Bombenstart,
Ebbe, tolle 7 Minuten
Ein furioser Start, der zu einer 2:0-Führung
bis zur 20. Minute führte, und tolle
sieben Minuten, in denen die gefährdete
2:1-Führung auf 5:1 ausgebaut wurde,
demontierten Walter Böses FC "Starkenburgia",
der - auch ohne den für die Hessenauswahl
abgestellten Libero Schopen und das etatmäßige
Außenverteidigerpaar - ein härterer
Gegner war als der glatte Endstand vermuten
läßt.
Ein placierter Flachschuß
von Edi Kott (7.) aus 15. Meter Entfernung
und eine "Koproduktion" von Greif
(Flanke), Hampl (Kopfball) und Horch ("Abstauber")
dicht vor der Torlinie brachten das 2:0, das
eine Deklassierung der Gäste erwarten
ließ. Aber nach dem Anschlußtor
von Kraus (26.) kam die "Midlife-Crisis"
der Hessen, das schwache halbe Stündchen,
während dem viele unnötige Fouls
(Hüter, Damerau) und risikoreiches Spiel
(Damerau, dessen ungezügelter Offensivdrang
letzten Endes zum Tor des Gegners führte!)
die Freude an dem schwungvollen Auftakt trübten.
Die 62. Minute brachte den
Umschwung: eben noch hatte der zähe Zaczyk-Bewacher
Sattler nach einem Musterpaß von Kraus
am Torraumeck über den Ball gesäbelt,
da wechselte Hessen-Trainer Rudi Kröner
Nebe ("als Stimmungsmacher in dieser
kritischen Phase" so Kröner nach
dem Spiel) für den doch noch „lahmenden”
Greif ein, der allerdings mit seinem Einsatz
im Angriffszentrum zumindest Raum für
Hampl geschafft hatte, den dieser trotz bandagierten
Knies nach der Verletzung im Spiel gegen Mönchengladbach
in einer kämpferisch vorbildlichen Partie
nutzte.
Zaczyk - endlich aus dem
Schatten seines Bewachers Sattler entwichen
– war nun der Dreh- und Angelpunkt während
des großartigen Zwischenspurts, der
den letzten Endes hoch verdienten Sieg sicherte:
Hampl drückte den Ball nach Zaczyks Flankenlauf
am linken Flügel und flacher Hereingabe
zum 3:1 ein – die Verkrampfung löste
sich augenblicklich! Zu Hofmanns placierten
Kopfball drei Minuten später lieferte
der KSV-Senior wiederum die Flanke und drosch
dann das Leder volley in die Maschen, als
sich der erst in der 74. Minute eingewechselte
Hofmann mit einer Musterflanke bedankte.
Walter Böse, der Gasttrainer,
sieht die Hessen „auf dem Weg in die
2. Liga". In dem glücklichen Ausgang
der schon verloren geglaubten Partie gegen
Hanau 93 (3:2 nach 0:2 in den letzten Minuten)
sieht Walter Böse das Erfolgserlebnis
der Hessen, das ihnen den Schlüssel zum
Tor in die 2. Bundesliga in die Hand gegeben
hat.
Herbert Peiler (HNA-Sportredaktion,
23.02.1980) |