Aus
dem „Schützenfest” wurde
nichts
Der erwartete Erfolg über
den Tabellenvorletzten gelang, dennoch ging
Hessen-Trainer Rudi Kröner hart mit seiner
Elf ins Gericht: „lch bin sauer über
die mangelnde Einstellung einiger Männer.”
Mangelnde Konzentration und Explosivität
sowie Profilierungssucht warf er ihnen vor.
Sein Kollege Nusser, der einen Klassenunterschied
sah, war dennoch zufrieden: „Mit meiner
ersatzgeschwächten Mannschaft habe ich
mich gut aus der Affäre gezogen!”
Sicher war, es keine Offenbarung,
die den in Erwartung eines Kantersieges gekommenen
4500 Zuschauern geboten wurde. Das Bemühen
um konstruktiven Spielaufbau war zwar zu erkennen,
aber daß dies nur in wenigen Phasen
gelang, hatte vielerlei Gründe: Die Gäste
zogen einen dichten Abwehrring um ihren Strafraum,
verschleppten das Tempo und lockten die Hessen
mit Mann und Maus in ihre „übervölkerte”
Hälfte. Echte Gefahr kam nur, wenn mit
weiten Pässen auf Hampl und Nebe der
Raum geöffnet wurde, aber wie selten
gelang das, wenn man mit allzu lässigen,
in die Breite fließenden Ballpassagen
Angriffsaktionen entwickelte?!
Daß Hampl nach herrlicher
Frohnapel-Flanke allzu früh das 1:0 (8.)
gelang, erwies sich als verhängnisvoll.
Jeder wollte nun bei dem vermeintlichen "Schützenfest"
ein Tor machen. Was Torwart W.Göbel nicht
hielt, blieb irgendwo im dichten Gestrüpp
der Abwehr hängen. Ein Glück, daß
der fast arbeitslose Siewert bei drei Kontern
der Viktoria (Maurer) hervorragend reagierte.
Frohnapfel, der trotz leichter Grippe spielte,
und der als „hängender” Rechtsaußen
am meisten Wirkung erzielende Zaczyk sorgten
schließlich dafür, daß die
Relationen auch zahlenmäßig einigermaßen
ins rechte Lot gebracht wurden.
Michael Mischel (HNA-Sportredaktion) |