KSV Hessen - FC
Bayern München
Schade, daß an diesem
Spieltag so schlechtes Wetter war. Sicher
hätten noch einige Tausend Zuschauer
mehr den Weg ins Auestadion gefunden. Auch
der Platz befand sich in keinem guten Zustand.
Der ständige Nieselregen hatte die
Rasenfläche in ein rutschiges Parkett
verwandelt. Daß trotz dieser widrigen
Platzverhältnisse ein so gutes Spiel
zustande kam, ist das Verdienst beider Mannschaften.
Wir hatten beide Spiele
der Vor- und Rückrunde unglücklich
verloren und brannten förmlich auf
Revanche. Diesesmal glückte sie vollkommen.
Vom Anpfiff weg spielte
unsere Mannschaft so unwiderstehlich und
konzentriert, daß die Bayern nicht
wußten, wo sie zuerst anfangen sollten.
Schon in der vierten Minute
begann der Torreigen. Rolf Fritzsche servierte
einen genauen Paß zu „Johnny”
Kuster und es hieß 1:0. Kurz danach
verletzte sich Alt-internationaler Ertel
Erhard bei einem Sturz so unglücklich,
daß er das Spielfeld verlassen mußte
und auch während des gesamten Spieles
nicht wieder erscheinen konnte. Gewiß
hatten die Bayern durch die Verletzung von
Erhard eine ihrer Stützen der Hintermannschaft
verloren, jedoch hätten sie an diesem
Sonntag auch mit Erhard keinen Blumentopf
bei uns gewinnen können.
Das mit Spannung erwartete
Duell zwischen dem Torjäger Ohlhauser
und unserem Stopper Heiner Dittel verlief
eindeutig zu Gunsten Heiner Dittels. Niemals
konnte sich Ohlhauser seinem Griff entziehen.
Das zweite Tor dieser
Begegnung nach einer guten halben Stunde
erzielte Peter Jendrosch. Horst Aßmy
leistete hier die Vorarbeit. Überhaupt
war Horst Aßmy, wie auch sein Gegenüber
Gerd Becker, sehr druckvoll. Auch Ernst
Kuster zeigte in der Sturmmitte den nötigen
Biß. Unsere beiden Halbstürmer
Fritzsche und Jendrosch zeigten sich als
technisch perfekt.
Zwei Minuten vor Halbzeit
bewies „Johnny” Kuster Torinstinkt,
als er den von Torwart Kosar fallen gelassenen
Ball postwendend über die Linie beförderte.
Nach dem Wechsel trug
sich auch Gerd Becker mit einem wundervollen
18-m-Schuß in die Torschützenliste
ein. In der 65. Minute brachte Horst Aßmy
einen Jendrosch-Schuß endgültig
zum 5:1 über die Torlinie, während
Peter Jendrosch zwei Minuten vor Spielende
den 6:1-Endstand herstellte.
Torhüter Kosar muß
man trotz der sechs Treffer als besten Münchener
Spieler bezeichnen. Auf der Gegenseite nahmen
unsere Verteidiger Dieter Vollmer und Rainer
Istel dem Torwart Karl Loweg schon die meiste
Arbeit mit manchmal beängstigender
Kaltschnäuzigkeit ab.
Bleibt nur noch unser
bevorragendes Außenläuferpaar
Hans Michel und Helmut Huttary zu erwähnen,
die gleich gut im Aufbau wie auch in der
Abwehr waren.
Kurt Kratzenberg (Quelle:
KSV-Vereinsrundbrief Nr. 3, März 1964)