HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

<<< 19. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 20. Spieltag

KSV Hessen Kassel - Viktoria Aschaffenburg

4:0 (2:0)

Samstag, 12.01.1980
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
Viktoria Aschaffenburg
Goltz
M. Bergmann
Schüssler (72. Göhler)
Merz
Runge
Henn
Disser
Monseler
Dölger (62. H. Bergmann)
Kolbeck
Brendel
Trainer: Manfred Brunner
Spielstatistik
Tore: 1:0 Kott (29.), 2:0 Zaczyk (38.), 3:0 Hofmann (47.), 4:0 Hampl (56.) - Schiedsrichter: Dreher (Bickenbach) - Zuschauer: 4.500
Spielbericht

Nun KSV Hessen wieder vorn

Der "Hessen-Löwe" hat wieder den richtigen Biß! 13:1 Ecken für den KSV, und Torhüter Vofrei wurde vom Gegner in der 50. Minute (!) zum ersten Eingreifen gezwungen. Hatte die Kasseler Elf etwa einen Abstiegskandidaten zu Gast? Mitnichten, diese sensationelle Bilanz konnte nach dem Spitzentreffen gegen den Tabellenführer aus Franken gezogen werden, der im Auestadion maßlos enttäuschte und von einem elanvoll und von Beginn an konzentriert zu Werke gehenden KSV Hessen deklassiert wurde.

Bereits vor dieser Fußball-Pokerpartie um die Tabellenspitze hielt KSV-Trainer Rudi Kröner eine Trumpfkarte in der Hand. In Anbetracht des hart gefrorenen Bodens ließ er praktisch über Nacht neue Schuhe für seine Spieler besorgen: Spezial-Turf-Schuhe mit vielen kurzen Gummistollen! Ein taktischer Schachzug, der den Hessen-Spielern mehr Standfestigkeit verlieh und dadurch einen nicht unbedeutenden Vorteil verschaffte.

Der Hauptgrund für diesen grandiosen Erfolg des KSV Hessen, der gegen die harmlosen Aschaffenburger über die gesamte Spielzeit das Geschehen eindeutig diktierte und bei besserer Chancenausnutzung noch höher hätte gewinnen können, lag im durchdachten, weiträumigen, druckvollen Mittelfeldspiel, durch welches die Gäste in die eigene Hälfte zurückgedrängt wurden.

Zaczyk war einmal mehr Dreh- und Angelpunkt vieler gelungener Aktionen. Er erzielte außerdem den zweiten Treffer am Boden liegend und leistete zu Hofmanns Kopfballtreffer zum 3:0 die Vorarbeit mit einem plazierten Freistoß, ehe ihn eine Oberschenkelzerrung zum Ausscheiden zwang. Kott, nach langer Verletzungspause wieder dabei, sorgte für wichtige Impulse. Sein Traum-Führungstor aus 20 Metern ins linke obere Toreck war der Anfang vom Ende für die Viktoria. Grau, lautstark aber mit Schwächen im Abschluß, und Sturm, der seinen Gegenspieler Disser zur Wirkungslosigkeit ver-urteilte, waren weitere Aktivposten.

Die KSV-Abwehr verlebte einen geruhsamen Nachmittag. Torhüter Vofrei fror erbärmlich, weil die Mannen um Libero Horch ihre Gegner jederzeit fest im Griff hatten. Sein Punktspieldebüt feierte Jugendspieler Ewald, den Trainer Kröner für den mit einer gelben Karte belasteten Hüter ins Spiel nahm. Ein richtig gewählter Zeitpunkt, wie wir meinen. Das Experiment, Nebe zusammen mit Hampl (sein Bewacher Merz war stärkster Aschaffenburger) zweite Angriffsspitze spielen zu lassen, kann als gelungen betrachtet werden, bedarf allerdings noch der Bestätigung in anderen Partien, wo sich der Gegner nicht so hilfslos mit einer Niederlage abfindet.

Rolf Wiesemann (HNA-Sportredaktion)

Schuhe kamen per Expreß

Aschaffenburgs Trainer Manfred Brunner gab sich gelassen: "Für uns war es von vornherein die klarste Sache der Welt, daß wir in Kassel verlieren, wir wollten nur nicht untergehen." Sein Hauptgrund für die Niederlage seiner Elf: "Wir waren durch das bessere Schuhwerk der Kasseler klar benachteiligt."

Hierzu bemerkte KSV-Trainer Rudi Kröner: "Wir hatten auf dem harten Boden vorher alle Schuhtypen getestet. Erst dann entschloß ich mich, per Expreß die neuen Schuhe aus Herzogenaurach holen zu lassen. Zweckmäßiges Schuhwerk ist heute auch ein taktisches Mittel, um Spiele zu gewinnen!" Bei der Mannschaft bedankt sich Kröner für dieses nachträgliche Geschenk zu seinem 38. Geburtstag: "Wir waren heute gewillt, die Tabellenführung zurückzuerobern!"

Rolf Wiesemann (HNA-Sportredaktion)