"Berti Vogts hatte sich gleichzeitig
auswechseln lassen. Nicht wegen einer Verletzung,
sondern um auf diese unauffällige Weise
den Autogrammjägern zu entkommen und
einen Platz unter der Dusche zu finden.
Auch das gehört zur Schläue eines
alten Fußballhasen ..." - Herbert
Peiler in seinem Zeitungsbericht über
das Freundschaftsspiel Hessen Kassel gegen
Borussia M'gladbach (25.07.1970)
"Es ist ein schlechtes Omen, hier
in Kassel zu gewinnen. Wer in Kassel verliert,
der wird auch deutscher Meister", meinte
er halb abergläubisch, halb scherzhaft.
Der blonde Weltklasseverteidiger spielte
damit auf die Niederlagen von Bayern München
und seiner Mannschaft an, die in den letzten
beiden Jahren die Vorbereitungsspiele im
Auestadion verloren hatten. - Reinhard Bank
zitiert Berti Vogts in seinem Zeitungsbericht
über das Freundschaftsspiel Hessen
Kassel gegen Borussia M'gladbach (25.07.1970)
"Aber da waren auch noch Gerstner
und zur großen Überraschung Gerd
Grau dabei. Dem Ex-Homberger juckte es schon
wieder in den Füßen, man merkte
es ihm deutlich an. Die Leistenoperation
hat er offenbar gut überwunden."
- Reinhard Bank in seinem Zeitungsbericht
über das Freundschaftsspiel CSC 03
Kassel gegen Hessen Kassel (05.08.1970)
"Zum Schluß gellten Pfiffe der
zu Recht maßlos enttäuschten
Zuschauer durch das Rund, und so mancher
Schwur - nie, nie wiederzukommen - wurde
laut, der wohl schon am 12. September beim
Heimspiel gegen die Münchener Löwen
gebrochen werden wird." - Herbert Peiler
in seinem Zeitungsbericht über das
Ligaspiel Hessen Kassel gegen VfR Mannheim
(03.09.1970)
"Wir haben gewiß genug Phantasie,
uns vorzustellen, wie einem Trainer bei
einem solchen Zitterspiel auf seinem harten
Bänkchen zumute ist. Vor einem auf
dem grünen Rasen läuft nichts
zusammen, und hinter einem fordert Volkes
Stimme kategorisch Auswechslung, Sieg und
Punkte." - Herbert Peiler in seinem
Zeitungsbericht über das Ligaspiel
Hessen Kassel gegen Opel Rüsselsheim
(21.09.1970)
"Als Adler nach genau einer Stunde
Spielzeit den Flankenball von Grau mit dem
Kopf zum erlösenden 1:0 ins Tor bugsierte,
gab es bei Trainer Heinz Baas einen Kurzschluß
in der Schaltzentrale. Die treuen Zuschauer
und Freunde des Vereins gingen auf die Barrikaden,
als ihnen die Zunge herausgestreckt wurde.
Peinlich, peinlich - besonders deshalb,
weil wir um die Bemühungen des Vorstandes
um eine gute Öffentlichkeitsarbeit
wissen." - Herbert Peiler in seinem
Zeitungsbericht über das Ligaspiel
Hessen Kassel gegen Opel Rüsselsheim
(21.09.1970)
"Wir fürchten, daß viele
der Fans, die mit dem am häufigsten
gebrochenen Eid auf den Lippen das Stadion
verließen (Ich schwöre: hier
gehe ich nie wieder hin ...), diesmal Wort
halten werden." - Die HNA in ihrem
Spielbericht über das 1:1 zwischen
dem KSV und Schweinfurt 05 (16.11.1970).
"Trainer Heinz Baas hatte doppelten
Anlaß zur Freude. „Er feiert
heute seinen 20. Hochzeitstag”, blinzelte
uns Herbert Maciossek in der Kabine zu.
Und weil ein Trainer bekanntlich auch mit
dem Fußball verheiratet ist, machte
ihm die „zweite Braut” mit diesem
Sieg ein zusätzliches Geschenk."
- Aus dem Spielbericht der HNA über
das Pokalspiel KSV Hessen gegen Ingolstadt
(23.11.1970).
"Ein Mann wie der 33jährige Heiner
Dittel dankte es seinem „Chef”,
daß er trotz bohrender Zweifel an
ihm festhielt und ihm die Bewachung von
Gerd Müller übertrug. Großartig,
wie der Heiner mit Kraft und Elan, aber
auch mit Köpfchen und Zähigkeit
seine Aufgabe löste. Von zehn Duellen
gewann Kassels Vorstopper sieben –
aber zum Schluß blieb die Tatsache,
daß Gerd Müller, dieser langhaarige
Strafraumgeist, doch die beiden Treffer
für seine Mannschaft erzielt und sie
damit vor einem vorzeitigen „Aus”
im Pokalwettbewerb bewahrt hatte. Die fast
nebensächliche Art, wie er zweimal
den Ball über die Linie mauschelte,
war typisch für den Mann, den sie -
unzutreffender geht's nimmer - den „Bomber”
nennen." - Aus dem Spielbericht der
HNA über das Pokalspiel KSV Hessen
Kassel gegen FC Bayern München (14.12.1970).
"Zu Lachen hatten die Anhänger
des KSV zu dieser Zeit schon nichts mehr,
denn der Club hatte nach 60 Minuten das
Kommando so eindeutig an sich gerissen,
daß das zweite Tor nur eine Frage
der Zeit schien. Heiterkeit kam nur auf,
als der Platzsprecher den Fund einer Brille
meldete und Volkes Stimme im Chor echote:
Gehört dem Schiedsrichter!" -
Aus dem Spielbericht der HNA über das
Spiel KSV Hessen Kassel - 1. FC Nürnberg
(10.01.1971)
"Baas hat immer bedauert, keine dominierende
Spielerpersönlichkeit als „verlängerten
Trainer-Arm” auf dem Spielfeld zu
haben. Ein heranreifender Holger Brück
in dieser Mittelfeldrolle könnte eine
solche Persönlichkeit werden."
- Aus dem Spielbericht der HNA über
das Spiel VfR Mannheim - KSV Hessen Kassel
(01.02.1971)
Rainer Künkel ist da schon weiter.
Aber gegen einen so cleveren Gegenspieler
wie Vorstopper Ulrich zeigte sich seine
Unerfahrenheit. „Der hat ja getreten
und gespuckt”, entrüstete er
sich nach dem Spiel beim Trainer. Worauf
Heinz Baas auf seine Weise die Konsequenz
zog: „Der Rainer muß im Zweikampf
härter werden. Beim nächsten Training
werde ich ihn gegen den Walter Liebich stellen
...” - Aus dem Spielbericht der HNA
über das Spiel VfR Mannheim - KSV Hessen
Kassel (01.02.1971)
"Aus dem im Fußball bis zum
Überdruß zitierten „Heimvorteil”
ist für die Hessen ein echter „Heimkomplex”
geworden. Wer sie ruhig, abgeklärt
und clever spielen sehen will, muß
ein paar hundert Kilometer 'gen Süden
fahren. Zu Hause spielen sie - seit ihr
Nimbus vom Nürnberger Club gebrochen
wurde - derart konfus, daß man an
einen Hühnerhof denken muß, in
den der Fuchs eingebrochen ist. Alles flattert
und rennt durcheinander, ein System wird
Gegner und Publikum erfolgreich verschleiert."
- Aus dem Spielbericht der HNA über
das Spiel KSV Hessen Kassel - VfR Heilbronn
(08.02.1971)
"Auf den Rängen nahm man die
Fehlzündungen anfangs mit Humor. „Am
Bratwurststand sind mehr Würstchen
als Brötchen”, kam es über
den Lautsprecher. „Auf dem Spielfeld
auch”, tönte jemand zurück."
- Aus dem Spielbericht der HNA über
das Spiel KSV Hessen Kassel - Wacker München
(05.04.1971)
"Toleranz und Geduld sind bei einem
Teil des Kasseler Publikums keine Tugenden.
Man will etwas sehen für sein teures
Geld. Man will, daß solch ein Absteiger
mit Haut und Haaren verspeist wird. Man
beschimpft den Trainer, pfeift die Spieler
aus. „Den Ernst Martin haben sie regelrecht
fertiggemacht”, ärgerte sich
ein Teil der KSV-Mannschaft nachher. Otto
Kastl war es schon vorher zu bunt geworden:
„Nun seid mal schön stille”,
rief er zur Tribüne hinauf." -
Aus dem Spielbericht der HNA über das
Spiel KSV Hessen Kassel - Wacker München
(05.04.1971)