Pokal-Aus in der
dritten Süddeutschen Hauptrunde
Wieviel gehegte Hoffnungen
wurden an diesem Spieltag zerstört.
Die Schwaben aus Augsburg, die in diesem
Jahr auch nicht gerade stark spielten, hatten
selbst nicht mit einem so klaren Erfolg
gerechnet. Was nützt uns die Tatsache,
daß das Ergebnis durchaus nicht dem
Spielverlauf entsprach. Das hohe Ergebnis
entsprang auch wieder einer zu frühen
Resignation unserer Spieler. Wenn auch der
Schiedsrichter klare Fehlentscheidungen
traf, so kann man doch nichts mit zornige
Gesichtern und betont lustlos spielend erreichen.
Krasse Deckungsfehler waren aber auch nicht
zu übersehen.
Das glatte Geläuf
verlangte eine gute Körperbeherrschung
und Leichtfüßigkeit. Hier waren
uns die Augsburger überlegen. Wenn
es galt, steilen Pässen nachzujagen,
wirkten die Schwaben immer schneller. Der
einzige, der sich an Schnelligkeit mit den
Gästen messen konnte, hieß Adi
Schade. Seine schnellen Sololäufe bedeuteten
für die Gäste die größte
Gefahr. Leider fehlte meistens der Innensturm,
wenn Adis Flanken hereinsegelten.
Walter Liebich hatte mit
dem schnellen Rechtsaußen Blechinger
seine liebe Not. Auch Heiner Dittel war
nicht der gewohnte ruhende Pol. Blechinger
erzielte freistehend das 1:0, ehe der Schiedsrichter
den Gästen noch einen Foulelfmeter
schenkte. Blechingers Sturz sah zwar gefährlich
aus, doch hatte Karl Loweg nichts damit
zu tun. Dieser Pausenrückstand zerrte
an den Nerven unserer Spieler.
Sieben Minuten nach der
Pause erzielte Adi Schade nach einem Freistoß
durch Rolf Fritzsche den Anschlußtreffer.
Jetzt kämpften die Löwenträger
verbissen um den Ausgleich. Einen Bombenschuß
Bernd Schmidts hechtete Torhüter Zimmerly
aus dem Dreieck. Das Spiel spitzte sich
dramatisch zu, als acht Minuten vor Schluß
Adi Schade im Strafraum einwandfrei elfmeterreif
gefoult wurde. Doch die Pfeife des Schiedsrichters
blieb stumm. Die Hoffnung auf eine Verlängerung
war dahin. Resignation war die Folge, durch
die unsere Mannschaft dann auch noch eindeutig
auf die Verliererstraße geriet.
Kurt Kratzenberg (Quelle:
KSV-Vereinsrundbrief Nr. 12, Dezember 1965)