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<<< 20. Spieltag
Regionalliga Süd 1963/64, 21. Spieltag

KSV Hessen Kassel - TSV Schwaben Augsburg

3:5 (3:1)

Sonntag, 05.01.1964
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
TSV Schwaben Augsburg
Georg Mögele
Helmut Schmid
Alfred Beyerle
Ferdl Schneider
Edgar Otschik
Werner Sterzik
Karl-Heinz Peschen
Harry Sieber
Georg Lechner
Akgün Kacmac
Trainer: Schorsch Lechner
Spielstatistik
Tore: 0:1 Peschen (13.), 1:1 Jendrosch (21.), 2:1 Becker (23.), 3:1 Jendrosch (29.), 3:2 Lechner (47.), 3:3 Sieber (65.), 3:4 Peschen (76.), 3:5 Haseneder (81.) - Schiedsrichter: Tschenscher (Mannheim) - Zuschauer: 28.000
Spielbericht

KSV Hessen - Schwaben Augsburg

Es wäre so schön gewesen, stöhnten die mit hängenden Köpfen das Auestadion verlassenden Zuschauer. Wer soll denn noch diese Schwaben besiegen, wenn wir es nicht auf eigenem Platz fertigbringen. Damit war schon fast alles gesagt. Gewiß, unsere gesamte Hintermannschaft hatte einen schwachen Tag erwischt, wie die Schwaben dies aber auszunutzen verstanden, verriet schon Klasse. Schon die in der Vorserie erlittene Schlappe kam nicht von ungefähr. Leider konnten wir keine Revanche nehmen.

Auf dem glatten und hartgefrorenen Boden begannen die Augsburger gleich mit einem Angriffswirbel, der uns mehr als einmal in Verlegenheit brachte. Immer wieder wurde der pfeilschnelle Rechtsaußen Peschen mit steilen Pässen auf die Reise geschickt. Hans Alt konnte ihn zu keiner Zeit unter Kontrolle bringen. Wenn Peschen auf die andere Seite wechselte und Hans Alt ihm folgte, stieß sogar der rechte Verteidiger immer wieder in den freien Raum und schuf Verwirrung. Heiner Dittel versuchte zwar die Lücke zu schließen, mußte dies jedoch auf Kosten seiner eigenen Deckungsaufgaben tun. Er hatte schon mit seinem Gegenspieler, Mittelstürmer Lechner, mehr zu tun als ihm lieb war. Dieser Lechner, bester Spieler auf dem Platz, konnte überhaupt nicht markiert werden.

Nicht unerwartet kam daher in der 13. Minute das Führungstor für die Schwaben durch den Rechtsaußen Peschen. Noch zweimal hatten wir Glück, als die Gäste aus aussichtsreicher Position verschossen und einmal Karl Loweg reaktionsschnell eingreifen konnte. Die erste große Ausgleichschance vergab Hans Michel nach einem Freistoß Helmut Huttarys. Übrigens ging Hans Michel halb krank aufs Spielfeld, und er hätte besser getan, von sich aus auf dieses Spiel zu verzichten. Er hatte während des Spieles mehrere Magenanfälle.

Einen Eckball Joschi Burjans schlenzte in der 21. Minute Peter Jendrosch raffiniert in die lange Ecke. Jetzt spielten unsere Vertragsspieler 20 Minuten ihr gewohntes Flachpaßspiel. Gerd Becker erzielte schon zwei Minuten später mit einem Schuß von der Strafraumgrenze aus die umjubelte 2:1-Führung. Als in der 28. Minute Peter Jendrosch einen von Rolf Fritzsche zugespielten indirekten Freistoß im äußersten rechten, oberen Toreck unterbrachte, schien das Spiel gelaufen. Bis zum Halbzeitpfiff ging nun das Kommando wieder an die Bayern über. Viele Zuschauer erwarteten nun eine etwas defensivere Spielweise der Hessen. Immerhin hatten die Schwaben zu jeder Zeit der ersten Spielhälfte ihre Gefährlichkeit bewiesen.

Unsere Mannschaft stürmte jedoch weiter mit allem was zur Verfügung stand, trotz der schon eingangs erwähnten erheblichen Schwächen, die unsere Hintermannschaft offenbarte. Wie eine kalte Dusche wirkte daher der 3:2-Anschlußtreffer der Gäste schon zwei Minuten nach Wiederbeginn. Jetzt mißlang nahezu alles, was von unseren Spielern unternommen wurde. Immer wieder kamen die hohen Bälle, die für unseren Sturm gedacht waren, wie von einer Wand zurück. Sie wurden alle die Beute des baumlangen Stoppers Otschik und seiner Nebenleute.

Als die Gäste das 3:3 erzielten, standen den Zuschauern die Haare zu Berge. Wer nun erwartet hatte, daß sich unsere Mannschaft gegen eine drohende Niederlage aufbäumen würde, wurde bitter enttäuscht. So schossen die Schwaben auch noch ein viertes und fünftes Tor und machten die zweite Heimniederlage unserer Mannschaft vollständig.

Quelle: KSV-Vereinsrundbrief Nr. 2, Februar 1964