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Oberliga Hessen 1979/80, 3. Spieltag

SpVgg Olympia Kassel - KSV Hessen Kassel

2:4 (0:0)

Mittwoch, 22.08.1979
Sportplatz an der Leuschnerstraße

SpVgg Olympia Kassel
KSV Hessen Kassel
Wörmann
Poppenhäger
Buchenau
Becker
Wohlgemuth
Herwig
Zippel
Schröder
Damm
Knauf
Schaumlöffel
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 0:1 Frohnapfel (54.), 1:1 Schaumlöffel (57.), 1:2 Frohnapfel (62.), 2:2 Siewert (67., Eigentor), 2:3 Zaczyk (77., Foulelfmeter), 2:4 Hofmann (86.) - Ecken: 3:19 - Zehn-Minuten-Strafe: Zippel (79.) - Schiedsrichter: Schmidt (Schauenburg-Hoof) - Zuschauer: 4.000
Spielbericht

KSV Hessen an der Tabellenspitze!

Der KSV Hessen steht erstmals seit dem 16. Januar dieses Jahres dort, wo er gern am Schluß auch plaziert sein würde: Auf Rang 1 der Fußball-Oberliga! Der eigene 4:2-(0:0)-Sieg beim Lokalrivalen Spvgg Olympia und die geradezu sensationell hohe Hanauer 0:4-Niederlage in Aschaffenburg verhalfen der Mannschaft um Trainer Rudi Kröner zum Sprung an die Spitze. Freude herrschte auch im Lager des Tuspo Ziegenhain, denn der Neuling errang mit dem klaren 5:2-(1:1)-Erfolg über "Schlußlicht" Gießen den ersten Saisonsieg.

Wohl niemand unter den 4000 Zuschauern an der Leuschnerstraße hätte geglaubt, daß die Olympianer dem KSV Hessen das Siegen so schwer machen würden. Eine Halbzelt lang versuchte der hohe Favorit vergeblich, das Beton-Abwehrwerk der Platzherren zu durchbrechen. Chancen gab es genug für den KSV, der es jedoch seiner eigenen Umständlichkeit zuschreiben mußte, daß keine Treffer fielen.

Erst ein prächtiges Kopfball-Torpedo von Frohnapfel brach den Bann — und dann ging es Schlag auf Schlag: Innerhalb von 32 Minuten schnellte die Trefferausbeute auf sechs Einschüsse, und am Ende stand ein Sieger, der enorm viel Laufarbeit verrichten mußte, um die verzweifelt kämpfenden Olympianer in Schach zu halten.

Aus Stolz (oder war's Sturheit?) hielten die Hessen übermäßig lange an einer Schönspielerei fest, die — oft auf engstem Raum ausgeführt — keine Effektivität einbrachte. Erst auf der "Wellenlänge" von einer unglaublich starken Moral, von Homogenität und Angrlffsschwung fand der Meisterschafts-anwärter zum Erfolg, den der Großteil der 4000 Besucher stürmisch bejubelte.

Bei Olympia — so hatte es den Anschein — war die eigene Mißlaunigkeit über den Elfmeter der größte Feind. Denn bis zum Strafstoß-Tor in der 77. Minute (zum 2:3) imponierten die Zwehrener durch unbändigen Ehrgeiz, überließen dann aber dem Gegner fast freiwillig das Feld.

Olympias Trümpfe stachen in der Abwehr, wo Buchenau seinen Gegenspieler Alder ausschaltete, der junge Becker dem Routinier Hampl hart zusetzte und Poppenhäger auf dem Libero-Posten regelrecht "aufräumte".

Der KSV Hessen hatte allerdings im Mittelfeld mit "Goldköpfchen" Frohnapfel (herrlich seine beiden Treffer auf Flanken von Sturm und Hampl), dem jederzeit sich geschickt anbietenden Kempa und dem offensiven Sturm (ohne Gegenspieler) ein klares Plus. Der überragende Hüter (gegen Knauf) sowie der ideenreiche Zaczyk waren weitere Asse.

Im Olympia-Lager zog man nachher über Schiedsrichter Schmidt her. Die gesamte Mannschaft schwört Stein und Bein, daß Becker in der 77. Minute Grau nicht regelwidrig zu Fall gebracht habe. Dazu Grau: "Ein klares Foul!"

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion)