KSV
Hessen und Bergshausen imponierende Derby-Sieger
Klarer als von vielen Fans
erwartet setzten sich in den Nordhessen-Derbys
der Fußball-Oberliga die Platzherren
durch: Der KSV Hessen deklassierte den TuSpo
Ziegenhain mit 7:0 (4:0), und fast ebenso
deutlich behielt die FSV Bergshausen mit 6:0
(2:0) die Oberhand über die SpVgg Olympia.
Beide Sieger nehmen Platz 1 und 2 ein: Der
KSV Hessen ist mit 8:0 Punkten souveräner
Tabellenführer vor Bergshausen und Aschaffenburg
(je 5:1). Morgen verteidigt Bergshausen seinen
2. Rang beim KSV Baunatal (19.30 Uhr, Parkstadion).
Ziegenhains Spielertrainer
Rolf Birkhölzer sprach nach der deutlichen
Niederlage seiner Mannschaft im Oberliga-Derby
beim KSV Hessen von einer „Lehrstunde”.
„Einige meiner Spieler haben sich noch
nicht umgestellt auf die neue Klasse. Der
Sieg des KSV Hessen war klar und ist auch
verdient. Ich gratuliere hier ohne Groll.”
Wie groß die Umstellung
von Landesliga auf Oberliga sein kann, wurde
in der Mannschaft der Schwälmer nur allzu
deutlich. Lediglich Libero Wolfgang Hansmann
und mit Abstrichen Herbert Stöhr (beides
übrigens Ex-KSVer) wurden diesmal den
Anforderungen der höchsten Amateurklasse
gerecht.
KSV-Hessen-Trainer Rudi
Kröner lobte die Fairneß der Ziegenhainer.
„Wir wollen aber nach dem hohen Sieg
keine Euphorie aufkommen lassen. Erst mal
müssen wir am nächsten Wochenende
nach Aschaffenburg. Gegen Ziegenhain haben
wir den Gegner von Beginn an eingeschnürt
und ihm mit unserer Spielfreude jede Spielmöglichkeit
genommen."
In der Tat, der KSV Hessen
drängte vom Anpfiff an auf einen Torerfolg.
Schon nach kurzer Zeit wurde klar, daß
das Mittelfeld-Quartett der „Hessen”
(Frohnapfel, Zaczyk, Kempa, Kott) dem der
Ziegenhainer überlegen war, zumal besonders
Peter Kempa (Gegenspieler Drescher) zuviel
Spielraum gelassen wurde.
Hinzu kommt auch, daß
das variable Angriffsspiel des KSV Hessen
– zwei Sturmspitzen plus nachstoßende
Mittelfeldspieler – die Abwehr der Ziegenhainer
fast ständig unter Druck setzte und kaum
Möglichkeiten zu Kontern gab.
Und wenn wirklich einmal
ein Ziegenhainer Angreifer „ausbrach”
und über die Mittellinie kam, dann war
die Abwehr der Hessen, die in den wenigen
kritischen Situationen einen sicheren Eindruck
hinterließ, zur Stelle. So resultierte
denn auch Ziegenhains größte Chance
aus einem Freistoß von Altmann Mitte
der zweiten Halbzeit, den Siewert aber bravourös
parierte, nachdem der Ball bei der ersten
Ausführung – ohne daß der
Ball freigegeben war – im Tor landete.
Beim TuSpo Ziegenhain sollte
man trotz der hohen Niederlage optimistisch
in die Zukunft blicken. So spielfreudig wie
der KSV Hessen, bei dem sich Frohnapfel, Zaczyk,
Kempa und Hampl die besten Noten verdienten,
an diesem Tage war, sind bei weitem nicht
alle Mannschaften der Oberliga.
Peter Fritschler (HNA-Sportredaktion) |