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<<< 8. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 9. Spieltag

FC Hanau 93 - KSV Hessen Kassel

3:0 (2:0)

Samstag, 29.09.1979
Herbert-Dröse-Stadion Hanau

FC Hanau 93
KSV Hessen Kassel
Klaus Krost
Karl Schaffrath
Peter Hoffmann
Paul Hupp (60. Köhler)
Karl Walter
Günter Oleknavicius
Detlev Gistl (72. Orejuela)
Hubert Genz
Fischer
Karlheinz Schleiter
Brendel
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 1:0 Genz (29.), 2:0 Genz (45.), 3:0 Brendel (87.) - Ecken: 9:10 - 10-Minuten-Strafe: Nebe (70.) - Schiedsrichter: Willbruck (Unterliederbach) - Zuschauer: 3.000
Spielbericht

Verkrampft und verängstigt

Vom glückseligen Traum des Platzes an der Sonne stürzte der KSV Hessen in einen tiefen Alptraum, aus dem es ein böses Erwachsen gab. Anstelle von Selbstsicherheit, mit der die Kröner-Truppe bisher auftrumpfte, traten in Hanau Schüchternheit im Angriff, Schwächen im Mittelfeld und Schusseligkeit in der Abwehr.

Verkrampft, verlegen und verängstigt waren daher die Attribute der mäßigen KSV-Vorstellung, die zu der klaren Niederlage führten. Es gab an diesem Tage aber auch nichts, was die Spitzenposition rechtfertigte. Nach der spielerischen Linie hielten die etwa 500 mitgereisten Fans vergeblich Ausschau.

Das mag vielleicht daran gelegen haben, daß die keinesfalls zimperlich auftretenden Hanauer mit ihrer aggresiven Gereiztheit und ihren bissigen Tacklings den viel zu „braven” KSVern von vornherein jeglichen Schneid abkauften.

Allen drei Treffern gingen haarsträubende Abwehr- beziehungsweise Abspielfehler voraus. Den Knock-out versetzte sich der KSV Sekunden vor dem Halbzeitpfiff selbst, als sich Damerau und Kempa im Mittelfeld nicht einig wurden, der überragende Genz daraus Kapital schlug und das vorentscheidende 2:0 markierte.

Solange sich die Sturmspitzen Zaczyk Hampl und Frohnapfel (später auch Alder und Nebe) die Bälle im Mittelfeld selbst erkämpfen müssen, hat ein abwehrstarker Gegner - wie diesmal Hanau - leichtes Spiel. Darüber hinaus schien Hampl an seinem 29. Geburtstag die Schußstiefel zu Hause gelassen zu haben.

Was allein beeindruckte waren der große Einsatz des kleinen Hofmann und das stete Bemühen Kotts um einen konstruktiven Spielaufbau.

"Ein 0:3 bei einem Zweitliga-Absteiger ist beileibe kein Beinbruch", versuchte Rudi Kröner sich selbst und die Mannschaft zu trösten. Hanaus Trainer Gyula Toth war derart glücklich über den Sieg gegen seine ehemaligen Schützlinge, daß er beim Schlußpfiff Purzelbäume auf dem Rasen schlug.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion)