Wie ein Held gefeiert
Die Kasseler haben zwar
nicht das Künststück fertig bringen
können, die Eintracht zum dritten Male
aus dem Pokalwettbewerb herauszuwerfen,
dafür aber bei einer Gesamteinnahme
von rd. 130 000 DM über 50 000 DM verdient
und die Gewißheit erhalten, daß
sie mit der Form gegen die Frankfurter nicht
mehr zu den Abstiegskandidaten im Süden
zu rechnen sind.
Wohl war die Eintracht
in dem schneebedeckten Auestadion spielerisch
überlegen, doch die Kasseler glichen
alle ihre Mängel und Schwächen
(Trainer Baas mußte den unfertigen
Rabeneck Hölzenbein beigeben und den
ausgelaugten Hansmann auf dem Feld lassen)
mit ihrer hervorragenden Moral und ihrem
unbändigen Willen, dem Bundesligisten
die Zähne zu zeigen, nahezu voll aus.
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts
lehrten die Kasseler ihrem Gegner gar das
Fürchten. Ernst Martin wirbelte die
Frankfurter Abwehr so durcheinander, daß
oftmals alle Spieler nach hinten beordert
wurden, um die Nordhessen am Sieg zu hindern.
Es war immer wieder "Erni"
Martin, der durch die Eintracht-Dekkung
marschierte und Wienholds Vordermänner
oftmals schwach aussehen ließ.
Wie die Vierer-Schlußreihe
den einzigen Kasseler Stürmer bewunderte,
so zeigte sich auch Jürgen Grabowski
über seinen 20jährigen Bewacher
Novak mehr als überrascht. Dieser junge
Nachwuchs-mann spielte so unbekümmert
und selbstbewußt auf, daß man
glauben konnte, er sei ein nach vielen Schlachten
erfahrener Profi.
Parits wurde von seinen
Kameraden für sein zweites Tor wie
ein Held gefeiert. Er hatte sie von der
Verlängerung befreit und doch noch
den zeitweise gefährdeten Sieg geholt.
Bei den Frankfurtern blieben Weidle und
Rohrbach unter Wert und der hinten fast
überzählige Reichel machte zu
wenig aus seiner freien Rolle.
H. Pippert (Quelle unbekannt)