HOME
News
Regionalliga
Verbandsliga
Vereinsbilanz
Hall of Fame
Spielerarchiv
Trainerarchiv
Saisonarchiv
Auestadion
Hessenlöwe
LINKS
IMPRESSUM

<<< 1. Spieltag
Oberliga Hessen 1979/80, 2. Spieltag

KSV Hessen Kassel - KSV Baunatal

2:1 (1:1)

Samstag, 18.08.1979
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
KSV Baunatal
Peter Schüler
Karl-Heinz Dickkopf
Hans-Dieter Diehl
Wayne Thomas
Klaus Ganz
Gerhard Reinbold
Horst Prantschke
Bernd Krech (71. Kalbfleisch)
Berthold Bachmann
Wolfgang Reichel (71. Griesel)
Trainer: Norbert Wagner
Spielstatistik
Tore: 0:1 Prantschke (26.), 1:1 Frohnapfel (42.), 2:1 Hampl (85.) - Ecken: 6:7 - Gelbe Karten: Schüler, Ganz, Reichel (Baunatal) - Zeitstrafen: Alder - Ganz - Besondere Vorkommnisse: Hofmann schießt Foulelfmeter über das Tor - Schiedsrichter: Kost (Wörrstadt) - Zuschauer: 16.000
Spielbericht

16 000 sahen Sieg der Hessen gegen Baunatal im Derby

Ein wenig glücklich, aber nicht unverdient gewann der KSV Hessen am Samstag im Auestadion das mit Spannung erwartete Nordhessen-Derby gegen den „Vornamens-Vetter” KSV Baunatal vor 16 000 Zuschauern mit 2:1 (1:1) und feierte damit im fünften Anlauf endlich den ersten Punktspielerfolg über den Erzwidersacher. Da sich Hanau 93 mit 3:0 gegen TuSpo Ziegenhain durchsetzte — ein achtbares Ergebnis für den Neuling — liegen die 93er mit 4:0 Punkten aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Hessen. Bergshausen schlug Hochstadt mit 3:0 und liegt mit 3:1 Punkten „in Lauerstellung” hinter den führenden Mannschaften. Olympia Kassel machte mit dem 2:1-Sieg in Gießen die beste Reklame für das Lokalderby gegen den KSV Hessen, das am Mittwochabend um 18 Uhr an der Leuschner-straße stattfindet.

Im Auestadion ging es nicht um den Schönheitspreis, es ging um wertvolle Punkte und um das Prestige, so sehr auch vor und nach dem Spiel von Baunataler Seite betont wurde, dies sei „ein Spiel von 34”. So sahen die 16 000 ein kampfbetontes, streckenweise hektisches Spiel mit erbittert geführten Zweikämpfen, das anfangs und zwischen der 70. und 85. Minute die routinierte Baunataler Mannschaft, gegen Ende der ersten Halbzeit und nach Wiederbeginn die Hessen leicht im Vorteil sah. Jeder hätte gewinnen können, die Glücksgöttin lächelte diesmal den Hessen zu und glich damit deren Handicap aus, mit dem in Hochstadt verletzten Vorstopper Damerau und dem seit Wochen an einer Achillessehnenreizung leidenden Gerd Grau zwei wertvolle Stützen ersetzen zu müssen.

Daß in der umgebauten Hessen-Abwehr Horch seine sonstige Übersicht und Abgeklärtheit vermissen ließ, war für die Hintermannschaft genau so beunruhigend wie die Nervosität, die ein sonst so routinierter Mann wie Grawunder auf der anderen Seite verbreitete.

Beim 0:1 in der 26. Minute übersah die in der Mauer versammelte Mannschaft der Hessen, daß sich kurz vor der Ausführung eines Freistoßes Prantschke in den freien Raum an der rechten Seite pirschte. Prompt kam der Paß, prompt folgte der Torschuß! Als wenig später Alder von Torwart Schüler zu Fall gebracht wurde und Schiedsrichter Kost auf Strafstoß entschied (eine ähnliche Situation mit Siewert/Reinbold blieb später ohne Folgen!), trat der 18jährige „Benjamin” der Hessen, Hofmann, zur „Exekution” an, nachdem er vor einer Woche in Hochstadt den Mut hatte, den spielentscheidenden Strafstoß kurz vor Schluß zum 1:0-Sieg zu schießen. Diesmal ging sein Schuß „in die Wolken”, was fast buchstäblich zu verstehen ist!

Nachdem Schüler mit prächtiger Parade einen wunderschönen Volleyschuß von Kott pariert und Rudi Kröner seine Mannschaft mit der Hereinnahme von Frohnapfel für Schneider umformiert hatte (Hofmann rechter Verteidiger, Sturm Vorstopper, Frohnapfel Mittelfeld), kam die Wende: „Joker” Frohnapfel mit der Nummer 13 nutzte nach einer Hereingabe von Kempa, die Hampl mit der Brust gestoppt hatte, einen Moment der Unentschlossenheit in der Baunataler Abwehr mit einem Schuß zum 1:1 und eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Kopfball an den Pfosten, nachdem Kempa den von Zaczyk vorgelegten Ball präzise vor das Tor geflankt hatte. Obwohl nun die Hessen „am Drücker” waren, fehlte es auch für die Gäste nicht an Chancen, deren beste Bachmann, frei vor Siewert verpatzte. Und „Gustav” Ganz traf nur die Oberkante der Latte.

In der nun hektischer werdenden Partie sahen Ganz, Reichel und Schüler die gelbe Karte, Ganz mußte von der 64. - 74. Minute zuschauen, wie Alder, der nach dem raffinierten Freistoßtor von Hampl (85.) das Leder nach dem Motto „Zeit ist Geld” auf die Tribüne feuerte.

Norbert Wagner versuchte, seinem Baunataler Angriff mit der Hereinnahme zweier frischer Spieler für die erlahmten Flügel neuen Schwung zu verleihen, vergebens. Rudi Kröner, der mit Frohnapfel, Kott und Alder drei angeschlagene Spieler auf dem Feld hatte, „überhörte” deshalb die Chöre, die das Einwechseln von Nebe und Grau forderten, bis zur 83. Minute und schickte dann für den total erschöpften Kempa den Ex-Zwehrener auf das Feld.

Schiedsrichter Kost war, wie die 26 Aktiven, gewiß nicht ohne Fehler, doch leitete er so energisch, daß er die Partie nie aus dem Griff verlor.

Herbert Peiler (HNA-Sportredaktion)