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<<< 10. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 11. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SC Viktoria Griesheim

1:2 (0:1)

Sonntag, 14.10.1979
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SC Viktoria Griesheim
Steinmetz
Timmermann
Ley
Lachmann
Schaffner
Schneider
Quintus (76. Spiegler)
Pampuch
Kleiber (69. Tänzer)
Bayer
Schmiedl
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 0:1 Schaffner (30.), 1:1 Hampl (68.), 1:2 Schmiedl (88.) - Besondere Vorkommnisse: Horch verschießt Foulelfmeter (62.) - Schiedsrichter: Ulmer (Lämmerspiel) - Zuschauer: 3.000
Spielbericht

Schwache Nerven? – Horch-Elfmeter an die Latte!

Fassungslose Fans, deprimierte KSV-Spieler, ein Jubelndes Gast-Knäuel - es war der schwärzeste Tag der Saison im Auestadion. Nur vier Chancen besaßen die Griesheimer: zwei vor, zwei nach Halbzeit. Daraus machten sie zwei Tore - das letzte schon in der dreiminütigen Nachspielzeit: Der Ex-Bürstädter Schmiedl überlief Hofmann, lenkte an Siewert vorbei den Ball ins Netz...

Genau wie im letzten Heimspiel (gegen Gießen) ging der Gast in Führung. Doch die Parallele zum guten Ende setzte sich nicht fort. Trotz des Einsatzes von vier, ja fünf Sturmspitzen von Anfang an (Zaczyk, Kempa, Hampl, Frohnapfel, Nebe) fand niemand das Rezept, die stabile Griesheimer Dekkung um den hervorragenden Torhüter Steinmetz mit spielerischen Mitteln aufzureißen. Als man es mit Kampf, mit der Brechstange versuchte, sprang als einzige Ausbeute das Ausgleichstor durch Helmut Hampl heraus. Es war die beste Tat des KSV-Torjägers, der im übrigen im Schatten des hervorragenden Vorstoppers Lachmann stand.

Sechs Minuten zuvor schien der Tiefpunkt erreicht: Lachmanns Foul an Hampl ahndete der Schieds-richter trotz Griesheimer Proteste mit einem Elfmeter. Walter Horch schoß - an die Latte! Niemand war da, der sich an diesem Tag an der Routine und Präzision von Klaus Zaczyk aufrichtete. Nervenschwäche heißt das KSV-Problem. Vom Erfolgszwang gebeutelt, von einem ungeduldigen Publikum umgeben, fehlt - wie es Trainer Rudi Kröner ausdrückte - einigen Spielern die geistige Frische. Leistungsträger, die noch vor wenigen Wochen großer Rückhalt und Motor waren, entwickeln plötzlich wenig Zielstrebigkeit und Spielwitz. Kröner: „Es scheint, daß innerhalb der Elf etwas nicht mehr stimmt. Ich muß das herausfinden." Daß die Mannschaft möglicherweise übertrainiert sei, bestreitet Kröner. Der Trainingsrhythmus sei zwar umgestellt, dabei jedoch eher weniger trainiert worden.

Horst Henke (HNA-Sportredaktion)