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<<< 11. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 12. Spieltag

FSV Bergshausen - KSV Hessen Kassel

0:3 (0:0)

Samstag, 20.10.1979
Vor der Söhre

FSV Bergshausen
KSV Hessen Kassel
Sippel
Bernd Lichte (69. U. Michel)
Staib
Reisse
Trainer: Heinz Brede
Spielstatistik
Tore: 0:1 Stengel (55.), 0:2 Horch (62.), 0:3 Kott (69.) - Ecken: 2:9 - Zehn-Minuten-Strafen: Sturm (37.), Hüter (42.) - Gelbe Karten: Gail, Gombert - Sturm, Grau, Hofmann - Schiedsrichter: Brückner (Darmstadt) - Zuschauer: 9.500
Spielbericht

Gegen diese Hessen hatte Bergshausen keine Chance

Die Hessen zeigten, daß sie noch spielen können, daß sie aber auch in taktischer und kämpferischer Hinsicht ihr Tief schnell überwunden haben. Mit bemerkenswerter Disziplin setzten die Spieler die Anweisungen von Rudi Kröner auf dem Feld in Aktionen um, die Bergshausen nicht ins Spiel kommen ließen.

Die Zuschauer, wohl zwei Drittel Anhänger der Hessen, sahen in der ersten Halbzeit ein etwas verkrampftes Spiel, in dem aber die Kasseler bereits deutliche Vorteile hatten. Lediglich die „Soli” von Werner Reisse sorgten auf der Gegenseite für stete Alarmstimmung. Der wendige Dribbelkünstler versetzte nacheinander drei KSVer in den „einstweiligen Ruhestand”: Nach Fouls mußten beide Außenverteidiger, Sturm und Hüter, kurz vor der Pause für zehn Minuten auf das Sünderbänkchen, und als Trainer Kröner erregt an den Spielfeldrand lief, traf ihn der Bann des Darmstädter Schiedsrichters Bruckner. Er mußte auf der Tribüne Platz nehmen.

Der Darmstädter Unparteiische war kleinlich, mißachtete den Vorteil reihenweise und war mit Pfiffen bei Zweikämpfen vor dem Strafraum der Hessen besonders schnell zur Hand. Ein Feldverweis des Trainers, zwei Zeitstrafen und fünf gelbe Karten - eine ungewöhnliche Kollektion an Disziplinar-maßnahmen, die aber nicht für Ruhe und Frieden, sondern für Hektik sorgten. Daß diese nach Halbzeit abklang, lag an der immer eindeutiger werdenden Überlegenheit der Hessen, die nach einer Stunde praktisch als Sieger feststanden.

Erstaunlich, daß die Bergshäuser, bei denen im Mittelfeld nur Sigi Gail konstruktiv spielte, auch in der Zelt zahlenmäßiger Überlegenheit nicht den Mut zum „Powerplay” fanden. Jedenfalls kamen die Hessen zu keiner Zeit in Verlegenheit.

Als Kempa nach 28 Minuten verletzt vom Feld mußte, brachte Rudi Kröner mit Stengel eine echte zweite „Spitze” neben Hampl. Das Spiel des Angriffs wurde dadurch noch mehr belebt, nachdem zuvor wechselweise Kempa, der blendend aufgelegte Kott, Frohnapfel und die beiden „Oldtimer” Zaczyk und Grau, die in Topform spielten, aber auch der stets anspielbare Libero Horch zu dem „Vorposten” Hampl aufgerückt waren und der Deckung dabei manches Rätsel aufgegeben hatten.

Stengel krönte sein sensationelles Comeback mit einem herrlichen Kopfballtor in der 55. Minute nach Flanke von Grau. Dieses Tor verlieh den Hessen Flügel und schockte den Gegner, bei dem auch der Versuch, durch Frank Michel dem Sturmspiel mehr Effektivität zu verleihen fehlschlug. Das 2:0 durch' Horch, der den von Guth abgewehrten 30-m-Freistoß Hampls über die Linie bugsierte, war in der 62. Minute schon die Entscheidung, das 3:0 durch Kott, der eine Flanke Hampls mit der Brust stoppte und vom Elfmeterpunkt plaziert einschoß, beseitigte letzte Zweifel am Ausgang des Spieles.

Beide Trainer machten von der Möglichkeit der Auswechslung zweier Spieler Gebrauch. Bei den Hessen verletzte sich nach Kempa auch Hüter. Dieser erlitt kurz nach der zehnminütigen Zwangspause eine Zerrung. Heinz Brede mußte Döring wegen Verletzung ersetzen und brachte für den enttäuschenden Lichte den Ex-Gombether Michel.

Großes „Glück” hatte in der hektischen Partie Grau, bei dessen grobem Foul an Chorbacz der ansonsten so pingelige Schiedsrichter Gnade vor Recht ergehen ließ.

Herbert Peiler (HNA-Sportredaktion, 22.10.1979)