit
zu Frohnapfels spektakulärem Kopfball-Tor
und war auch an der Traumkombination mit Hampl
beteiligt, die zum 2:4 durch Zaczyk führte.
Aber: Was Spritzigkeit und Schnelligkeit betrifft,
hat Greif noch einen großen Nachholbedarf!
Günter Grabs (HNA-Sportredaktion) |