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Süddeutscher Pokal 1963/64, 3. Runde

KSV Hessen Kassel - FC Bayern München

6:1 (3:0)

Sonntag, 09.02.1964
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FC Bayern München
Fritz Kosar
Adolf Kunstwadl
Peter Kupferschmidt
Norbert Wodarczik
Karl Borutta
Herbert Erhardt
Rainer Ohlhauser
Josef Röckenwagner
Jakob Drescher
Werner Ipta
Dieter Brenninger
Trainer: Zlatko Cajkovski
Spielstatistik
Tore: 1:0 Kuster (4.), 2:0 Jendrosch (35.), 3:0 Kuster (43.), 3:1 Brenninger (46.), 4:1 Becker (50.), 5:1 Assmy (65.), 6:1 Jendrosch (88.) - Schiedsrichter: Siebert (Mannheim) - Zuschauer: 9.000
Bemerkungen

Die Sieger der 3. Runde (Hessen Kassel, SpVgg Fürth, SSV Reutlingen und Stuttgarter Kickers) waren für die 1. Hauptrunde qualifiziert.

Spielbericht

KSV Hessen - FC Bayern München

Schade, daß an diesem Spieltag so schlechtes Wetter war. Sicher hätten noch einige Tausend Zuschauer mehr den Weg ins Auestadion gefunden. Auch der Platz befand sich in keinem guten Zustand. Der ständige Nieselregen hatte die Rasenfläche in ein rutschiges Parkett verwandelt. Daß trotz dieser widrigen Platzverhältnisse ein so gutes Spiel zustande kam, ist das Verdienst beider Mannschaften.

Wir hatten beide Spiele der Vor- und Rückrunde unglücklich verloren und brannten förmlich auf Revanche. Diesesmal glückte sie vollkommen.

Vom Anpfiff weg spielte unsere Mannschaft so unwiderstehlich und konzentriert, daß die Bayern nicht wußten, wo sie zuerst anfangen sollten.

Schon in der vierten Minute begann der Torreigen. Rolf Fritzsche servierte einen genauen Paß zu „Johnny” Kuster und es hieß 1:0. Kurz danach verletzte sich Alt-internationaler Ertel Erhard bei einem Sturz so unglücklich, daß er das Spielfeld verlassen mußte und auch während des gesamten Spieles nicht wieder erscheinen konnte. Gewiß hatten die Bayern durch die Verletzung von Erhard eine ihrer Stützen der Hintermannschaft verloren, jedoch hätten sie an diesem Sonntag auch mit Erhard keinen Blumentopf bei uns gewinnen können.

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem Torjäger Ohlhauser und unserem Stopper Heiner Dittel verlief eindeutig zu Gunsten Heiner Dittels. Niemals konnte sich Ohlhauser seinem Griff entziehen.

Das zweite Tor dieser Begegnung nach einer guten halben Stunde erzielte Peter Jendrosch. Horst Aßmy leistete hier die Vorarbeit. Überhaupt war Horst Aßmy, wie auch sein Gegenüber Gerd Becker, sehr druckvoll. Auch Ernst Kuster zeigte in der Sturmmitte den nötigen Biß. Unsere beiden Halbstürmer Fritzsche und Jendrosch zeigten sich als technisch perfekt.

Zwei Minuten vor Halbzeit bewies „Johnny” Kuster Torinstinkt, als er den von Torwart Kosar fallen gelassenen Ball postwendend über die Linie beförderte.

Nach dem Wechsel trug sich auch Gerd Becker mit einem wundervollen 18-m-Schuß in die Torschützenliste ein. In der 65. Minute brachte Horst Aßmy einen Jendrosch-Schuß endgültig zum 5:1 über die Torlinie, während Peter Jendrosch zwei Minuten vor Spielende den 6:1-Endstand herstellte.

Torhüter Kosar muß man trotz der sechs Treffer als besten Münchener Spieler bezeichnen. Auf der Gegenseite nahmen unsere Verteidiger Dieter Vollmer und Rainer Istel dem Torwart Karl Loweg schon die meiste Arbeit mit manchmal beängstigender Kaltschnäuzigkeit ab.

Bleibt nur noch unser bevorragendes Außenläuferpaar Hans Michel und Helmut Huttary zu erwähnen, die gleich gut im Aufbau wie auch in der Abwehr waren.

Kurt Kratzenberg (Quelle: KSV-Vereinsrundbrief Nr. 3, März 1964)