Uneinnehmbare
Festung
Wie das Wahrzeichen der
Stadt - die majestätisch auf dem Berg
liegende Starkenburg - so erwies sich auch
der FC Heppenheim als uneinnehmbare Festung
für den Spitzenreiter KSV Hessen bei
seiner 0:1-Niederlage an der Bergstraße.
Dennoch dürfen die sich voll ausgebenden
„Löwen” zufrieden sein mit
ihrer Leistung, die diesmal nicht von der
Glücksgöttin Fortuna begleitet war.
Wohl selten zeigte sich
eine Gästemannschaft so überlegen
in Heppenheim wie der KSV: 80 Minuten berannte
die Kröner-Elf das Gehäuse der Einheimischen,
erspielte sich ein gutes Dutzend Torchancen,
erzielte 14:2 Ekken, doch unter dem Schlußstrich
standen trotzdem zwei Minuspunkte, weil man
in der Anfangsphase die nötige Konzentration
vermissen ließ. So auch in der 12. Minute,
als der unglücklich agierende Schiedsrichter
Engel sehr spät auf Freistoß erkannte,
Spielmacher Kraus das Leder in den KSV-Strafraum
bugsierte, wo Geier die konsternierte Abwehr
ausspielte und das für Siewert unhaltbare
„goldene Tor” erzielte.
Danach setzte ein einziger
Sturmlauf der Hessen ein, doch Hampl, Frohnapfel
und Kott scheiterten mit herrlichen Schüssen
an „Teufelskerl” Götte. dem
überragenden Mann auf dem Platz, der
zudem von seinen Vorderleuten Dusenberg. Guth,
Schopen und Hendler hervorragend assistiert
wurde.
Einigen Akteuren schien
aber auch das schwere Pokaltreffen gegen den
KSV Baunatal noch in den Knochen zu stecken,
was sich in mangelnder Explosivität im
Abschluß und manchem Fehlpaß dokumentierte.
Anders ist es auch nicht zu erklären,
daß Kempa und Hampl freistehend vergaben.
Fünf Schüsse strichen um Zentimeter
am Gehäuse der Gastgeber vorbei. Dazu
rettete der Pfosten bei einem Hofmann-Schuß
(48.), Dusenberg und Guth holten drei Bälle
von der Linie, und der Schiedsrichter versagte
den Gästen einen glasklaren Elfmeter,
als Hampl umgestoßen wurde (20.).
2000 begeisterte Zuschauer,
darunter die Ex-KSVer Rohatsch und Hanaus
Trainer Toth, sahen auf der Gegenseite nur
drei torreife Situationen, die Siewert und
Hüter, der einen Lampert-Schuß
in höchster Not von der Linie schlug,
bravourös meisterten.
KSV-Trainer Kröner,
der mit Zaczyk, Kempa und Sturm zufrieden
sein durfte, und sein Kollege Böse waren
sich nach der Partie einig, daß es ein
sehr glücklicher Erfolg gewesen sei,
wobei der Heppenheimer den Gästen allerdings
ein tröstendes Wort mit auf die Heimreise
gab: „Ihr schafft's am Ende trotzdem
noch!”
Michael Mischel (HNA-Sportredaktion) |