KSV
Hessen an der Tabellenspitze!
Der KSV Hessen steht erstmals
seit dem 16. Januar dieses Jahres dort, wo
er gern am Schluß auch plaziert sein
würde: Auf Rang 1 der Fußball-Oberliga!
Der eigene 4:2-(0:0)-Sieg beim Lokalrivalen
Spvgg Olympia und die geradezu sensationell
hohe Hanauer 0:4-Niederlage in Aschaffenburg
verhalfen der Mannschaft um Trainer Rudi Kröner
zum Sprung an die Spitze. Freude herrschte
auch im Lager des Tuspo Ziegenhain, denn der
Neuling errang mit dem klaren 5:2-(1:1)-Erfolg
über "Schlußlicht" Gießen
den ersten Saisonsieg.
Wohl niemand unter den 4000
Zuschauern an der Leuschnerstraße hätte
geglaubt, daß die Olympianer dem KSV
Hessen das Siegen so schwer machen würden.
Eine Halbzelt lang versuchte der hohe Favorit
vergeblich, das Beton-Abwehrwerk der Platzherren
zu durchbrechen. Chancen gab es genug für
den KSV, der es jedoch seiner eigenen Umständlichkeit
zuschreiben mußte, daß keine Treffer
fielen.
Erst ein prächtiges
Kopfball-Torpedo von Frohnapfel brach den
Bann — und dann ging es Schlag auf Schlag:
Innerhalb von 32 Minuten schnellte die Trefferausbeute
auf sechs Einschüsse, und am Ende stand
ein Sieger, der enorm viel Laufarbeit verrichten
mußte, um die verzweifelt kämpfenden
Olympianer in Schach zu halten.
Aus Stolz (oder war's Sturheit?)
hielten die Hessen übermäßig
lange an einer Schönspielerei fest, die
— oft auf engstem Raum ausgeführt
— keine Effektivität einbrachte.
Erst auf der "Wellenlänge"
von einer unglaublich starken Moral, von Homogenität
und Angrlffsschwung fand der Meisterschafts-anwärter
zum Erfolg, den der Großteil der 4000
Besucher stürmisch bejubelte.
Bei Olympia — so hatte
es den Anschein — war die eigene Mißlaunigkeit
über den Elfmeter der größte
Feind. Denn bis zum Strafstoß-Tor in
der 77. Minute (zum 2:3) imponierten die Zwehrener
durch unbändigen Ehrgeiz, überließen
dann aber dem Gegner fast freiwillig das Feld.
Olympias Trümpfe stachen
in der Abwehr, wo Buchenau seinen Gegenspieler
Alder ausschaltete, der junge Becker dem Routinier
Hampl hart zusetzte und Poppenhäger auf
dem Libero-Posten regelrecht "aufräumte".
Der KSV Hessen hatte allerdings
im Mittelfeld mit "Goldköpfchen"
Frohnapfel (herrlich seine beiden Treffer
auf Flanken von Sturm und Hampl), dem jederzeit
sich geschickt anbietenden Kempa und dem offensiven
Sturm (ohne Gegenspieler) ein klares Plus.
Der überragende Hüter (gegen Knauf)
sowie der ideenreiche Zaczyk waren weitere
Asse.
Im Olympia-Lager zog man
nachher über Schiedsrichter Schmidt her.
Die gesamte Mannschaft schwört Stein
und Bein, daß Becker in der 77. Minute
Grau nicht regelwidrig zu Fall gebracht habe.
Dazu Grau: "Ein klares Foul!"
Günter Grabs (HNA-Sportredaktion) |