Des
jungen Hofmann Freud und Leid
In der ersten Halbzeit tat
sich auf beiden Seiten nicht viel, so vorsichtig
begann der KSV Hessen, und so nervös
waren die Höchster. Der KSV sah in dieser
Phase zwar besser aus, aber viel Druck saß
hinter den gefälligen Kombinationen der
Gäste nicht, und an Torchancen blieb
nur ein Pfostenschuß von Libero Horch
in Erinnerung.
Nach der Pause wurde der
KSV wesentlich energischer, vor allem die
Außenverteidiger Sturm und Hofmann marschierten
jetzt häufiger nach vorn, und der junge
Hofmann war es auch, der nach einem mißglückten
Schußversuch von Zaczyk den Ball mit
dem Kopf über die Linie bugsierte. Der
Gast beherrschte auch danach noch seinen nun
etwas aggressiveren Gegner, aber eine Unbeherrschtheit
von Grau gab dem Spiel die entscheidende Wende.
Grau muß wohl dem Linienrichter
eine Unfreundlichkeit gesagt haben, jedenfalls
handelte er sich in der 71. Minute eine Zeitstrafe
ein, und nun witterten die Frankfurter Morgenluft.
Libero Prokasky ging mit in den Angriff und
das Ergebnis waren turbulente Szenen im Kasseler
Strafraum. Als Hofmann einen Schuß von
Lenz nur noch mit der Hand von der Linie schlagen
konnte, bekam auch er eine Zeitstrafe aufgebrummt,
und den fälligen Elfmeter verwandelte
Lenz sicher.
Mit Hüter, Kempa und
Kott, der sich beim Aufwärmen verletzte,
fehlten zwar dem KSV Hessen wichtige Leute,
aber bei einem so sicher beherrschten Spiel
darf eigentlich kein Zähler abgegeben
werden. Bei aller technischer Stärke
wirkte das Spiel des KSV sehr unterkühlt,
und nur Damerau, Hofmann und Stengel brachten
etwas Temperament in die Elf. Hampl, Frohnapfel,
Zaczyk und Grau gefielen, aber im entscheidenden
Moment fehlte oft der letzte Einsatz, und
hier muß Trainer Rudi Kröner wohl
in Zukunft ansetzen.
Dieter Diefenbach (HNA-Sportredaktion) |