In
elf Minuten drei Tore der Hessen
Es begann, wie die letzten
beiden Heimspiele gelaufen waren: der Gast
ließ die Hessen kommen und versetzte
sie mit Kontern in Angst und Schrekken. Rasch
und Staudt wirbelten die Abwehr durch-einander,
daß die Zuschauer - der Resignation
nahe Beifall auf offener Szene spendeten,
wenn die Egelsbacher mit Ruck-Zuck-Kombinationen
eine ihrer beiden Spitzen in Position brachten.
In diesen ersten 25 Minuten brachte nur der
selbstbewußter gewordene Alder Torwart
Elsinger zweimal in Verlegenheit.
Aber nach einem „schwachen
halben Stündchen” hatte sich die
Abwehr freigeschwommen: Schneider wuchs gegen
Staudt von Minute zu Minute, lieferte eine
feine Partie. Damerau blockte den bulligen
Rasch immer besser ab. Das sinn- und ideenlose
Hereinschlagen hoher Bälle in den Strafraum
wurde aufgegeben, dafür kamen Ideen und
Impulse von dem technisch perfekten Zaczyk,
es kam Druck von dem kämpferisch starken,
aufgrund der Egelsbacher Beschränkung
auf zwei Stürmer zum zweiten Libero avancierten
Hofmann, und Horch fand das rechte Maß
von Torsicherung und Spiel-aufbau.
Vier Minuten vor Halbzeit
rettete Zink zwar noch bei Alders Schuß
auf der Linie, kurz vor dem Pausenpfiff aber
wuchtete Hofmann einen von Zaczyk hereingegebenen
Freißstoß zum psychologisch so
wichtigem Führungstor ins Netz.
Zwei Tore, wahre Raritäten
in ihrer Art, entschieden die Partie zwischen
der 53. und 55. Minute. Sturm, der den Wirbelwind
Wade zu beschatten hatte, drosch bei einem
Vorstoß am linken Flügel den Ball
aus spitzem Winkel mit dem rechten Außenrist
(!) unters Tordach - allen ballistischen Gesetzen
zum Trotz - und gleich darauf „übersah”
Hampl, der sich das Leder gegen Staudt im
Mittelfeld erkämpft hatte, beim 2 gegen
1-Konter gegen den letzten Mann der Egelsbacher
den mitgelaufenen Alder und schoß selbst
knallhart und unhaltbar ein.
Der durch Krankheit (Frohnapfel)
und Trainingsrückstand (Alder) erzwungene
Austausch (neu: Nebe, Stengel) brachte nichts,
vielmehr verebbte der Schwung, ließ
ganz zum Schluß die Konzentration nach,
sodaß Rasch auf Flanke von Staudt doch
noch zu „seinem” Tor kam.
Trainer Kröner atmete
auf: „Wir brauchten dieses Erfolgserlebnis!”
Und Kollege Lichtl trauerte zwar den Chancen
der ersten halben Stunde nach, resümierte
aber: „Wir haben uns gut aus der Affäre
gezogen:” Keiner in der Runde mochte
da zweifeln.
Herbert Peiler (HNA-Sportredaktion) |