Bayern München
- KSV Hessen
Acht Tage nach der schwachen
Vorstellung in Kassel zeigte unsere Mannschaft
wieder eine gute Leistung. Jeder hatte sich
vorgenommen, den verlorenen Boden wieder
gut zu machen. Die gesamte Hintermannschaft,
allen voran Karl Loweg, zeigte sich wieder
gefestigt und standhaft. Daß die Bayern
noch sechs Minuten vor Spielende das alles
entscheidende Tor schossen, kann man nur
als Pech für unsere tapferen Spieler
bezeichnen. Der doppelte Punktgewinn der
Münchener war nicht unverdient, doch
konnte es auch 1:0 für uns heißen.
Ein Unentschieden war zumindest drin. Die
Bayern konnten zwar das Spiel die meiste
Zeit überlegen gestalten, doch waren
unsere Spieler jederzeit Herr der Situation.
Wenigstens drei oder vier Stürmer bedeuteten
eine stetige Gefahr für das Tor der
Gastgeber.
Die größte
Chance der Begegnung hatte zwei Minuten
nach der Pause Rolf Fritzsche, als er allein
vor Torwart Kosar auftauchte. Rolfs Schuß
prallte vom Knie des Torstehers wieder auf
seinen Kopf und von da knapp über die
Querlatte. Wenn uns das eine Tor geglückt
wäre, wer weiß, wie dann das
Spiel ausgegangen wäre.
In der 19. Minute hatte
Karl Loweg aber auch schon ein fast sicheres
Tor verhindert. Der Schiedsrichter hatte
bei einem unbeabsichtigten Handspiel Heiner
Dittels auf die Elfmetermarke gezeigt. Ipta
wollte ganz placiert einschießen,
doch Karl Loweg flog wie ein Panther in
die bedrohte Ecke und lenkte den Ball um
den Pfosten.
In der 84. Minute erzielte
der bis dahin schwächste Stürmer
der Gastgeber Drescher das einzige Tor des
Tages. Hier hatte Karl Loweg nicht die geringste
Chance einzugreifen.
So mußte unsere
Mannschaft, trotz eines guten Spieles, doch
noch geschlagen den Platz verlassen, obwohl
bis sechs Minuten vor Schluß das Spiel
noch wie ein Unentschieden aussah.
Quelle: KSV-Vereinsrundbrief
Nr. 2, Februar 1964