Sehr
sachlich und konzentriert
Der KSV Hessen ist noch
nicht ganz der alte. Er strahlt - selbst bei
Siegen wie diesem 2:0 über Dillenburg
- nicht Glanz und Gloria vergangener Monate
aus. Da fehlt etwas der Spielwitz, die mitreißende
Dynamik, die Leichtigkeit in der Aktion. Dillenburgs
Trainer Gerd vom Bruch hat Recht, wenn er
sagt, daß seine Elf „rein spieltechnisch
gesehen mindestens gleichwertig war”.
Hessen-Trainer Rudi Kröner sieht die
Ursache im Fehlen der verletzten Spieler Kempa
und Kott. Mag sein. Kempas Vorstöße
an der Seitenlinie entlang bis zur Torauslinie
(warum geht nicht auch mal ein Verteidiger
diesen Weg?) wurden schmerzlich vermißt.
Wenn auch sozusagen das
„Salz in der Suppe” fehlte, hat
der KSV Hessen dennoch einen verdienten Sieg
davongetragen. Es war das Ergebnis einer aggressiv-kämpferischen
und besonders konzentrierten Leistung aller
Mannschaftsteile. Sachlich, konsequent, einsatzfreudig.
Kröner will in den kommenden spielfreien
zwei Wochen das Training noch einmal anziehen,
um für die Winterzeit mit ihren schlechten
Bodenverhältnissen gerüstet zu sein.
Bei Helmut Hampl, der die Vorlage zum 2:0
durch Hofmann gab, muß er sich allerdings
etwas einfallen lassen, um die Spitzigkeit
des Torjägers wieder herzustellen. Hüter
war oberschenkelverletzt ins Spiel gegangen.
Warum aber wurde er ausgerechnet gegen den
superschnellen Rechtsaußen Franz (ein
Duell, das er prompt nach Punkten verlor)
gestellt?
Aktivposten in der Kröner-Elf
sind zur Zeit Klaus Zaczyk und Walter Horch.
Der eine imponiert mit seiner Ruhe und Ubersicht
(etwas, was beispielsweise Gerd Grau noch
abgeht), der andere machte aus seiner Rolle
als „freier Mann” enorm viel.
Sogar ein Tor, ein herrliches (20-m-Schuß!)
obendrein.
Jochen Bopp (HNA-Sportredaktion) |