Nun
KSV Hessen wieder vorn
Der "Hessen-Löwe"
hat wieder den richtigen Biß! 13:1 Ecken
für den KSV, und Torhüter Vofrei
wurde vom Gegner in der 50. Minute (!) zum
ersten Eingreifen gezwungen. Hatte die Kasseler
Elf etwa einen Abstiegskandidaten zu Gast?
Mitnichten, diese sensationelle Bilanz konnte
nach dem Spitzentreffen gegen den Tabellenführer
aus Franken gezogen werden, der im Auestadion
maßlos enttäuschte und von einem
elanvoll und von Beginn an konzentriert zu
Werke gehenden KSV Hessen deklassiert wurde.
Bereits vor dieser Fußball-Pokerpartie
um die Tabellenspitze hielt KSV-Trainer Rudi
Kröner eine Trumpfkarte in der Hand.
In Anbetracht des hart gefrorenen Bodens ließ
er praktisch über Nacht neue Schuhe für
seine Spieler besorgen: Spezial-Turf-Schuhe
mit vielen kurzen Gummistollen! Ein taktischer
Schachzug, der den Hessen-Spielern mehr Standfestigkeit
verlieh und dadurch einen nicht unbedeutenden
Vorteil verschaffte.
Der Hauptgrund für
diesen grandiosen Erfolg des KSV Hessen, der
gegen die harmlosen Aschaffenburger über
die gesamte Spielzeit das Geschehen eindeutig
diktierte und bei besserer Chancenausnutzung
noch höher hätte gewinnen können,
lag im durchdachten, weiträumigen, druckvollen
Mittelfeldspiel, durch welches die Gäste
in die eigene Hälfte zurückgedrängt
wurden.
Zaczyk war einmal mehr Dreh-
und Angelpunkt vieler gelungener Aktionen.
Er erzielte außerdem den zweiten Treffer
am Boden liegend und leistete zu Hofmanns
Kopfballtreffer zum 3:0 die Vorarbeit mit
einem plazierten Freistoß, ehe ihn eine
Oberschenkelzerrung zum Ausscheiden zwang.
Kott, nach langer Verletzungspause wieder
dabei, sorgte für wichtige Impulse. Sein
Traum-Führungstor aus 20 Metern ins linke
obere Toreck war der Anfang vom Ende für
die Viktoria. Grau, lautstark aber mit Schwächen
im Abschluß, und Sturm, der seinen Gegenspieler
Disser zur Wirkungslosigkeit ver-urteilte,
waren weitere Aktivposten.
Die KSV-Abwehr verlebte
einen geruhsamen Nachmittag. Torhüter
Vofrei fror erbärmlich, weil die Mannen
um Libero Horch ihre Gegner jederzeit fest
im Griff hatten. Sein Punktspieldebüt
feierte Jugendspieler Ewald, den Trainer Kröner
für den mit einer gelben Karte belasteten
Hüter ins Spiel nahm. Ein richtig gewählter
Zeitpunkt, wie wir meinen. Das Experiment,
Nebe zusammen mit Hampl (sein Bewacher Merz
war stärkster Aschaffenburger) zweite
Angriffsspitze spielen zu lassen, kann als
gelungen betrachtet werden, bedarf allerdings
noch der Bestätigung in anderen Partien,
wo sich der Gegner nicht so hilfslos mit einer
Niederlage abfindet.
Rolf Wiesemann (HNA-Sportredaktion)
Schuhe kamen per
Expreß
Aschaffenburgs Trainer Manfred
Brunner gab sich gelassen: "Für
uns war es von vornherein die klarste Sache
der Welt, daß wir in Kassel verlieren,
wir wollten nur nicht untergehen." Sein
Hauptgrund für die Niederlage seiner
Elf: "Wir waren durch das bessere Schuhwerk
der Kasseler klar benachteiligt."
Hierzu bemerkte KSV-Trainer
Rudi Kröner: "Wir hatten auf dem
harten Boden vorher alle Schuhtypen getestet.
Erst dann entschloß ich mich, per Expreß
die neuen Schuhe aus Herzogenaurach holen
zu lassen. Zweckmäßiges Schuhwerk
ist heute auch ein taktisches Mittel, um Spiele
zu gewinnen!" Bei der Mannschaft bedankt
sich Kröner für dieses nachträgliche
Geschenk zu seinem 38. Geburtstag: "Wir
waren heute gewillt, die Tabellenführung
zurückzuerobern!"
Rolf Wiesemann (HNA-Sportredaktion) |