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Regionalliga Süd 1972/73, Testspiel
 

KSV Hessen Kassel - BV 09 Borussia Dortmund

3:2 (-:-)

Mittwoch, 10.01.1973
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
BV 09 Borussia Dortmund
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Trainer: Herbert Burdenski
Spielstatistik
Tore: Habedank und Hansmann (2) für den KSV - Bertl und Wilhelm für Dortmund - Zuschauer: 4.000
Spielbericht

Besonders hell war es nicht

Flutlicht im Kasseler Auestadion. Als diese Meldung Anfang Januar 1973 vom KSV Hessen zugeschickt wurde, wollte es zunächst niemand glauben. Auch unsere Zeitung nicht. Die gab zu, auf den ersten Blick an einen verspäteten Silvesterscherz gedacht zu haben. Eine Nachfrage damals ergab dann aber, dass alles stimmte. Dass also der damalige Zweitligist KSV am Mittwoch, den 10. Januar 1973, ein Testspiel gegen Borussia Dortmund im Auestadion unter Flutlicht austragen wird.

"Wie wollen die das machen?", dürften sich viele Zeitgenossen gefragt haben. Denn Flutlichtanlagen kannte man damals nur aus den Bundesligastadien. Des Rätsels Lösung: Eine mobile Anlage, aufgestellt von der Kasseler Firma Polyma (heute Polyma Energiesysteme GmbH, 60 Mitarbeiter), sollte es richten. Das Unternehmen wollte seine mobile Anlage, die in den 60er-Jahren entwickelt worden war, testen. Von wem das erste Signal ausgegangen war, vom KSV oder Polyma, lässt sich nicht mehr feststellen.

Die Anlage bestand aus sechs neun Meter hohen Lichtmasten mit je neun Scheinwerfern, die das Spielfeld beleuchteten. Für die nötige Energie sorgten Maschinensätze, die mit Diesel betrieben wurden. Die mittlere Leuchtkraft auf dem Feld: 70 Lux (zum Vergleich: Die jetzt fest installierte Anlage im Auestadion verfügt über 800 Lux. Eine normale Straßenlaterne bringt etwa 10 Lux).

So richtig hell war es damals an einem lausig kalten Mittwochabend vor über 35 Jahren also nicht. Den Zuschauern und auch den Spielern sollte es dennoch reichen. Adi Schade (heute 63), der damals im KSV-Trikot mit dabei war: "Es war nicht besonders hell. Der Ball war aber immer erkennbar. Für uns Spieler auf dem Platz gab es also keine größeren Probleme." Auch von Beschwerden der Zuschauer wurde nichts bekannt. Ebenfalls zufrieden war HNA-Sportreporter Horst Henke. Er monierte zwar das "relativ niedrige Flutlicht", lobte aber die besondere Atmosphäre. "Das macht Laune." 4000 Fans waren ins Auestadion gekommen. Sie erhielten vom KSV kostenlos Regenumhänge. Eingeladen waren außerdem die Stadtväter und die Mitglieder des Förderkreises. Denn die Löwen hatten schon damals insgeheim auf den Bau einer stabilen Flutlichtanlage gehofft.

Das Spiel gewannen die Löwen übrigens mit 3:2. Das war nicht wirklich überraschend, denn auch Dortmund war im Frühjahr 1973 nur ein Zweitligist. Die Tore schossen Habedank und zweimal Hansmann für den KSV. Für Dortmund waren Bertl und Wilhelm erfolgreich.

Uli Brehme (HNA-Sportredaktion, 28.04.2008)