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Süddeutscher Pokal 1956/57, Viertelfinale

KSV Hessen Kassel - FC Bayern Hof

2:1 (2:0)

Sonntag, 31.03.1957
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FC Bayern Hof
Felleiter
Thielhorn
Patrykowski
Beierlein
Hörath
Dorn
Schramm
Hüttner
Weigel
Wellhöfer
R. Müller
Trainer: Hans Carl
Trainer: -
Spielstatistik
Tore: 1:0 Döring (16.), 2:0 Schmied (35.), 2:1 Weigel (85.) - Ecken: 6:3 - Platzverweis: Wellhöfer (Foulspiel, Hof) - Schiedsrichter: Heller (Stuttgart) - Zuschauer: 5.000
Spielbericht

KSV Hessen im Semifinale

Dieser 2:1-Sieg der Hessen gegen Hof ist kein Ruhmesblatt in der Pokalkampfgeschichte, dafür nahm er, obwohl die Kasseler nun unter den letzten süddeutschen Vier sind, ein zu unbefriedigendes Ende. Einmal deshalb, weil die Bayern ihren Torhüter Felleiter durch Verletzung und Wellhöfer wegen Foulspiels verloren, zum andern aber, weil es die Hessen nicht fertig brachten, gegen neun Mann ein Tor zu schießen, vielmehr noch eines hinnehmen und in den letzten Minuten sogar besorgt sein mußten, daß nicht noch der Ausgleich fiel. Zwar ist es nicht immer leicht, das richtige Rezept gegen neun Mann zu finden, aber es war doch beschämend, daß nichts mehr gelang, sondern das Spiel immer planloser wurde, was das Publikum mit Pfiffen und Anfeuerungsrufen für die Hofer quittierte und dadurch noch mehr zur allgemeinen Verwirrung beitrug.

Dabei fing es so gut an. Temperamentvoll und mit einer erstaunlichen Pokalhärte (vielfach war es unfair) gingen die Bayern in den Kampf. Die Hessen waren aber ebenfalls recht gut da und hatten auch ein leichtes Übergewicht was sich in zwei Ecken ausdrückte. Das dauerte aber nur bis zur 20. Minute. In der 16. Minute hatte Michel einen Freistoß vors Tor gegeben, den Felleiter, von Schulz angegriffen, nur abklatschen konnte. Dörings harter Schuß saß im Netz.

Felleiter, Wellhöfer heraus

Wenige Minuten später prallte bei einer Abwehr Felleiter mit seinem Stopper Hörath zusammen. Er blieb liegen und schied aus. Sein Versuch, nach der Pause als Rechtsaußen dauerte nur zwei Minuten, die Nierenschmerzen waren doch zu groß. Für ihn ging Hüttner ins Tor. Nachdem Wellhöfer vor dem Hessentor einen Ball an die Latte geköpft hatte, brachten die Hessen nach einem Getümmel vor dem Hofer Tor den Ball über die Linie, aber aus unerfindlichen Gründen gab Heller Abstoß. Weigel verursachte dann mehrere Fouls, und als Wellhöfer Hutfles gefoult hatte, mußte der Bayer vom Platz.

Damit waren Hofs Hoffnung auf den Nullpunkt gesunken, zumal vorher Schmied, als Büttner einen Weitschuß von Döring nicht festhalten konnte, im Nachschuß einen zweiten Treffer erzielt hatte.

Daß die Hofer nach der Pause zunächst auf Torsicherung bedacht waren, konnte ihnen niemand verdenken. Die Hessen versuchten zu weiteren Treffern zu kommen, spielten aber zunächst zu lasch und fanden nie das richtige Rezept, die Gästeabwehr aufzubrechen. Als dann jeder auf eigene Faust sein Glück versuchte, zerriß immer mehr der Zusammenhang, und das Spiel wurde von Minute zu Minute planloser. Zwar hatte Döring Hüttner mit dem Ball über die Linie gedrückt, aber auch diesem Tor versagte Heller die Anerkennung. Immer mehr riß der Faden bei den Hessen. Planlos jede Aktion und Schüsse ins Blaue, und das ließ Hofs Widerstand aufkeimen. Mit einem Bäreneifer setzten sich die Hofer jetzt ein, und es gelang ihnen immer mehr die Verwirrung bei den Hessen zu steigern. Döring kam zweimal allein stehend an Hüttner nicht vorbei. Daß schließlich der Eifer in der 85. Minute durch ein Weigel-Tor zum Ausdruck kam, war nur zurecht, und beinahe hätten die stürmischen Angriffe der Gäste auch noch zum Ausgleich geführt. Was die Hessen nach der Pause boten, war schon blamabel. Sie können diese Scharte nur durch eine große Leistung im Vorschlußrundenspiel um den Pokal auswetzen.

Schiedsrichter Heller (Stuttgart) - immer schon kritisch betrachtet - konnte in keiner Weise die Anforderungen erfüllen, die man an einen Schiedsrichter für solche Spiele stellen muss.

Quelle: Hessische Nachrichten vom 01.04.1957