Hampls
Super-Tor setzte Signal zum Sturmlauf
Mit dem trüben Dezember-Nachmittag
kehrte der triste Fußball-Alltag beim
KSV Hessen ein. Die hochgeschraubten Erwartungen
nach der glanzvollen Partie gegen Nürnberg
(1:1) realisierten sich nicht. Im Gegenteil:
Mehr als eine geschlagene Stunde stampften
und stolperten die „Hessen” durch
das starre Hochstädter Abwehr-Bollwerk
und strapazierten wiederholt die Nerven der
Fans.
Es bedurfte nach Prischkats
Torwart-Geschenk (zum 1:0) eines aus Hochstädter
Sicht überflüssigen Elfmeters (den
endlich einmal ein KSVer souverän verwandelte),
der Kröner-Truppe den Schuß Mut
zu geben, um den ganz auf Defensive eingestellten
Gast mit schnellen Kombinationszügen
auszumanövrieren. Hampls Super-Tor (22-m-Freistoß)
setzte das Signal zu einem ununterbrochenen
Sturmlauf, der für viele vorausgegangene
Unzulänglichkeiten - auch in puncto Technik!
- versöhnte.
Mit seinem Allein-Unterhalter
Schneider, der Pech mit einem Pfostenschuß
(61.) hatte, stellte der Hochstädter
Angriff die KSV-Abwehr vor keine Probleme.
Aber schon im Mittelfeld, wo nur Hofmann Spitzenformat
verriet, gab es diesmal überraschend
viel Leerlauf, denn weder der wiedergenesene,
aber zu zaghafte Kempa noch Frohnapfel oder
Sturm sorgten für den Druck, der den
tapferen Gegner frühzeitig in die Knie
hätte zwingen können. Ein alle anderen
24 Akteure überragender Zaczyk ist bei
der momentan zu durchsichtig angelegten KSV-Spielweise
zu wenig, um dem Ruf der Fans nach einer Toreflut
zu folgen.
Horchs Laufpensum und der
Versuch des stets anspielbaren Libero, Ideen
ins eigene Angriffsspiel zu bringen, müssen
gelobt werden. Schneider löste die Aufgabe
gegen seine quirligen Hochstädter Namensvetter
zufriedenstellend. Stengel brachte neue Impulse
ins Angriffsspiel; Nebe sollte seine Schnelligkeit
noch mehr ausspielen und ruhig einmal etwas
auf eigene Faust riskieren!
Günter Grabs (HNA-Sportredaktion) |