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<<< 4. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 5. Spieltag

Viktoria Aschaffenburg - KSV Hessen Kassel

0:3 (0:1)

Samstag, 01.09.1979
Stadion am Schönbusch

Viktoria Aschaffenburg
KSV Hessen Kassel
Goltz
M. Bergmann
Merz
Schüßler
Henn
Disser
Dölger
H. Bergmann
Brendel
Monseler
Göhler (66. Klein)
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 0:1 Hampl (18.), 0:2 Kott (65.), 0:3 Hampl (77.) - Ecken: 5:6 - Schiedsrichter: Eckhardt (Wismar) - Zuschauer: 4.500
Spielbericht

Mit Klappmesser-Taktik zu tödlichen Kontern angesetzt

Im Glutofen der Aschaffenburger Schönbusch-Arena trat der KSV Hessen cool bis in die Zehenspitzen auf. Wie kaltschnäuzige Box-Profis, die einen heißblütig-ungestüm angreifenden Gegner „auflaufen” lassen, um dann tödliche Konter anzusetzen, gingen die Hessen ans Werk. Der 3:0-Sieg entspricht somit haargenau dem Kräfteverhältnis.

Die Schützlinge von Trainer Rudi Kröner operierten höchst rationell. Hinter den beiden Sturmspitzen Hampl (eine Augenweide sein Ballgefühl!) und Alder/Nebe lullte der Rest im gesicherten Mittelfeld durch präzises Zuspiel den Gegner regelrecht ein. Bis plötzlich zwei, drei, manchmal auch vier KSVer ihre Positionen verließen - Horch, Hofmann. Hüter und Sturm taten dies äußerst routiniert - um sich mit in den Angriff einzuschalten.

Dieser Überfall war geschickt vorbereitet. Er erfolgte immer erst dann, wenn sich Frohnapfel, Kempa, Kott oder Zaczyk freigelaufen hatten und risikolos angespielt werden konnten. Diese Klappmesser-Taktik ermöglichte größte Überrumpelungseffekte bei hohen eigenen Sicherheitsreserven.

Daß das KSV-Tor dennoch einige Male in Gefahr geriet, lag mehr an der aufreizend lässigen Art der Abwehr als an der Durchschlagskraft des gegnerischen Angriffs. Hier setzte auch Rudi Kröner seine Kritik an: „Die Hintermannschaft muß noch viel konzentrierter spielen.” Im gleichen Atemzug drängte der KSV-Coach auch Aschaffenburger Vorschußlorbeeren („Das ist der kommende Meister") ent-schieden zurück: „Und wenn es heute ein 5:0 gegeben hätte und wir morgen 8:0 gewinnen - ich sorge dafür, daß keinerlei Euphorie aufkommt.”

Kaum ansprechbar schien Manfred Brunner. Auf den Einwand, daß mit diesem Viktoria-Angriff kein Blumentopf zu gewinnen sei, reagierte Aschaffenburgs Trainer gekränkt: „Was wollen Sie eigentlich? Meine junge Elf gehört überhaupt nicht an die Spitze.” Ein „schöner” Trainer, der sein Team nicht gern vorn sieht... !

Der fast dezenten, teilweise aber profihaften Vorstellung des KSV mangelte es nicht an glanzvollem Fluidum. Da ist in erster Linie Hampls hohe Spielkunst zu nennen, der nach famoser Vorarbeit von Frohnapfel und Kempa zwei sehenswerte Treffer selbst erzielte und Wegbereiter zu Kotts herrlichem 2:0 war. Dieser Kott bot aufgrund seiner wiedergewonnenen Kraft eine prächtige Partie im Mittelfeld. Und schließlich stach auch die sachliche Arbeit von Torhüter Siewert hervor, der sich als ruhender Pol hinter einer manchmal zu verspielt wirkenden Abwehr erwies.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion)